Von Erleuchteten und falschen Propheten

Von einem, der auszog, das Laufen zu lernen!

Genesungstagebuch / Roman

von Stephan Vielhaber, 12. Juni 2026

Und dann die Gewissheit, dass die Energie fließt, ganz langsam, vielleicht erst nur ein wenig kribbelt. Dann plötzlich weht die ganz leichte Brise und scheint die Sonne mit drei klitzekleinen Strahlen und das Strahlen steht im Gesicht wie ein Bild für Hoffnung und Lebensfreude und Lebensmut und die Erkenntnis, dass am Ende sowieso immer alles gut wird.

Ich fühlte das Krankwerden bereits im Sommerurlaub auf Fehmarn in mir heranwachsen, gerade frisch pensioniert. Ich lief nicht mehr weit, mir fehlten Luft und Kraft. Das wurde alles stärker mit der Zeit und zog sich bis in den Januar. Die Adventszeit und die Weihnachtszeit, auch Silvester und Neujahr waren schlimm für meine Familie und mich, da ich kaum noch kommunizieren konnte und in der Zwischenzeit 10 Kilogramm verloren hatte.

Die Heiligen Drei Könige schlafen noch

Am 6. Januar, die Heiligen Drei Könige schliefen noch tief und fest, bin ich morgens um 5 Uhr in der Frühe in hohem Bogen mehr aus dem Bett geflogen als gefallen und mächtig auf die Stirn geknallt. Das resultierte aus einem sportlichen Traum heraus, was an Parkinson Erkrankten, kurz Parkis, des öfteren zustößt.

Sesam öffne dich!

Das war aber auch der Schlüssel zum Öffnen meiner Krankenwelt. Felix fuhr mich am 8. Januar zu meiner Neurologin Frau Dr. T., die meinen Parkinson behandelt und mich natürlich auch. Dass ich an diesem Tag nicht mehr nach Hause kommen würde, ahnte ich noch nicht. Erst 7 Wochen später und nach Behandlung in 4 Kliniken kam ich zurück. 

Brief an Martin

Ich habe dir im Folgenden einen Brief an Martin angehängt. So kannst du bestimmt nachvollziehen, wie eng Freude und Leid beieinander lagen. Martin ist der Chef des Fußballvereins SV Wacker Obercastrop und ein Freund von mir und Felix, meinem Sohn.

„Lieber Martin, ich möchte mich heute bei dir bedanken für alle freundschaftliche, moralische und gläubige Unterstützung im Rahmen meiner wunderbaren Rekonvaleszenz und fortschreitenden Erholung. Danke, dass du für mich gebetet hast mit Wirkung und der Erfahrung, dass der Herr da war, als ich ihn besonders brauchte.

Brückenbauer und starke Jungs

Bestimmt warst du da auch ein Brückenbauer, so wie die vielen Menschen, die mich unterstützt und zu mir gehalten haben, natürlich auch unser SV Wacker und die Jungs sowieso. Das war ganz stark und werde ich nicht vergessen. Jede kleine Geste, jeder Satz, jeder Genesungswunsch lösten in mir etwas aus, wirkten miteinander und gaben mir das Gefühl, dass der Weg noch weitergehen kann.

Seit gestern durfte ich nach den 7 Wochen in den Kliniken das erste Mal wieder nach Hause. Das war für mich aufregend und mit Nervosität verbunden, verlässt man doch einen geschützten Raum, in medizinischer und fachlicher Sicht, aber gerade auch aus emotionaler, denn ich habe wunderbare Menschen kennen lernen dürfen. 

Es geht bergauf, doch ich bleibe auf der Hut

Ich wage es heute Abend einmal zu sagen, dass es merklich bergauf geht. Obwohl ich gestern zuhause in der Nacht direkt, wahrscheinlich zum Willkommen, einen heftigen Rückschlag hatte, was die Atmung betrifft.

Ich hatte mich dagegen gewappnet. Man muss auf der Hut sein. Es gibt dabei keinen besseren Begleiter als die eigene möglichst gute Laune, die mich immer mehr ergreift, zur besonderen Freude von Felix, der sehr gelitten hat in den schwierigen Tagen und sicherlich ein Trauma mit sich führt.

Der glücklichste Mensch der Welt

Das Geheimnis der 7

Frau Dr. T. hat mir unermüdlich geholfen. Dass ich beginne und durchhalte! Ich bin ihr unendlich dankbar. Heute durfte ich das erste Mal wieder nach Hause. Nach 7 Wochen in 4 Kliniken. Die Komplementärmedizin hatte den Schlüssel. Die Station wurde mir für 16 Tage ein Zuhause, das ich nur mühsam heute erstmals verlassen durfte und damit die großartigen Menschen dort.

Die dunklen Stunden

Doch es gab die dunklen Stunden, über die ich nur unter Freunden berichte. Vor 4 Wochen war das Folgende meine Antwort auf die Frage, wie es mir wirklich gehe, diese:

Mittlerweile bin ich in der 4. Klinik. Daran kannst du schon erkennen, dass das Zusammenspiel mehrerer Krankheiten im Thorax mit meiner Parkinsonerkrankung kompliziert zu therapieren sind. Die basierende COPD mit einem unterlagernden Lungenemphysem wird nun zusätzlich mit einer umfassenden Bronchieektasenerkrankung überlagert.

Diese ist soweit fortgeschritten, dass es eigentlich nur noch wenig zu reparieren gibt. Diese Funktionsverluste lassen den Abtransport der erheblich entzündeten, verklebten und verschmutzten großen Schleimmengen nicht mehr zu, sodass ich gezwungen bin, fast allein durch kaum noch vorhandene Körperkraft den Dreck irgendwie auszuhusten.

Supergau: Exarzerbation um 3.15

Die Lebensqualität ist erheblich eingeschränkt, die Luftnot oftmals schlimm. Der Höhepunkt war meine persönlich schlimmste Situation vor 3 Wochen am 4. Februar nachts um 3.15. Die Atmung versagte auf 0. Der Kampf um mein Überleben gegen meinen eigenen Tod war das schlimmste und dramatischste, was ich bisher durchstehen musste.

Ich habe geschrien und getobt, ohne Luft, um meine Existenz und diesem Monster ganz tief in die Augen gesehen in einer Umgebung, die entsetzlich süß roch. Am Ende war ich soweit, mich aufzugeben und in die Tiefe ziehen zu lassen.

In diesem Todesmoment war plötzlich meine Familie irgendwie in mir, rief, schrie, sodass ich mit wahnsinniger Kraftanstrengung sehr sehr knapp aus diesem Zug in die Hölle entkommen konnte, indem ich dem schrecklichen Griff mehr und mehr entglitt und sich am Ende der Zugriff löste.

Das ist das letzte, an das ich mich erinnere. 2,5 Stunden später wachte ich im Rettungswagen auf der Fahrt in die Intensivstation auf. 

Pseudomonas aeruginosa

Davor war ich im Krankenhaus nebenan, da ich nur noch Luft für 2 Meter Laufstrecke hatte. Es hatte sich einer dieser resistenten Keime eingeschlichen, Pseudomonas aeruginosa. Ich habe 79 (!) Infusionen bekommen, mit denen wir dieses tödliche Ding endlich und hoffentlich töten konnten. 

Was darf`s sein? Lunge oder Parkinson?

Danach war ich in der Lungenstation, seit 12 Tagen bin ich in der Parkinson-Spezialklinik, aus der ich dir jetzt schreibe.

Ein Glitzern

Vor einigen Tagen trat das Wunder ein, dass ich Glitzerndes bemerkte, zum ersten Mal so etwas wie spürbare Besserung. Hier versuche ich nun emporzukommen und mich zurück in ein halbwegs auszuhaltendes Leben zu kämpfen. Als hoffnungsvoller Grundoptimist werde ich das schaffen und demnächst auf dem Fußballplatz auflaufen. 

Meine Familie hilft mir ganz wunderbar dabei.

Ist eine etwas längere Antwort geworden, aber du fragtest und die Tastatur lief los…

Ganz liebe Grüße, Stephan

Ein Wunder

Heute, jetzt, ist es wie ein Wunder, dass ich nicht für möglich gehalten hatte, kommende Rückschläge eingeplant, weitere stationäre Aufenthalte bereits terminiert, wissend, dass die Krankheiten nicht verschwinden werden, dass ich solche Fortschritte gemacht habe. Frau Dr. T. wird mich weiter ganzheitlich unterstützen. 

Dir und euch allen gilt mein großer Dank für alle Unterstützung! 

Liebe Grüße, Stephan

Ja, dann ging es voran und das Wunder begann.

So kommen die Gedanken und Erinnerungen und gehen sie und manchmal passt es zusammen oder besser noch, wenn es zusammen passt, dann ist es gut.

Zwei Wackeraner mit Herz sind Martin Janicki (Mr. Wacker, Wirtschaftratsvorsitzender, l.) und Felix Vielhaber (WackerMedia)


Zwei Wackeraner mit Herz sind Martin Janicki (Mr. Wacker, Wirtschaftratsvorsitzender, l.) und Felix Vielhaber (WackerMedia)


Auf dem ehemaligen Pferderennbahngelände ganz in der Nähe hat sich ein Naturschutzgebiet mitten in der Stadt entwickelt.

Immer kräftig

Gestern war ein wunderbarer Tag. Ich war bestens gestimmt, die Sonne schien. Nachmittags schaffte ich unsere kleine Spazierrunde am Rande der ehemaligen Pferderennbahn entlang auf Anhieb, was gar nicht mein Plan war.

Wir Parkis mit oder ohne Lunge sollen langsam gehen, so die Physios in der Klinik. Vom langsamen Gehen tun mir die Knie weh. Hier sehe ich auch heute keinen Physio. Die liegen üblicherweise überall auf der Lauer im Auftrag der medizinischen Dienste.   

So ging ich wie von selbst, normal, bis zum weißen Koi im Teich, der mir auch brav den guten Tag gebot. Nach 20 Minuten war ich wieder zuhause. Ohne Gepuste, wundersam.

Anfang Januar benötigte ich dafür mindestens 2 Stunden und habe das durchgezogen. Die Gedankenwelt von damals ist aus meiner Denkzentrale entwichen. Vor der Haustür stehend brauchte ich 30 Minuten, um Luft für 7 Treppenstufen zu sammeln. 

Gestern Abend ging es richtig rund mit mir und mit ziemlich lauter Musik von „Radio H“, die mit dem besten Mix aller Hits und ich kam in beste Stimmung mit Tanz und Gesang und innerlicher Leichtigkeit und war ziemlich durchgeschwitzt und sehr sehr glücklich und genoss ayurvedische Kost und hatte die schöne Idee, dass alles gut sei. 

Ich überlege, ob ich da ein wenig bremsen muss, dosieren, wie bei den Profis gelernt. Oder bin ich ich und lass mal locker, eher meine Art.

Außerdem habe ich hier ziemlich laut im Haus herumgebrüllt, besonders gerne im Treppenhaus, das hallt so schön. Auftrag der Stimmtrainerinnen IMMER KRÄFTIG!

Also los! Kräftigster Gesang!

„Maria, …..!“

„Franziska, …..!“

Vater war immer schon etwas bekloppter als der Rest der Straße

Auf Felix reimte sich wieder nichts, was sich nicht nur als Schmähruf verwenden lässt, aber nichts bei solch ernsten Atemübungen zu suchen hat.

Ich konnte so lange singen wie ich wollte, laut und lauter noch und nöcher. Natürlich nahm wieder niemand von mir Notiz im Haus. Vater war ja immer schon etwas bekloppter als der Rest der Straße. 

Ich meine allerdings, dass meine integrierte Tanzshow inklusive Sängerstimmenimitation ein starkes Ding war.

Wenn auch keiner dabei war, ich fand es gut, sogar sehr gut und ging duschen.

Tränen

Und hier etwas Wunderbares vom letzten Donnerstag:

Mir tränen beide Augen. Dabei gibt es heute keinen Grund traurig zu sein. Allerdings schießen mir diese salzigen Begleiter für emotionale Gemischtwaren seit einiger Zeit ziemlich oft und ziemlich ungefragt in die Augenwinkel.

Vor Freude, vor Berührtheit, wenn mich etwas anfasst oder ganz erfasst. Dann ist es gut und tut es gut. Dann merke ich, dass ich bei aller Last und Belastung immer noch über positive Vibrations verfüge, die mein Erträgliches aufrecht halten. 


Der Professor

Der Professor ist der Chef hier. Im Wartebereich hängen die Urkunden als ehrenlaubumrankte Beweise, die ihm bescheinigen, dass er ein Spitzenarzt ist und dass die Bezeichnung Lungenpapst nicht übertrieben ist. 

Der Professor leitet die Pneumologie hier im Krankenhaus.

Erste Schatten

Heute hat Felix einen Ambulanztermin. Es gibt Schatten auf den Aufnahmen aus D. Die Nervosität ist groß bei ihm. Das verstehe ich natürlich gut. Ganz sicher sitzt sein Trauma tief in ihm.

Er spricht mich häufig an auf die Nacht, als es ums Ganze ging, auch um die Familie, als er seinen Vater röcheln hörte und niedersinken sah und der Tod kurz vorbeischaute.

Er, Felix, muss zweimal kommen, morgens zur Lungenfunktionsmessung und um 3 nachmittags zur Besprechung mit dem Professor. Die beiden duzen sich seit kurzem, aber nur, wenn der Doktor nicht dabei ist.

Um 3 soll ich mit dazukommen, aber in eigener Sache. Eigentlich hatten wir vereinbart, über Möglichkeiten der Prävention von Exazerbationen zu sprechen. Ein sehr schwerwiegendes angsteinflößendes Thema für unsere Familie, denn dahinter lauert der Tod und dem möchten wir keinesfalls erneut und bestimmt nicht zeitnah begegnen. 

Mir tränen beide Augen. Sitze plötzlich auch in dieser gläsernen Kiste mit Schläuchen, Mundstücken und Nasenklammern. Dazu zwei Mann Besatzung. Wir kennen uns.

Ich war ja vor kurzem stationär hier. Die Funktionsergebnisse waren grauenhaft. Mir war es damals egal. Bei der Entlassung hatten wir meine Leistung um 6 Prozent gesteigert. Das war mir dann nicht egal, denn auch 6 Prozent mehr geben Anlass zur Hoffnung, spornen an und in der Folge war das auch so.

Provokationstest

Felix war schon vorher in dem Luftraum. Er absolvierte den Provokationstest mit dem Ergebnis „beginnendes oder vorübergehendes Asthma“.

Mir tränen beide Augen. Jetzt weiß ich auch warum. Vom Chilischoten-Medikament, das mein rechtes Ohr erhitzen soll, um zu ermittelnde Leistungsdaten genauer messen zu können.

Die Chilipaste landete natürlich in meinem linken Auge, dann im rechten und verteilte sich auf der Rückfahrt nach Hause über den Kopf und den Hals.

Jetzt schreibe ich gerade hier und versuche, durch den Vorhang  der Verschwommenheit die Tastatur zu treffen. 

Begeisterung auf der Station: Go Vielhaber Go!

Ich traute meinen Ohren nicht. Die Besatzung eskalierte. Anfeuerungsrufe für Vielhaber Senior! Ja, fester, ja, anstrengen, ganz weit ausatmen, weiter, weiter …..

Fertig, Stille, Auswertung. Die Besatzung ist begeistert. Jubel brandet auf.

Verbesserung der Lungenfunktion insgesamt um 44 Prozent von 45 auf 89.

Der Hammer der Woche!

Die Besatzung klatscht sich ab. Das ist der Hammer der Woche. Ausgerechnet der Typ mit den Spinnenärmchen aus der 30 von damals schlägt Rekorde. Ich kann es kaum glauben. 

Fliegengewichte in Ledersesseln

Ich sitze im Wartezimmer des großen Professors. Sonst ist niemand da. Die schweren Ledersessel ächzen unter meinem Fliegengewicht. Felix wurde schon vorgelassen. Er kommt mir entgegen, als ich aufgerufen werde.

Das schwarze Ding ist größer

Ich schaue in sein Gesicht. Ich weiß sofort, da ist etwas im Busch. Der Professor hat ihm mitgeteilt, dass das schwarze Ding in ihm größer geworden ist. Er zittert vor Angst.

Drama for one: Der große Professor

Ich sitze im Behandlungszimmer des großen Professors. Er ist erfreut, mir das heutige sehr gute Ergebnis aller Tests mitzuteilen. 

So etwas, sagt er, gibt es selten. Kaum zu glauben. Wir tauschen uns aus, vermuten Gründe, planen Therapien.  Dann überreicht er mir ein kleines Paket, das er aus dem dunklen Wandschrank hervorholt und sagt: „Das erste ist immer gratis.“

Der Pate

Dabei sieht er hinter seiner mächtigen Brille aus wie der Pate. Heute teile ich ihm das auch mit, denn ich habe genügend Luft und damit Eloquenz. 

„Das ist ja wie bei der Mafia. Der Pate!“ Wir finden es beide angemessen lustig.

Zum Schluss zitiere ich den Professor, aber ganz im Ernst der Sache.

Eine dramatische Entwicklung

Der Professor: „Eine dramatische Entwicklung, hin zur Verbesserung. Ich bin sprachlos und begeistert über das Ausmaß der positiven Entwicklung.“

Er zeigte mir den Einlieferungszustand per digitaler Komplettbesichtigung meines Inneren von Kopf bis Fuß und hob hervor, dass dieser exorbitant negativ war und schwer zu beseitigen. 

Ich bin ein Glückskind. Mit mir und um mich herum passieren Wunder.

Der gemeine Parki ist in der Regel ein Frühaufsteher. Was bleibt ihm auch?


Jetzt kommt die absolute Krönung, auch ohne Jacobs: Ein Marmeladenbrötchen, na klar, immer Erdbeere, zum Verzehr vorbereiten! Da wird wieder in die Hände gespuckt …

Und hier exklusive Informationen über den Parki, also über mich, am frühen Morgen:

Der gemeine Parki ist in der Regel ein Frühaufsteher. Was bleibt ihm auch? Pillenaufnahme 4 von xx. Geradebiegen, Rigor entknoten, Tremor testen und als gut befinden oder als doof, Rest mit Kaltwasser entfernen, oha, Bad überschwemmt.

Die Herausforderung: Kaffee kochen, Maschinenbetrieb. Das ist unfallfrei nicht möglich. Falten und Einlegen des guten alten Melittapapierfilters: Könnte optisch ein 3-jähriges Kitakind sein.

Kaffeemehl hineingeben: Ohne Verschütten zu 100 % nicht möglich, eigentlich schon seit Jahren. Das Pulver liegt natürlich auf dem Küchenherd nach windmühlenartigen Bewegungen des guten Händchens.

Jetzt kommt die absolute Krönung, auch ohne Jacobs: Ein Marmeladenbrötchen, na klar, immer Erdbeere, zum Verzehr vorbereiten! Da wird wieder in die Hände gespuckt, wir steigern des Parkis Spezialfrustrationsprodukt. Die Königsdisziplin, auch für Parkiprinzen!

Eigentlich ist es wie immer. Durchschneiden ist Aufreißen und Geradebiegen. Oben oder unten? Gibt es nicht. Jetzt die Butter, prima, die Würfel wirken dekorativ als Marmeladenabstreichanker, das Messer! Vorsicht Schlagader!

Ist längst einem Löffel gewichen, nach dessen erster Aktion sich die untere Hälfte rotierend im freien Flug befindet. Ach ja, rechts ist die Feinmotorik mit Testnachweisen der Klinik ja irgendwohin verduftet, Fahnenflucht? Kapitulation? 

Warum fallen Marmeladenbrötchenhälften eigentlich immer auf die Butterseite? 

Endlich! Championsleague! Der Parki oder von mir aus auch SV6 verzehrt die obere Marmeladenbrötchenhälfte, im Stehen, das Platznehmen am Frühstückstisch wäre lebensgefährlich.

Es folgt die Top-Freitagsausgabe von „Väter der Klamotte“, für interessierte Zuschauer heute am Sonntag, Zwerchfellalarm.

Der Parki beginnt über 180 cm mit einer gekonnten Verbiegung, zuckt mit beiden Armen, Achtung Butterseite im freien Fall, jetzt schon? Super, abgefangen, Moment, abgelegt, T-Shirts ziehen Erdbermarmeladenbrötchen magisch an.

Ab ins Bad! Hände waschen! Ins Brötchen beißen! Ab ins Bad! Hände waschen, T-Shirt auswringen! 

Endlich ist das EMFB heißhungrig verzehrt! Rund um den Mund eine Art Kitagemälde, fast unabwaschbar, des Parkis täglich Brötchen.

Das Heißwasser zum parallelen hygienischen Auswaschen der ultimativen Parkigeheimwaffe, der Schnabeltasse für Tremoranfänger, läuft derweil über die linke Flosse, während der silbrig schimmernde Kochtopf wie immer seine tägliche Flugkurve beginnt, die der Parki wissenschaftlich berechnet hat. Treffer, direkt auf die Finger, aua, und mit Radau ins Spülbecken. 


Und immer schön fröhlich bleiben!


Die Inhalation ist das probate Mittel für den entlastenden Moment!

Heute vor 3 Wochen ging es in die Klinik, ich konnte noch 2 Meter laufen. Heute etwas mehr. Verbesserung Luft und Co im Augusta 6 %.

Leider kann man diese Dinge allenfalls konservieren, vielleicht etwas geschmeidiger machen. Aber die Luftnot quält mich weiterhin, besonders nachts.

Ich zitiere Schweinchen Dick, den Helden unserer Kindheit: „Und immer schön fröhlich bleiben!“

Infusion XXL

79 Infusionen haben wir gebraucht, um den Keim zu killen, hoffentlich! In der Zeit bis dahin nutze ich die Privatambulanz des Professors. Ansonsten muss ich zuhause fleißig inhalieren, das Mittel der Wahl, auch in der Klinik.

Parki und Hallu – Best friends?

Schwierig ist die Kombination mit Parkinson, der sich etwas vernachlässigt fühlte und jetzt mächtig auf sich aufmerksam macht. Dazu seit Wochen die Halluzinationen, etwas merkwürdig.….

Meint der Mainstream unter den Neurologen. Aber zum Medikament gibt es keine Alternative. 

Hatte ein Mittel gegen Hallus bekommen, wollte ich nicht nehmen, habe ich auch nicht, versuche die werten Besucher zu ignorieren. Manchmal schwierig zu unterscheiden, ob real oder nicht, aber manchmal eine ziemliche Show Muss jetzt inhalieren, bis bald, schön dass es euch gibt! ♥️

Husten – Spucken – Franziska

Es stimmt, ich war zwischendurch ziemlich erschüttert, aber auch erschrocken darüber, wie sich das Leben, das eigene Leben, so plötzlich so radikal ändern kann. 

Die schwierigste Nacht war extrem anstrengend. Brauche ich nie wieder. 

Insgesamt war der Prozess, die Atemwege ein wenig zu beruhigen, der anstrengendste, in zwei Kliniken.

Ich habe 2 Wochen nur gehustet und gespuckt…, keine weiteren Details. In dieser körperlich sehr anstrengenden Phase war Franziska rund um die Uhr an meiner Seite, ohne viele Worte, beruhigend, Hand auflegend… Das war das Schönste, einen liebenden Menschen an der Seite zu wissen, der bleibt. Ich bin ihr unendlich dankbar.

Danke an meine Freunde!

Danke an euch alle für die empathischen Rückmeldungen und Verstärkungen, das tut gut, auch irgendwie jetzt mit euch zusammen auf dem Weg zu sein. Danke für die lange Freundschaft.

Ich schließe für heute, muss noch einige Anwendungen machen und danach, besonders euch, eine möglichst gute Nacht!💫🌟🌛😴

Ebenfalls liebste Grüße an euch und alle drumherum, Stephan


Es war total okay

Ich hatte in meiner ersten 1. Klasse 36 Kinder, 18 davon ohne Deutschkenntnisse. Eine Herausforderung würde man heute sagen. Es war total okay, eine gelingende Zusammenarbeit mit den Eltern.

Wir organisierten das Mittagessen, die Übermittagsbetreuung, die Hausaufgabenhilfe …..

Wir organisierten eine Klassenfahrt, eine Woche Zelten mit Klasse 1, ohne Eltern, ohne Heimweh, aber mit einer beeindruckenden Lust der Kinder, ihre (neue) Welt zu entdecken.

BNE und Radio mit O-Tönen

Wir machten BNE, ohne das Wortvehikel zu kennen und gewannen gleich noch den Wettbewerb der Stadt „Die umweltfreundliche Klassenfahrt“. Ich habe damals eine Radiosendung mit Radio C 98,5 gemacht. Die O-Töne gibt es immer noch und die unverwechselbaren Stimmen der Kinder, die sofort das passende Gesicht und meistens auch den Vornamen dabeihaben. 

Jetzt habe ich den Faden verloren. Hmmh,.. drücke erstmal den Pfeil …..

Hass gehört nicht in mein Portfolio

Diese Krankheit ist hinterhältig. Schießt in den Rücken. Ohne Vorwarnung. Ja, ich nehme dich wahr, begrüße dich herzlich und hasse dich. Oder? Bin nicht ganz sicher. Oder hasse ich dann mich? Hass gehört eigentlich nicht in mein Portfolio. Ruhe bewahren, geht doch, sanft bleiben, entspannen, gut aufgepasst beim Atemtraining.

Loveley G.M. und 89er-Beweise

Witzig, loveley G.M. ist der Zucker im Streuer erhärtet. Ich hole schnell einen Schraubenzieher aus meiner Wunderschublade. Ein Päckchen Fotos liegt im Weg. Nehme sie heraus, Fotos von der Klassenfahrt 89, ich muss lachen.

Ich soll wahrscheinlich Beweisfotos abliefern, dass ich auch wirklich dabei war. Knipse gleich mal drauf. Ziemlich jung. 29 Jahre. Wer? Ich! Was kostet die Welt? Der Zucker streut perfekt. Direkt aufs Ayurvedabreifrühstück.

Eisiger Wind mit Rechtsanspruch und Visionen gratis

Mit Klaus habe ich dann später an unserer Schule ab 2004 rechtswidrig den Rechtsanspruch auf Ganztagsplätze verkündet, was in Deutschland und in Nordrhein-Westfalen erst ab dem Jahr 2026 aufsteigend ab Klasse 1 Gesetz wird. Für die Kinder und Eltern war das damals ein Segen. Und ist es ein Segen bis heute, 22 Jahre später.

Visionen haben ist in der Pädagogik nicht so weit verbreitet. Visionen hatte ich immer, immer zum Wohle der Kinder, nie zum Selbstzweck oder als Orden an meinem Knopfloch. Bewegte Schule im vielfachen Sinne, praktisches Lernen, Sitz im Leben, Lernen im Leben,  Leben im Lernen. Sehr anerkannt in Nordrhein-Westfalen.

Ein eisiger Wind wehte mir entgegen nach der Verkündigung des „Rechtsanspruchs“, den wir offiziell natürlich so nicht nannten. Ein sehr eisiger Wind aus der Politik. Ich wurde in die Ratssitzung zitiert.

Fand ich gut, blieb mir treu, was ich auch gut fand. Später wurde alles normal und relativ und aus Politik und Verwaltung hieß es bei Fragen rund um die Ganztagsschule „Gucken Sie sich das beim Vielhaber an, der macht das gut!“

Mit Klaus und Ute hatte ich eine wunderbare Zeit der Zusammenarbeit. Wir waren uns immer einig, offen miteinander, freundschaftlich verbunden, auch über unsere Kinder, die wir dabei hatten.

So kommen die Gedanken und Erinnerungen und gehen sie und manchmal passt es zusammen oder besser noch, wenn es zusammen passt, dann ist es gut.

Ich bin platt und glücklich, du sprichst es an, irgendwie normal und nicht so belastet. Ich muss nur aufpassen, neige etwas zum Überziehen. Aber nach der langen Zeit muss ich ein Gefühl entwickeln.

Das Licht ist mein Lebenselixier

Diese Zeit liebe ich, bin immer schon spät schlafen gegangen. Man hat so seine Ruhe. Morgens ganz früh ist auch gut.

Hatte sehr viel Arbeit mit Fußballberichten und chatte viel mit Menschen, die ich jetzt wiedertreffe. Alte Freundschaften erwecken sozusagen.

Bin Donnerstag beim Lungenprofessor, frage ihn mal nach Belastungen und was er meint was geht und was nicht.

Aber jetzt freue ich mich erst mal weiter und über etwas, was ich lange nicht mehr hatte, Muskelkater in den Beinen.

Die Physios schleichen immer, habe umgestellt auf Normalschnellgang, Franziska war baff.

Das Sonnenwetter und das Licht sind mein Lebenselixier. Passt alles gut zusammen.

Emergency

Eine Information:

Das ist unbedingt immer im Blick zu halten:

Die Exazerbation, schnelle Verschlechterung der Lungenerkrankung, kann tödlich enden. Im Notfall 112, auch ohne mein Einverständnis! 

Link: Guter Überblick, was passieren kann. 

Exazerbation 4. Februar: Luftröhre war zusätzlich verlegt.

Der Patient, also ich, soll sich so verhalten, dass es erst gar nicht zum Notfall  kommt.

Bitte unbedingt ermahnen, Arzt o.ä., wenn das nicht so ist!

Lieben Dank für jede Unterstützung und Rettung!

STV

Von einem, der auszog, das Laufen zu lernen


Laufen war schon immer meine Leidenschaft, hier vorne rechts in Weiß.

Eine etwas zu lang geratene Überschrift? Mag sein. 

Das Laufen musste ich gar nicht erlernen. Obwohl ich mich ein wenig davor gefürchtet hatte in den schwierigen Wochen, wie es wohl werden würde mit wenig PS und der Wunschrunde.

Zu stark in mir war der Eindruck der übriggebliebenen 2 Meter über Weihnachten und Neujahr, die ich damals auf Biegen und Brechen in die Länge ziehen wollte. In die Länge zog sich nur die Zeit der Bewältigung, die Kraft schwand merklich und mit ihr 10 Kilogramm.

Dass da noch ein mir bisher nicht so bekanntes Lebewesen mit im Spiel war, ahnte ich damals nicht. Ich hatte mir nicht wissend wohl schon in 2025 oder noch eher einen resistenten Keim eingefangen, der mich ziemlich fertiggemacht hat (Pseudomonas aeruginosa, zweitgefährlichster kritischer und damit potenziell tödlicher Keim laut WHO), sodass ich 10 Kilo abnahm und nur noch mühsam die Beine voreinander setzen konnte.

Vorgestern ging ich einfach los

Es scheint auch noch Normalität zu geben. Vorgestern ging ich einfach los, so wie früher, irgendwie automatisch. Drehte die bekannte, so oft gegangene kleine Runde und war recht schnell wieder an Start und Ziel. 

Das hatte ich mir doch so gewünscht. Und war jetzt zutiefst unspektakulär. Seltsam. Oder war ich in Gedanken, als ich so daherlief? Bestimmt. Es darf auch mal normal sein.

Das hast du dir gewünscht

Franziska erzählte ich davon, sie sagte: „Da wäre ich gerne dabei gewesen. Das hast du dir doch so gewünscht.“

Hatte ich.

Die Sache mit dem Übermut ist gar keine Sache mit dem Übermut. Meine weltweite Recherche komprimiert dessen Bedeutung als „ausgelassene Fröhlichkeit, die sich in leichtsinnigem, mutwilligem Verhalten ausdrückt“.

Entparkinsonierte und COPD-bereinigte Mobiilität

Ausgelassen und fröhlich war ich tatsächlich. Mehrere Tage am Stück. Genoss die neue gute Laune, die alte gute habe ich noch in Reserve, genoss die entparkinsonierte und COPD-bereinigte Mobiilität, besser Bewegungsfreiheit, der medizinische Dienst… ihr erinnert euch, lauert im Auftrag des MAGS NRW und die Physios hängen auch schon wieder an den Waden und bremsen und zischen „Langsamer“.

Energie

Ich habe keine Lust mehr auf langsam und Belastungssteuerung. Ich habe Lust auf Sonne und den frischen Wind, ziemlich laute Spechte, gackernde Hühner und schnelles Gehen ohne großartige Kurzatmigkeit und Luftnot. Zumindest, solange es so bleibt. 

Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich zuletzt drei Tage am Stück einen solchen Schwung hatte, Energie für drei und unschlagbar beste Laune.

Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich zuletzt einen solchen Muskelkater hatte wie heute, sodass ich hier jetzt in Filzpantoffeln herumschlurfe, weil die Muskeln im Übergang Schienbein-Rist höllisch schmerzen. Ich wusste gar nicht, dass es Menschen gibt, die dort Muskeln haben. 

„Volta rennt“

Ich habe Voltaren forte, das probate Salbenerlebnis für Fußschwache. Und die Hoffnung, dass ich in Kürze wieder laufen kann, beschwingt und mit Franziska eine schmerzfrei Runde drehen kann. Ich bin da ziemlich hoffnungsvoll.

Funkelndes Licht am Morgen

Die Sonne verwandelt morgens nach und nach dieses Dachgeschoss, in dem ich so gerne bin, in einen wunderbar hellen, glitzernden Raum mit funkelndem Licht. Dann noch schöne Musik mit Radio H dazu und ich fühle mich großartig, dazu etwas Wind aus dem Garten.

Mir fiel auf, dass ich Pensionär bin

Mir fiel jetzt auf, dass ich ja Pensionär bin. Pensionäre haben für so etwas Zeit. Irgendwie krass, aber tatsächlich, man muss sich daran gewöhnen, dass diese Zeit ganz oder fast ganz die eigene ist, gefühlt sehr wertvoll. Echt klasse!

Heute war eine Art Ruhetag, allein schon wegen des Muskelkaters. Salbe wirkte, vorhin lief ich mit Felix besagte Runde, was gut klappte. 

Behelligung am hellichten Tag

Die Hallus haben mich heute am hellichten Tag behelligt (guter Satz!). Ignorieren ging einigermaßen, aber nicht komplett. 

Gestern um Mitternacht herum war es etwas schwierig, als lebensgroße Typen hinter meinem Rücken standen. Bbbbrrrr….

Mit Frau I. telefoniere ich morgen zunächst, um uns zu verabreden.

Nachmittags dann C., Lungenprofessor. 


Die Insel Fehmarn

Die Insel ist wie eine zweite Heimat für uns.

Dieses schöne Foto im Großformat schenkte mir am gestrigen Abend überraschend Franziska. Ich wusste natürlich sofort, an welchem Ort es entstanden war. Ganz in der Nähe unserer Urlaubswohnung auf Fehmarn am Übergang zur Steilküste Richtung Staberhuk mit seinem bekannten Leuchtturm, in dem auch Ernst Ludwig Kirchner Ferien machte und vor mehr als 100 Jahren seine wunderbaren expressionistischen Bilder malte.

Der schöne rote Mohn wächst hier am Fehmarnsund, der Meeresenge zwischen dem holsteinischen Festland und der Insel Fehmarn. Das Glitzern des Meereswassers am Abend, besonders wenn es ganz ruhig liegt und mit wunderbaren Farben-Kompositionen glänzt ist immer wieder traumhaft, sehr beeindruckend und beruhigend.

Dann braucht man nur Augen zum Betrachten, Ohren, um das ganz leise Bewegen der kleinen Wellen eben noch wahrzunehmen und hat dann Gewissheit, dass alles im Leben am Ende wirklich gut wird.

Der Mond ist auch hier ganz wunderbar. 🌝

Toll, dass du wieder dieses Lebensgefühl hast. ❤️

Und das genau wegen meiner lieben Menschen um mich herum und bei mir und solchen wie du, mein lieber Martin, die exakt das Wesentliche in den Blick nehmen, wir schrieben darüber, und das unterscheiden können von Belanglosigkeiten.

Du erinnerst dich, was du zu mir am Sonntag gesagt hast in deiner wunderbaren Nachricht: „Glücklich oder zufrieden? Geht das zusammen? Was ist wertiger? Ich bin glücklich, wenn unser SV Wacker Obercastrop ein Spiel gewinnt. Aber ich muss auch zufrieden sein. Zufrieden bin ich, wenn ich ganz sicher weiß, dass es Dreien wirklich gut geht, meinen beiden Töchtern und ihrer Mutter.“

Die Insel Fehmarn und der Himmel über Staberhuk


Franziska ist die Inselfotografin, die Grafik ein Geschenk für sie dafür.

Wir haben die Wohnung den kompletten August 4 Wochen lang zur Verfügung. Und freuen uns alle sehr sehr sehr, besonders Franziska, denn sie liebt die Insel, fotografiert uns ganze Alben voll mit wunderschönen Bildern.

Im letzten Sommer tauchten in meinem Körper genau dort am Strand beim roten Mohn die ersten Vorboten der Krankheiten auf. Ich kam schlecht von der Stelle … und wusste nicht genau, was das da war, was mir von Beginn an, auch noch unsichtbar und nicht greifbar, bösartig erschien.

Ich sprach nicht darüber. Den Rest kennt ihr.

Ich sage mit diesem unverbesserlichen Optimisten Clueso NEUANFANG! ♥️

🚩🎶🚩🎵🚩

Ja, ich bin sicher. Ich werde meine Augen ganz weit öffnen und hinschauen, werde meine Ohren besser spitzen vor den Naturgewalten und hoffentlich meinen Plan, den ich schon viel länger hege, in die Tat umsetzen, mit der Malerei, einer alten Leidenschaft, wieder neu zu beginnen. 

Ich werde aber auch in mich hineinhorchen, leise, vorsichtig, ob dieser Plan funktioniert, ob er wirklich dran ist oder ob ich ….. ….. …..🚩🎶🚩🎵🚩

Am Abend ist es gut

Ja, seit letzten Donnerstag geht es mir im Vergleich zu vorher einfach nur großartig. Ich strotze vor guter Laune, freue mich über mein wiedergefundenes Leben, das am seidenen Faden hing, lache und tanze, was jetzt wieder geht und es wird niemals mehr einfach nur normal sein für mich, so existenziell bin ich in den vergangenen schwierigen Zeiten angefasst worden.

Ob das bleibt? Ich weiß es nicht, ich hoffe es. Ich werde es begrüßen und annehmen, wie es kommt.

Jetzt, heute, am Abend ist es gut!

Sorry, bin platt, Bericht neu kommt jetzt!

Ergebnis für mich SENSATIONELL am Ende, mein letztes Gefühl gibt es auch  gemessen. 🙂🙂🙂🙂🙂

Leer im Kopf

Ihr Lieben, es gehört sich eigentlich nicht, aber ich schicke es mal voraus, ich bin total kaputt, das ganze Ding hat erheblich Kräfte abgesaugt. Das musste wohl so sein. Gestern war ich vollkommen leer im Kopf. 

Das CT-Ergebnis für Felix sieht so aus (Arzt Radiologie), dass keine Tumoren o.ä, vorliegen sollen, aber eine Pilzinfektion der Lunge, die Beschwerden macht. Es bleibt abzuwarten, ob der Professor das am Dienstagmorgen bestätigt und wie eine Therapie aussieht. 

Auf der Spur in den Tod

Felix hat sich da gestern Abend ohne unser Wissen, ich dachte, er wäre bei Franziska, heftigst reingesteigert. Über Dr. Google bis zum sicher zu erwartenden Tod… War ein schwieriger Abend, obwohl ich nachmittags viel mit ihm gesprochen hatte. 

Diese schlimme hinterhältige Angst mit den Zwangsgedanken lauert ihm immer  wieder auf. Wir haben heute nochmal geredet. Jetzt ist es besser.

Faktisch gut

„Zumindest rein faktisch könnte das ein gute Woche werden! Ich drücke euch die Daumen.“ (Mein Bruder Christian)

Das wäre absolut gut. Esse tonnenweise Schokolade, Eis usw. um Energie zu tanken. Parkis haben selbst in der Fastenzeit Ausnahmegenehmigungen, damit sie nicht zu dünne Spinnenärmchen behalten.

Liebe Omas Kinder,

ich danke euch sehr für alle guten Wünsche in einer für mich und uns schwierigen Lebensphase. Da tut jedes aufbauende Wort natürlich gut. Ich hoffe, bald in ruhigeres Fahrwasser zu manövrieren.

G.M. tut wirklich alles dafür, mich zu unterstützen und gleichzeitig das, ich nenne es mal „Aufgabenfeld für jemanden, der im wahrsten Sinne des Wortes noch glücklicher werden muss“ zu bestellen.

Großer Dank geht natürlich, das wisst ihr ja, an unsere liebe Tochter,.

Komplex-Update

Am Mittwoch beginnt dann für mich auch schon die regelmäßige ambulante Behandlung bei Frau Dr. T..

Und ich freue mich tatsächlich darauf, weil es sicherlich ein „Komplett-Update“ für mich geben wird. Zurzeit ist dieser stabilisierende neue Bereich doch aufgrund der anderen euch bekannten Belastungslagen zu kurz gekommen, obwohl der Einstieg nach der Entlassung aus der Klinik aus meiner Sicht trotz allem als gelungen bezeichnet werden kann. 

Ich bin ja erst 10 Tage wieder zuhause. 

Es kommt mir vor wie 100 Tage….

Na ja, die Parkis benötigen in der Regel Orientierungshilfen, „Geländer“ usw. Es gibt noch mehrere Therapien zu organisieren, was ich noch nicht angehen konnte. Parkis sind eben auch nur Menschen.

Ergo Ärgo

Logopädie, Physio, Gesprächstherapie, Psychotherapie, Atemtraining, Ergo (für mich eher Ärgo, da hier meine katastrophale Feinmotorik sehr sehr offensichtlich wird) … müssen natürlich auch gut passen, besonders das Vertrauen zu den Menschen, die das dann professionell mit mir umsetzen können.

Aber das dauert alles seine Zeit und die muss ich mir auch nehmen. Eine ziemliche organisatorische Aufgabe unter Einbeziehung der Phasen für Medikamente, Nüchternphasen davor und danach, Inhalationen usw.

Dieser neue Job wird leider nicht bezahlt, eher Fulltime.

So, genug gejammert!

Liebe Grüße, einen schönen Sonntag  und bis bald! 

Euer Parkinson Crusoe 

Oh, hier geht’s aber etwas durcheinander… Dopamin!!! 🤭


Habe ich aus dem Elefantenhaus Zoom Erlebniswelt in Gelsenkirchen ausgeliehen. Ist eigentlich für Stoßzähne gedacht, kann aber auch in Parki-Kliniken von indischen Ärzten mit entsprechender Zusatzqualifikation, abgeschlossenes Studium Schulmedizin Elefantenkunde, zur Ganzkörpermassage eingesetzt werden. 🐘🐘🐘


Marke im Revier


Was für eine Aufregung! Und großes Glück, dass dieser besondere Augenblick mit unserer Kamera festgehalten wurde. Das erste Huhn weltweit, ausgestattet mit Gammapower und topmoderner Lasertechnik!

Kamilla beherrscht die perfekte Kommunikation mit dem Hühnergott auf eine Art und Weise, wie nie eine Artgenossin zuvor. Angeblich soll Kamilla auch über eine Direktverbindung zum großen Ewig verfügen und Mitglied des inneren Zirkels sein. 

Aber Spaß beiseite. In Wirklichkeit handelt es sich hier um die brandneue Glasfaser-Relaisanlage unseres Fußballclubs SV Wacker Obercastrop, mit deren Hilfe noch mehr Datenvolumen in kürzester Zeit bei unseren Fans und Followern ankommt.

Denn eines ist doch klar, unser SVWO ist der geilste Club in ganz Westfalen, aufstrebend, jung und über alle Maße sexy!

Da lachen doch die Hühner? Gackeragack! 

Kommt vorbei! Beim Training und bei den Meisterschaftsspielen unserer drei Seniorenmannschaften in der Kreisliga A, der Ü32 und ganz vorne dran mit unserem Aushängeschild Wacker I in der Westfalenliga, der starken Liga im Westen! 

Elvis Shala, der Star unsere Vereins, unser 10er auf Fußballlebenszeit, zeigt euch die Tricks, die begeistern und ein Tor aus 60 Metern, kein Problem! Bitteschön! Thanx Elvo!

Das Team ist der Topmix aus jung und älter, gespickt mit Erfahrung und voller jugendlichem Sturm und Drang! 

Das C steht für Trainer! Antonio Alejandro Molina Carrasco ist der Wunschtrainer aller Obercastroper. Und wir haben ihn! 

Beliebt bei den Fans! Beliebt bei seinen Kickern, denn hier zählt Leistung! Doch Individualität geht mit Toni gut. 

Gesprochen wird viel, besonders mit den Junioren im WL2-Kader, die sich wohl fühlen und bestens aufgehoben bei diesem echten Fußballlehrer, der Teamgeist, Begeisterung, Spielkultur und Wackers 100 %Herzblut lebt und transportiert in die SVWO-DNA wie keiner vor ihm. 

Das natürlich im Terzett mit Trainer Björn Brinkmann und Torwart-Coach Dave Menke, die das ganze Ding erst richtig rund machen!

In Obercastrop kickt die Topjugend unserer Stadt in 10 tollen Teams, überregional auch in der Landes- und Bezirksliga. 

Täglich ist der Platz „auf ERIN“ ausgebucht. Die Begeisterung für unseren Fußball hört man schon beim Ankommen.

Und fair geht’s zu! Im Training untereinander miteinander, in den Spielen gegen die anderen Clubs und ganz besonders vor und nach dem Training, denn diese Zeit ist Zeit mit Freunden! 

Thanx all!

Vereinsvorstand – Wirtschaftsrat – Jugendtrainer- Betreuer Senioren und Junioren – Mitarbeiterteam unseres Vereinsheims „Schürhoffs“ – Denn nicht nur die 0, auch die beste Currywurst mit Pommes der Region muss auf der Theke stehen! – Thanx Babsi! 

EINMAL WACKER!  IMMER WACKER! 

100 % HERZBLUT! 

SV Wacker Obercastrop / WackerMedia – Fußballmarke im Revier!

Die Kunden in der Warteschleife

Die „Kunden“ stehen da wirklich in der Warteschleife, langsam immer nervöser, die bereits fertigen in der Regel mit moderatem Hüsteln und diesem Lächeln des Überlebens auf den feinen Gesichtern. Im Hintergrund das leise Organisationgeschwafel an der Anmeldung. 

Doch dann kam ich. 

Fertig. Und zwar im doppelten Sinne. 

Franziska schob mich raus. Ich bemühte mich um Haltung, Souveränität und hatte das Anliegen, den Ankommenden ein Lächeln zu schenken, ihnen zuzuwinken mit diesem lockeren linken Parkiüberbleibsel an Motorik.

Doch Pustekuchen. Der Reiz, dieser Reiz im Hals und darunter entlud sich mitten in den Raum, kreierte Spuren flüssigen und kleinbrockigen Materials aus den Innenräumen meiner hörbar keuchenden Belüftungsanlagen, dass es eine Art hatte.

Einer rief: „Ein Künstler!“ Ein anderer: „Ein Virtuose! „

Franziska gab alle Kraft, die sie hatte, in die Gummiräder meines ca. 140 Jahre alten Rollstuhls, ein Vehiculum curiosum, sicher Baujahr um 1880, und langsam verhallte der Sound der Topbronchoskopie Marke Großer F. realised by Dr. P.

Für jeden Erstskopierer ein schönes Erlebnis vorweg, den Spannungsbogen locker erhaltend und nur noch eines im Sinn, das Überleben.

Filter? Melitta! Seit 1908!

Ich habe mir heute früh schon Freude bereitet mit meinen 4 fliegenden Erdbeermarmeladenbrötchen und der mich fast ins Entsetzen treibenden fehlenden Melitta-Kaffee-Filter-Tüte kurz vorher. Der wollte ich eigentlich eine Laudatio halten, aber da sie nicht da war, schwenkte ich um auf Innereien, die mir liegen😱.

Also bleibt nichts anderes übrig

Überhaupt kamen auf Kamilla das Laserhuhn ziemlich viele Antworten. Der Schwenk zu Wacker war nicht geplant, typische Fußballersprache. Etliche alte Freunde gingen online, interessanter Austausch. 

Ich habe mich lange bis nach Mitternacht mit den erwachsenen Kindern meiner Geschwister unterhalten, die irgendwas von Buch schreiben fantasierten, aber auch am Stil und der Motivation wirklich interessiert waren. Hat Spaß gemacht.

Nicht schlecht, erstes Foto für Bucheinband,

Titel steht: „Die Kunden in der Warteschleife „

Vorschlag Arbeitstitel: „Und ewig grüßt die Bronchextase“

Also bleibt nichts anderes übrig. 😂🤣

Der Verlag muss gesucht werden.

Verlag „Die neue Sachlichkeit“, Lindlar

Verlag „Parasitenpresse“, Köln

„Scherz Verlag“, Frankfurt

„Sisyphus Verlag“, Klagenfurt

Das sind 4 echte Verlage von hunderten deutschsprachigen, die irgendwie passen könnten. Ich plädiere allerdings für einen eigenen, natürlich genossenschaftlich getragenen basisdemokratischen Selbstverlag.

In Folge des Bildvorschlages von Christian für den Einband: Reiermann & Nachtschwestern Verlag

Soll ich behilflich sein?😀

Unbedingt, Professor Gerd!

Ich backe was zur Premiere. 🤣😂

Katjas Schulkindermarmelade Köllerholz!

Katja war unsere Gartenköchin, liest mit bei mir mit!🌝

Wie wäre der Vorschlag von Franziska: „Irgendwie-Auch-Ekelig-Verlag“?

Nachrichten von Can

Sprachnachricht von Engincan. „Can“, wie seine Freunde ihn nennen, ist ehemaliger Spieler von Wacker, angehender Arzt, bis vor kurzem in Hamburg, jetzt in Frankfurt. Wir sind befreundet, auch Felix.

Ich bin sehr berührt von dem, was er spricht, im ersten Teil über mich, zu mir, im 2. Teil über Wacker und Vielhabers, kleine Träne….

Im Hintergrund hörst du die Klinikgeräusche, doch Engincan lässt sich nicht beirren. Ich bin sehr beeindruckt. Fast eine Laudatio. Die Menschen sind zurzeit sehr sehr gut zu mir. Ein Geschenk!

Und dir Monika, ein ganz großes Dankeschön für jede Unterstützung in einer schwierigen Zeit und Mithilfe an Orientierung, Wegsuche und Wegstrecke! Du warst dabei, mit Dieter zu zweit, mit guten Geschichten und Gesprächen und witzigen Momenten. Irgendwie hat es auch Spaß gemacht, sich aufzumachen und ins Helle zu treten. 👍😊🤗 Ich bin euch sehr dankbar. Fühlt euch bei uns immer eingeladen!

Guten Morgen, dann hat Felix etwas ähnliches wie du?

Ja, eigentlich schon. Man muss sich das vorstellen, wie es vor zig Jahren bei mir unbemerkt losging und sich nach und nach eine Bronchiektasen-Erkrankung ausbildete, also eine Verklebung aus Schleim, die nicht lösbar oder abhustbar die Bronchien nach und nach überwächst und diese funktionsfähig macht. Auf der Basis bilden sich Asthma, COPD und Lungenemphysem aus, je nach Verlauf. Also möglich schnell raus und nachsehen, ob die Bronchiektasen-Erkrankung bereits losgegangen ist.

Bronchiektasen sind irreversible, sackartige oder zylindrische Erweiterungen der Bronchien, die durch chronische Entzündungen, Infektionen (z.B. nach Pneumonie) oder angeborene Erkrankungen (z.B. Mukoviszidose) entstehen. Sie verursachen chronischen Husten mit Auswurf, Atemnot und Infektanfälligkeit. Die Diagnose erfolgt meist per hochauflösender Computertomographie (HRCT). Die Behandlung zielt auf eine Verbesserung der Selbstreinigung der Lunge (Physiotherapie) und die Reduzierung von Infektionen ab. 

3 Ärzte 3 Diagnosen

Zumindest fragwürdig ist, dass 3 Ärzte verschiedener Fachrichtungen das im Vorfeld nicht erkannten. Eine Ärztin resümierte die Beschwerden unter Angsterkrankung, der niedergelassene Lungenarzt eventuell Asthma oder nichts, der Radiologe zuletzt am vergangenen Samstag sah eine Pilzinfektion. 

Des Professors Diagnose

Der Professor traf am Montag die Diagnose beginnende Bronchie-Ektasenerkrankung, voraussichtlich gut therapierbar, zunächst mit Bronchoskopie am Freitag im Krankenhaus in C. 10 Uhr heute Start.

Hospital: Handlungsbedarf

Anmerkung: Felix hatte kürzlich im Hospital hier ums Eck aufgrund der Beschwerden die Notfallambulanz aufgesucht, wo ich ja auch am 8. Januar, ihr erinnert euch, ziemlich am Boden, eingeliefert wurde und von Dr. U. phantastisch wieder aufgebaut wurde.

Der in der Ambulanz arbeitende Arzt röntgte den Thorax von Felix, konnte aber nichts Besonderes feststellen, nur eine Schattierung. Als Dr. U. montags involviert wurde, den Namen V. hörte, schrillte Alarm.

Er sah sich die Aufnahmen an und war sich sicher, hier muss behandelt werden, zumal es genbedingte Weitergaben in Familienstammbäumen gibt. Frau OÄ Dr. P. benachrichtgte Felix telefonisch, dass er kommen solle. Es gäbe den Verdacht auf eine Lungenentzündung.

Ängstlicher Spinner mit Körpergefühl

Dr. U. ist für Felix ganz klar der einzige Arzt seines Vertrauens im Bereich Innere. 

Er beharrte darauf, nicht ewig 👍 der ängstliche Spinner, ich übertreibe kurz, zu sein und sein Körpergefühl täuschte nicht. In der Zwischenzeit hatte sich ein fieser Husten eingestellt, der mir von früher bei mir bekannt war. So ging es auf die Zielgerade und hoffentlich kurzfristig ins Ziel.

Exkurs: Parkinson

Ich selbst war gestern mit G.M. bei Frau Dr. T.. Sie war total zufrieden mit mir, mit uns allen und hatte eine riesengroße Freude daran, dem alten W. geholfen zu haben.

Ich habe nochmal den Gesamtrahmen aufgemacht und meine ganze Dankbarkeit in das Gespräch gebracht. Es war sehr sehr sehr schön.

Von Felix bestellte ich herzliche Grüße und Dank für Präzision.

Zwischendurch schließen sich immer mal wieder die Kreise.

Lesung live mit Radio C

Morgen um halb 10 habe ich eine Lesung organisiert. Im Wartebereich des Lungen-OP im Augusta Bochum lese ich aus „Die Kunden in der Warteschleife“ das Kapitel „Und Ewig grüßt die Bronchextase“. Ich bin gespannt und freue mich darauf. Radio C ist live dabei innerhalb des Magazins „Bewusstlos durch den Vormittag“.

Hans im Glück

Liebe Familie, 

zunächst wollte ich Christians Frage beantworten. Was bei mir Detailschreiben provoziert 😊.

Aber die Tatsache, dass man auch im ausgebauten deutschen Gesundheitssystem viel Glück haben muss, dass einem nicht das linke Bein anstatt des rechten amputiert wird, das musste ich noch schnell loswerden. Und auch, dass hier Netzwerke sinnvoll erscheinen. 

Ihr gehört dazu.

Liebe Grüße

Moritz schreibt dazu: „Danke für die Infos. Dann seid ihr jetzt ja in guten Händen. Bei meinem Schlüsselbeinbruch vor Jahren wurde erst die rechte Seite geröntgt, bis ich darauf aufmerksam gemacht habe, dass sie es mal mit der anderen Seite probieren sollten. Ich hing dort wie ein Schluck Wasser in der Kurve. Es war gar nicht zu übersehen, welche Seite betroffen war.“😅

Der goldene Plot

An dieser Stelle der Generalkritik berichte ich kurz unter 4 Buchstaben, was da heute abging und was mir als Autor oder Drehbuchautor den goldenen Plot lieferte. Ich kann es immer noch nicht fassen. 

Felix hatte dir ja auch geschrieben, dass sein Arzt nachmittags kam und mitteilte, da sei doch kein Schleim sondern irgend etwas anderes.

Schlechte Nachrichten

Dieser Arzt war niemand anders als der Professor. Die Tür sprang auf, er eilte herein, ich begrüßte ihn freundlich, er rief „Es gibt schlechte Nachrichten!“

In diesem Moment war ich komplett überrascht  und es ratterte in meinem Kopf. Bronchoskopie morgen fällt aus wegen Erkrankung des ausführenden Arztes, oder,… oder G.M. ist verunglückt…,

Felix wurde blass.

Ringtausch familiär

Der Plot war viel einfacher, muss man erst mal darauf kommen. Der Professor stieß hervor: „Es tut mir total leid, ich habe die beiden CTs von Ihnen und Ihrem Sohn vertauscht.“

„Häh, was?“ Das bin ich jetzt.

Er: „Ja, zweimal W. nebeneinander. Pneumokardial an der selben Stelle. Sie haben da den Schleim mit den Bronchiektasen und Felix die Schattierung. Die habe ich leider vertauscht. Es tut mir sehr sehr leid.“

Mir rauschte der Parki gewaltig durch die Birne. „Häh, wer veräppelt mich hier? Und mein Topergebnis von neulich? Auch vertauscht?“

G.M. kam genau im richtigen Moment und übernahm. Der Professor fing nochmal von vorne an……..

Beratung

Erklärung

Nachfrage 

Felix aschfahl

………

Ich versäumte natürlich nicht, ihn zu fragen: „Herr Professor, sagen Sie mir doch mal zu Ihrem Vertauschen, wie ärgern Sie sich da auf einer Skala von 1 bis 10?“

„10!“ schoss er hervor, „ganz klar!“

…. bis dahin mal, eine Supervorlage für die literarische Verarbeitung!

Du kannst dir bestimmt denken, warum ich damit noch nicht online bin. 😜

Genau das! Der Professor liefert echt ab!

Himmel oder Hölle

War megaschwierig für Felix, die Angst ging bis in den Himmel, oder die Hölle. 

Zuhause! Das Schreiben tat ihm gut.

Auch die Professorenüberhöhung.

Ist jetzt einigermaßen entspannt.

Mit Wärmekissen und Camping Check auf HR3.

Mir geht es super, lache mir den Ast ab.

What shall we do?

Sehr schön, Felix hat viele Rückmeldungen und Anrufe bekommen, gut geweint und dann gelacht. Den letzten Satz habe ich heute des öfteren gesagt.

Muss ich drüber schlafen. Mal sehen, wie das morgen aussieht. Aber klar, geht auf das Negativkonto von Felix. 

Wir überlegten mit ihm, was heute bleibt und was in einer Woche oder in einigen Wochen wohl der Stand ist. Und ob da irgendwas verborgen ist, was auf eine sehr seltsame Art und Weise herauskommen kann.

WEIß ICH AUCH NICHT

WEIß ICH AUCH NICHT

WEIß ICH AUCH NICHT 

WEIß ICH

13. FREITAG – PARKI-TIME

Ich selbst bin gerade etwas „Weiß ich auch nicht“. Besonders wichtig sind für mich als Parki ja rhythmisierte Abläufe, besonders am Morgen und am Vormittag. Besonders mit guter Ruhe sind diese Zeiteinheiten wirkungsvoll, Gesundheit fördernd und Energie gebend.

Deshalb war ich gespannt auf den „Ernstfall“, heißt Aufnahme Felix im Krankenhaus. 

G.M. hatte ja bisher in meiner langen Krankheitsphase wie selbstverständlich derartige Dinge übernommen, und zwar richtig viel. Dafür bin ich dankbar.

Da sie signalisierte „Ich kann nicht mehr“, übernahm ich natürlich gerne Felix Begleitung. Ich war doch erstaunt, dass ich das gut hinbekam, wenig wackelte, eloquent blieb, ich freue mich. Und einen Riesenhunger hatte.

War megaschwierig für Felix, die Angst ging bis in den Himmel, oder die Hölle. 

Zuhause! Das Schreiben tat ihm gut.

Auch die Professorenüberhöhung.

Ist jetzt einigermaßen entspannt.

Mit Wärmekissen und Camping Check auf HR3.

Mir geht es super, lache mir den Ast ab.

What shall we do?

Sehr schön, Felix hat viele Rückmeldungen und Anrufe bekommen, gut geweint und dann gelacht. Den letzten Satz habe ich heute des öfteren gesagt.

Muss ich drüber schlafen. Mal sehen, wie das morgen aussieht. Aber klar, geht auf das Negativkonto von Felix. 

Wir überlegten mit ihm, was heute bleibt und was in einer Woche oder in einigen Wochen wohl der Stand ist. Und ob da irgendwas verborgen ist, was auf eine sehr seltsame Art und Weise herauskommen kann.

Auch das erste Autofahren aus dem Parkhaus heraus war zurück kein Problem. Felix war fix und fertig und froh, mal wieder Beifahrer zu sein, im Dunkeln sieht er auch schlecht. Unter den Blinden ist der Einäugige der König!

Ich war seit Herbst 25 nicht mehr gefahren, war mir aufgrund meiner Ausfälle zu gefährlich, für mich und besonders andere.

Es klappte völlig stressfrei. Felix betonte, dass ich richtig gut gefahren sei, er hätte sich sehr sicher gefühlt. 

Nun bin ich tatsächlich kein Raser oder so etwas. Wenn ich aber ein wenig Platz habe, dann lass ich die Pneus schon mal glühen. Kupplung schleifen lassen, viel Gas, quietschende Reifen, Drehen, Sound… Vater und Sohn begeistert wie eh und je, nach dem Einschleudern in die erste Ausfahrtrampe bis D. aber ganz angepasst.

Ewig diese Geschichten

Gestern Abend war es dann lustig. Wir (Felix und sein Vater) denken uns immer mehr „Professor-Geschichten“ aus.

Dessen Wahnsinns-Schuhe gestern, extrem spitz, glänzend und ohne Schuhbänder o.ä. waren mehr als geil. Heimlich fotografieren ging nicht. Holen wir nach, müsst ihr als Fans unbedingt sehen.

Im Mittelpunkt stehen die Versuche, in den „Inneren Zirkel “ zu gelangen, sehr geheime Bruderschaft mit sehr strengen Regeln bis „Ich gebe mein Leben für….“. Name noch nicht öffentlich. 

Die komplette Truppe war nachmittags auf der Station. Nicht zu sehen. Aber zu hören. Ganz klar Glücksspiel, Automaten, usw., heiße Sache, wir beide sehr nah dran. Bleiben dran. Oberarzt O. identifiziert, OB wahrscheinlich, Professor Dr. G.K. ebenfalls wahrscheinlich. 

Zurück zur Rhythmisierung

Heute morgen. 

Verpennt. 

Eigentlich nicht möglich bei mir. 

Ich verschlafe nie, 

ohne Wecker auch nie. 

Heute zum ersten Mal seit zig Jahren mit 20 Minuten im Rückstand, 

auf der Analoguhr in der Küche, 

eine Orientierungskatastrophe

für jeden Parki 

und besonders 

für einen solchen spinnenarmigen und heute 

hohlköpfigen Federgewichtler 

wie mich. 

Erste innere Wallung, 

ab ins Bad, 

wie immer, 

40 Liter eiskaltes Gletscherwasser aus der hauseigenen Kühl- und Kälteabteilung 

über Kopf, Thorax, Abdomen, Unterhose, … Komplettüberschwemmung, 

ab in die Küche, 

KKAAFFFFEE!!!!!

Der Kaffeevollautomat springt nach Vorbereitung nicht an, 

dafür sein durch nichts aufzuhaltendes Entkalkungs-Programm, 

das seit Tagen 

mit diesem aufdringlichen LED drohte, 

es könne jederzeit in Betrieb treten und zwar eigenständig. 

Ich wusste, nach 15 Füllungen 

war es das mit den wunderbarnachkaffeebohnenduftendenkaffeebohnen. 

Ich hatte mich verzählt oder was weiß der Bartgeier. 

Zweite noch viel heftigere innere Wallung.

Kein Kaffee.

Keine innere Aufweckwärme.

Keine Gehirnbrause.

Ich zittere.

Springe von links nach rechts.

Von Bein zu Bein.

Ich zittere.

Massives Parkiproblem.

Wieviel Uhr? 

Plus oder Minus?

20 Minuten.

Nach links oder nach rechts?

KKKKAAAAFFFFEEEE!!!!

Baue Spezialkonstruktion aus 4 Behältnissen.

Papierfilter in Zitronenpresse mit Überlauftechnik.

Kaffeepulver querfeldein. 

Erste Ausläufe des eigenhändig eingegossenen Heißwassers.

Konstruktions-Umfallgefahr spürbar.

Dritte innere Monsterwallung.

Tabletten. 

Vergessen.

DOPAMIN DOPAMIN DOPAMIN!

Auf die Minute notwendig.

20 Minuten. 

Links, rechts, Parkinson?

Analoguhren aller Länder 

vereinigt euch.

Ping Pong Parkinson. 

Ist die schwarze Köchin da?

Monsterwelle.

Innerlich.

Äußerlich.

Marmelade – Brötchen – Butter – leer.

Mein Inneres.

Total leer.

Dopamin!

Total leer!

Dopamin! 

Total leer leer leer leer leer leer leer! 

Dann beginnt es.

Dann beginnt es.

Dann beginnt es.

Monstermonsterwellewelle.

Dann bricht es.

Dann bricht es.

Alle.

Alle.

Dämme.

Alle Dämme.

Stille.

Ich bebe, vibriere und die Tränen laufen.

Ich bebe, vibriere und die Tränen laufen und laufen und laufen.

Parki-Wunderland. 

Parki-Normal.

Nichts geht.

Stillstand.

Tränen.

Verzweiflung.

Einsamkeit. 

20 Minuten.

Zeit und Orientierung und der netteste aller Patienten

Ja, das stimmt. Ich bin sehr zeitlich orientiert. Klappt eigentlich immer, war früher schon so. Ich stehe ja schon früher auf, finde die Ruhe dann auch sehr gut. Klappt zumeist gut, Kaffee muss sein!

Kranken-Haus C. Gestern, muss ich wirklich sagen, das war im Primzip gut. Ich wäre über Nacht bei Felix geblieben, hatte mich schon darauf eingestellt. Ich denke, wir hätten das zusammen hinbekommen. 

Bin ja Krankenhäuser gewohnt. 

Und Krankenschwestern, besonders Nachtkrankenschwestern. 

Die meisten kannten mich noch und lächelten mich mit ihrem schönsten Krankenschwesterlächeln an. Shining! Bright!

Ich galt ja als der netteste Patient auf der Station.😊 Mit der Schwester, die mir jeden Abend die Thrombose-Spritze gab, konnte ich mich länger austauschen. Was auch für sie sehr interessant war, weil sie nie wissen, wie es den Patienten nach der Entlassung aus der Klinik weiterhin geht.

Ich habe ihr von der Verbindung dieser Klinik mit der Parkinson-Klinik erzählt und wie erfolgreich doch das Zusammenwirken in meinem persönlichen Fall war. Sie war ganz begeistert. Es war sehr schön.

Mit Vollgas aufs Abstellgleis

Auweia, fast wäre ich wie gestern auf das Abstellgleis gerauscht. Ich hatte natürlich vorgesorgt, um nicht noch ein zweites Mal zu verschlafen. Weckerklingeln, Radio.

Trotz dessen, ich bin nicht entzückt, muss ich mit dem letzten Ton des Weckers nochmal eingeschlafen sein, wurde wach, 4 Minuten dahinter. 

4 Minuten. Das schaffe ich, hole ich ein. So war es, beginnend mit einem etwas ungelenken Parki-Hechter aus der Koje, gefolgt von einer umwerfend choreographierten Pirouette nach Drehschwindeleintritt….. Aber heute kann mich nichts schocken. Vollgas, es gelingt!

Zurrrrrrrrrück

Nochmals deine Frage beantworten! 

Genial! Toplaune! Energie! Riesenhunger, schwupps, schon weg.

Hypergenial

Und das hypergeniale, meine Stimme klingt geölt, im Radio auf Herne 91,2 läuft „Halleluja“ von und mit Leonard Cohen und ich singe, ohne Kratzen und Gurgeln, auf den Ton, laut und klar und wunderbar und wieder einmal kann ich nur sagen, ich bin der glücklichste Mensch der Welt!

Dieses eiskalte Ding im Nacken

Kleine Ergänzung zu Felix. Er zog gestern Abend den Auftrag von Barth vom Vortag auf Biegen und Brechen durch. Film mit Interview auf der Webseite platzieren und natürlich Ehrgeiz, Gimmicks einbauen, damit der Barth sich freut. Klappte! Fand ich gut, tat ihm gut, geredet haben wir nach Mitternacht, als ihm dieses eiskalte Ding in den Nacken kroch..

Am Ende wird sowieso immer alles gut! 😊

Mir und uns tut es gut, dass wir gewiss sind, dass es gute Menschen gibt, die um unsere dunklen Stunden wissen, aber auch um das Licht am Horizont, das irgendwie irgendwann erscheint, zunächst so unscheinbar, dass man stutzt und zögert und hofft, dass es wirklich da ist. 

Und dann die Gewissheit,  dass die Energie fließt, ganz langsam, vielleicht erst nur ein wenig kribbelt. 

Dann plötzlich weht die ganz leichte Brise und scheint die Sonne mit drei klitzekleinen Strahlen und das Strahlen steht im Gesicht wie ein Bild für Hoffnung und Lebensfreude und Lebensmut und die Erkenntnis, dass am Ende sowieso immer alles gut wird.

Obercastrop – Erin-Kampfbahn – Fußball – Freundeskreis – Therapie


Felix ist Stadionsprecher des SV Wacker Obercastrop und zusammen mit Stephan Vielhaber verantwortlich für „WackerMedia“.

Felix fährt jetzt runter zum Platz. Er ist Obercastrops Stadionsprecher in der Westfalenliga 2. Die Wackerjungs riefen gerade schon an. Wo er bleibt, voller Sorge. Gutes soziales Netz. Mit den Offiziellen sind wir da sehr offen, das hilft Felix. 

Spät dran heißt Ängste, muss ich vorher immer mit ihm ran, damit er losfährt. Wenn er dann da ist, geht es meistens. Aber er hat auch Spiele, da zerfressen ihn die Ängste und er zieht dann durch und keiner kennt den seelischen und emotionalen Ausnahmezustand, außer ich. Da ist er absoluter Profi und von außen merkst du nichts. Chapeau!

Ich bin gleich auch mal wieder am Platz. Das erste Mal seit Anfang November, kaum zu glauben…

Wollte vor 2 Wochen schon da sein, war mit Franziska schon losgefahren, dann aber wieder umgekehrt.

Erstmal wollen wir ab halb 4 den FC Brünninghausen aus DO besiegen.

#LETZTE SEKUNDE! NIE AUFGEBEN! 100 % HERZBLUT BIS ZUM ABPFIFF! JEDES TOR ZÄHLT, JEDER PUNKT IN DIESER WAHNSINNIGEN WESTFALENLIGA 2, IN DER UNSER SV WACKER OBERCASTROP AUCH IN DER SAISON 2026/27 SPIELEN WIRD. #MONSTERTORE! KAMIL NUGAJEV + LUKAS STEINRÖTTER MIT VOLLER WACKERPOWER! DIE REAKTION DANACH: MEGA! KÖRPERSPRACHE! PURER WILLE! ELEKTRISCHE FANS! WACKERTUGENDEN: TAPFER! TÜCHTIG! MUTIG! BEHARRLICH! KÜHN! BLAU-WEISSES HERZ & BUNTES BLUT!                                                                     

Moin Obercastrop!

Moin Oberdahlhausen!

Die Arbeit für Wacker hat uns in Beschlag genommen. Es dauert dann doch immer viele Stunden, bis die Dinge präsentabel sind.

Und es stimmt, in der NRW- Schullandschaft war unsere Schule immer ein starkes Beispiel mit ganz vielen Besuchern. Ich erinnere mich noch heute, dass die ersten Besucher im strömenden Regen kamen. Es war 1994 oder 1995. Es war der „AK Natur an der Schule“, der beim LÖLF in Recklinghausen angesiedelt war (Landesamt für Ökologie,  Landwirtschaft und Forsten“). Der Leiter des AK war Q.K. der später Chef des BUND wurde.

Die 20 waren trotz Regens von der Schulumfeldgestaltung und der Gartenanlage, natürlich unter dem Motto „Immer alles durch die Hand der Kinder“ hellauf begeistert. Und das Thema „Partizipation“ war vor über 30 Jahren schon da und Basis.

Was bin ich heute froh, dass ich dieses Grundprinzip der Schülerorientierung und Schülerbeteiligung bis zu meinem letzten Schultag im vergangenen Sommer konsequent durchgehalten habe und dass ich mich auch von der größten Kritik nicht habe abbringen lassen.

Unsere Schule war dabei. In der Praxis und mit Modellbeispielen für NRW.

Dass es eine ganze Reihe von damaligen Schülern gab, die als Jugendliche oder Erwachsene extra nochmal vorbei kamen, zuletzt mein Schüler Christian, der sich mit der ganzen Familie aus dem Münsterland auf gut Glück auf den Weg gemacht hatte und mich tatsächlich antraf, um sich zu bedanken für den Grundstock der Ausbildung und Menschenbildung innerhalb unseres gemeinsamen Unterrichts.

Das beste war, dass ich ihn nach den vielen Jahren direkt mit seinem Namen begrüßen konnte. Das beeindruckte ihn am meisten. Aber das war auch klar, denn er war einer der engagiertesten Schüler in meiner Lehrerzeit, immer da, auch im strömenden Regen und ein echter Partner und Topmitarbeiter auf Augenhöhe. Ich erinnere mich, dass ich mich immer sehr auf Christian freute. Er war ein toller Handwerker und nie regenscheu.

„Das Kind im Blick“ immer zum Mittelpunkt ihrer Arbeit gemacht zu haben und in ganz besonderer Weise dafür gesorgt zu haben, dass unsere behinderten, gehandicapten, auffälligen, gewaltbereiten, gewalttätigen, innerlich leidenden, missbrauchten und emotional verstümmelten … Kinder einen Platz im Leben erhielten, der ihnen ganz besonders zustand, das war die Meisterleistung unseres multiprofessionellen Teams, das mit Kindern Programm für Kinder machte. Über Jahre und immer mit größter Freude. Dafür bedanke ich mich bei all diesen Menschen und guten Freunden ganz besonders!

Die Widerstände waren immer groß, wenn Neues kam. Neues, Unbekanntes schürt immer einmal Ängste, auch oder sogar besonders in Schulen.

Als G.M. anfing mit dem, damals hieß das so, „Bündelunterricht für Behinderte und nichtbehinderte Kinder“, sank die Temperatur im Lehrerzimmer unter 0 Grad.

Dabei hatte der Stadtrat das beschlossen und die untere Schulaufsichtsbehörde das umzusetzen. G.M. kam damals gar nicht auf meinen Wunsch, sondern auf den des Schulamts an unsere Schule, hatte sie sich doch als Sonderpädagogin für den GU an Grundschulen beworben, damals etwas ganz Neues.

Und für Grundschullehrer Unerträgliches, in vielen Fällen, es gab Ausnahmen. Auf letztere  musste „inklusive Schule“ bauen. G.M. gab ihren Schülern immer ein Zuhause in unserer Schule, gab ihnen eine kleine Heimat in dem einen kleinen Raum, den wir übrig hatten.  Entlastet durch ihre positive und unterstützende Art die Eltern, nahm den häuslichen Stress ein ganzes Stück weg und den Kindern ging es besser.

Dass diese ganz oft draußen waren, im Schulgarten, im Wald, muss ich eigentlich gar nicht aufschreiben. Dort verpuffte der Druck, den speziell diese uns anvertrauten Kinder in sich trugen und manchmal kaum ertrugen in Windeseile. Durchatmen! Bewegen! Sonne! Handwerker, besonders Heinz und Wolfgang, ohne deren vorbildlichen ehrenamtlichen Einsatz all das nicht möglich gewesen wäre. In der gemeinsamen Arbeit wurden wir beste Freunde. Danke!

Ich musste mir in der ganzen Dienstzeit vorwerfen lassen „Du nimmst  auch jeden!“ Auch noch während der Verabschiedung in die Pension.

Ich dachte anfangs, das wären Komplimente, man freue sich, dass wir unsere gesetzlichen Vorgaben inklusiv umsetzen mit dem „Recht auf individuelle Förderung und Bildung“, wie es das Schulgesetz NRW fordert in Paragraph 1.

Liebe Ute, du hast, so wie Klaus auch, als Mitarbeiterin der AWO in unserer Schule diesen inklusiven Ansatz immer unterstützt und gelebt, auch dann in der Koordination des Ganztags an übergeordneter Stelle der für uns zuständigen AWO als Ganztagsträger in Bochum.

Darauf war immer Verlass, wenn wir wieder mal einen ganz schlimmen 6-Jährigen „Du nimmst auch jeden“ vom Schulamt zugewiesenen bekamen. Das gab mir immer Sicherheit und bestimmt ist unsere Freundschaft irgendwie und irgendwo dort entstanden und hält immer noch.

Franziska hat das alles schon als junges Kind eingesogen, war immer mit dabei, auch in den Projekten im Schulgarten und hat das bis heute gelebt, wird es weiterleben. Ich hoffe sehr, dass Köllerholz die Q-Komprimierung nicht praktiziert, heißt die Qualität schulischer Arbeit so lange komprimiert, bis sie nicht mehr sichtbar ist und sie niemand mehr wahrnehmen kann.

Mir wird immer klarer, wir standen und stehen auf der richtigen Seite, exklusiv inklusiv!

Ich glaube, da sind wir uns gänzlich einig, „die Kinder im Blick!“

Am Anfang steht immer die gute Idee!

Die mittel- und langfristige Entwicklung des standortbezogenen Schulprofils verstetigt sich durch die Menschen der Schulgemeinde, die sich einig sind, was „Gute Schule machen“ für alle an der Schule bedeutet und die dauerhaft „Das Kind im Blick“ haben. Jedes einzelne Schulkind. Exklusiv inklusiv.

Manchmal braucht es auch ein wenig Glück und mindestens die zündende Idee, dazu den aktuellen Standortplan, der zusammenfasst, wie die Qualität der schulischen Arbeit an der eigenen Schule aussehen soll.

Diese guten Bedingungen hatten wir schon Mitte der 1990er Jahre. Die praktische Schularbeit geriet in Nordrhein-Westfalen wieder in den Blick, engagierte Lehrkräfte landauf landab forcierten die Schulgelände- und Schulgartenarbeit, die mahnenden Worte des Club of Rome hallten immer noch nach und es wurde modern, sich um, so hieß das damals, den Umweltschutz zu kümmern.

Ein großer Vorteil von Köllerholz war das Glück, dass hier alle an einem Strang zogen und nicht zögerten, das im Standortplan neu ausgewiesene Großprojekt „Naturnaher Schulgarten als Lern- und Erlebnisfeld“ (so hieß das damals und es klingt schon etwas nach Ganztagsschule, ergänzt durch Leben) umzusetzen und praktisch zu realisieren.

Erfunden hatten das einige begeisterte Menschen, die Lust und Laune hatten, im Team zu arbeiten und sinnstiftend Schule zu gestalten. Das waren nicht nur Lehrkräfte, sondern ein multiprofessionelles Team, z.B. Eltern.

Alles wurde im Schulprogramm vorbereitet, entwickelt, geplant und in den Gremien festgeschrieben und beschlossen. Die Stadtverwaltung fand das gut und erteilte die Genehmigung.

Schule mit Programm

Es ging ein Ruck durch Oberdahlhausen. Niemals mehr habe ich eine solche begeisternde Aufbruchstimmung erlebt wie damals. Die Kinder rannten an den beiden Schulgartennachmittagen dienstags und donnerstags nach dem Unterricht nach Hause,  aßen in Windeseile und waren um 14 Uhr wieder an der Schule. Geöffnet war bis 18 Uhr, ganzjährig, wir blieben meistens länger und entwickelten im Herbst und Winter parallel die Theorie in unserem Schulgartenbuch „Mein Mitmachbuch“. Immer mit den Kindern.

Überhaupt die Kinder! Es fiel uns auf, dass bestimmte Kinder im Rahmen dieser zusätzlichen schulischen Angebote bessere Leistungen erzielten als zuvor, fleißig waren, sich anstrengten, Vorbilder wurden. So ließen wir das in die Benotung z.B. des Sachunterrichts einfließen. Jede Klasse hatte wöchentlich mindestens 2 Schulgartenstunden im regulären Stundenplan. Und die Eltern fanden das gut, lernten deren Kinder dort Dinge, die man später in Erweiterung des fachlichen Kompetenzerwerbs Soft Skills nannte. Und die wollte jeder Arbeitgeber haben.

Ein Betrieb braucht Motoren. Ein Schulbetrieb auch. Die hatten wir für unser Großprojekt, das mittlerweile unter „Agenda 21 in der Schule“ lief, im Anschluss dauerhaft bis heute und auch offiziell in Nordrhein-Westfalen und in den anderen Ländern der Bundesrepublik Deutschland als „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE).

Es war dauerhaft das genannte multiprofessionelle Team, das sich um die Jahrtausendwende in der „Köllerholz- Werkstatt“ versammelte, regelmäßig, plante und organisierte und immer Kinder dabei hatte.

Unsere Schule machte richtig Spaß. Sie war im Land sehr anerkannt und wurde Weiterbildungsstandort für praktisches Lernen. Die Studienseminare und Universitäten tagten regelmäßig bei uns und unsere Schulkinder waren die Experten

Dann kam die Offene Ganztagsschule. Wir waren früh am Start. 2004 ging es los. Die AWO war der verantwortliche Träger der Kinder- und Jugendhilfe. Wir erfanden damals schon das Recht auf einen OGS-Platz.

Schnell sprach sich herum, dass die Oberdahlhauser am Köllerholzweg neben ihrem bekannten Schulgarten auch pfiffig den Ganztag organisierten. So war von Beginn an jeder Raum auch Ganztagsraum und das wunderbare Gelände mit seinem Gartenzentrum und dem benachbarten Köllerholzwald füllten sich mit Schulleben. 

Gäste kamen viele, zum Hospitieren und Fachsimpeln und zu Fachtagungen, selbst aus den Niederlanden.

Der Schulleiter der Köllerholzschule, also ich, war zudem für das Land NRW in der Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung tätig, was unserer Schule sehr gut tat.

Orte der koordinierenden Arbeit waren das „Landesinstitut für Schule NRW“ in Soest, das „Institut für Soziale Arbeit“ mit der Landeseinrichtung „Servicagentur Ganztägig Lernen“ in Münster, die „Natur- und UmweltschutzAkademie NRW“ in Recklinghausen, die „Bezirksregierung Arnsberg – Abteilung 4 – Schule, Kultur, Sport“ in Arnsberg und das „Ministerium für Schule NRW“ in Düsseldorf.

Ich bin heute noch begeistert davon, dass ich über sage und schreibe 34 Jahre ohne Unterbrechung dauerhaft neben meiner Schulleitungs- und Lehrertätigkeit für das Land Nordrhein-Westfalen für die genannten Einrichtungen tätig sein durfte. Dafür wurde ich unterrichtlich entlastet und, man höre und staune, weil eigentlich im Land nicht üblich, mit einer generellen Dienstreisegenehmigung ausgestattet. Ein echter Luxus!

Hier wurden Synergien genutzt, wurden landesweite Netzwerke aufgebaut, wurde hochwertige Kommunikation entwickelt und wurden vielfältig heterogene Einrichtungen und Akteure zueinander gebracht. Der Fokus war immer und grundsätzlich „Das Kind im Blick“ und damit die hochwertige Beteiligungskultur der Schüler in demokratischen Prozessen hin zu Schulen mit offener Lernkultur.

Meine Arbeitsschwerpunkte waren nach „Gewaltprävention in der Schule“ schon 1989 immer die Tätigkeitsfelder, die Qualität für Demokratie, Nachhaltigkeit und Ganztagsbildung in unseren Schulen beförderten.

Ötte und Heike

Witzig war, dass ich im erstgenannten Arbeitsfeld (Gewaltprävention) auf meine ehemaligen Lehrkräfte meines ehemaligen „Gymnasium Laurentianum“ in Arnsberg traf, bei denen ich 10 Jahre zuvor (1979) mein Abitur gemacht hatte.

Achtung! Rollenfindung! Mit Jürgen „Ötte“ Kaiser kein Problem. Der Stellvertretende Direktor war mir aus manchem Handballkrimi gegen den TV Arnsberg als SG Ruhrtal-Handballer natürlich bestens bekannt, auch leitete er unsere Schulhandballmannschaft, die aus TV- und SG-Spielern bestand, die an dieser Stelle von Gegnern zu Sportsfreunden wurden.

Im Abitur prüfte er mich in Erdkunde. Vorbenotet mit einer 4, meine ich. Bäume rissen wir woanders aus. Was morgens drankommen sollte, erfuhr ich abends vorher von Freund Christoph „Jimmy“ Hendricks, der das Ding schon hinter sich hatte.

„Die wirtschaftliche Entwicklung der UDSSR nach 1945 mit irgendwas noch hinten dran…“. Auweia, erwischt. Davon hatte ich weniger Ahnung geschweige denn Kenntnis als Mythen von Tüten.

Okay, der Tipp war gut und passte haargenau. Ergebnis: 2. Ötte hatte sicher auch nicht mehr Bock auf Überstunden und wir Oberstufenschüler waren eigentlich auch damit beschäftigt, den Boykott der Abiturfeier vorzubereiten. Ich war Ehrenvorsitzender des Vorbereitungskomitees.

Umgekehrt war es mit Heike Wiegand-Müller. Deutsch. Von 2 auf 4. Aus meiner damaligen Sicht einer völlig unzureichende Benotung, da dauerhaft die Labertaschenfraktion die besseren Noten bekam als ich, als wir. Ich dachte, die Zweien wären ausgegangen oder limitiert oder mit vorheriger Fronarbeit belegt. Von Einsen wage ich hier nicht zu schreiben.

Jetzt aber in Soest, 1989, im Landesinstitut für Schule, ordentlich benehmen. Heike guckt schon wieder wie damals bei den Knallköpfen von der Realschule, die nach meiner damaligen Meinung von der Klapperschlange gebissen zu sein schienen oder in 10 Jahren Schule ein besonders ausgeprägtes Kleinhirn entwickelt haben mussten, weil sie freiwillig, nochmal, freiwillig 3 weitere Jahre in der 11,12 und 13 dran hängten, nur um dann in Berlin Bassist bei Stefan Stoppock zu werden.

Zurück zu … füllten sich mit Schulleben. 

Das alles erfordert auch zukünftig weiterhin gemeinsame Planung und gute Unterrichtskonzepte. Die Kooperation von Schulleitung, Lehrerkollegium, Ganztagsteam und Eltern ist unverzichtbar.

Und hier wird es schwierig. Der bisherige langjährige Schulleiter, ich, ging im Sommer 2025 in den Ruhestand. Ein „Motor“ weniger. Dessen Stellvertreterin wird ein Jahr später folgen.

Ich hatte mit Kollegin Eckert von der Bezirksregierung Arnsberg telefoniert. Sie organisiert die Besetzungen der Schulleitungen, kümmert sich um Pensionierungen, BEM, Wiedereingliederungen usw. Wir kennen uns schon lange und pflegen eine gute Kommunikation.

Eine Schulleiterstelle für Köllerholz sei in absehbarer Zeit nicht in Sicht. Die potenziellen Kandidaten müssen im Vorfeld eine Schulleitungsausbildung zwingend machen, sehr aufwendig, danach eine Prüfung bestehen. die Liste ist leer…

Man hört häufig, es läge auch am Geld, vielleicht. Ja, der Unterschied zu den SEK II-Kollegen ist groß, bedenkt man auch deren Infrastruktur und deren Personalunterstützung.

In meiner Erinnerung war das Geld nicht das Wichtigste, also der besonders hohe Verdienst. Wir und auch ich hatten Riesenlust darauf, Projekte zu machen, gute Schule zu erfinden, durch Leitung Kindern eine sehr gute Zeit zu bieten.

Wir haben das mit Begeisterung und mit anderen durchgezogen. Die Kinder haben uns geliebt und tun das noch immer. Das Überqueren des Schulhofs ohne Kindertraube war fast nie möglich. 100 % Herzblut!

Da haben die Kids ein untrügliches Gespür, wer es gut und ernst und partnerschaftlich mit ihnen meint. Einige überqueren den Platz „ohne Belästigung“ durch Schüler und finden das gut.

Ich war im Vorfeld nicht blauäugig und habe mich Jahre vorher schon um Nachfolge gekümmert. Habe aus meiner Sicht in Frage kommende Lehrer angesprochen, auch an unserer Schule, Fehlanzeige, in der Regel: Zu viel Arbeit! Ist was dran, sehr viel Arbeit.

Schade, hätte ich gerne vorbereitet.

Für meinen Sohn Felix

Ich habe meinem lieben Sohn Felix mal im Sommer 24 irgendwie über Nacht meine Geschichte aufgeschrieben, warum ich Lehrer geworden bin, die Bühne gestreift habe und nicht für alle Zeit betreten und wie ich beides in der Schule kombinieren konnte.

Deshalb hier etwas von vor 2 Jahren, was ich mal nachts aufgeschrieben habe.

Ich habe daran gedacht, dass ich damals Lehrer oder Tischler oder Schauspieler sein würde. Das erste und dritte hat mir wohl mein Vater in die Wiege gelegt.

Hier liegt der Grund, warum ich Lehrer bin. In unserer Schule, in der wir auch wohnten, gab es einen einzigen Klassenraum. Mein Vater, der angesehene Dorfschullehrer im Sauerland, ganz oben auf 800 m, unterrichtete darin gleichzeitig 40 Kinder in 8 Kleinklassen von Klasse 1 bis 8. Er war ein Reformer, Sportförderer und gerecht.

Ich habe alles in mich aufgesogen und meine pädagogischen Wurzeln sind ganz klar dort. Ich bin ihm dankbar dafür, wir haben später Stunden um Stunden über die Reformschule diskutiert… Übrigens, vorne rechts, der im Streifenshirt, der bin ich.

Mit 19 bin ich weg von zu Hause, war 15 Monate Soldat und danach nie wieder, verweigerte nachträglich den Kriegsdienst, überstand das Gerichtsverfahren, so war das damals, um danach der allerglücklichste Mensch der Welt zu sein. Im Stahlhelm wuchsen Blumen. 🌻🌼🌷⚘

Dieser hing in der Küche über dem Küchentisch als Mahnmal. „Nie wieder Krieg!“ Da waren wir uns einig in unserer linken, ja kommunistischen  Wohngemeinschaft im Kreuzviertel in Dortmund.

Wir waren langhaarig, vergnügt und lebensfroh und standen mittags pünktlich auf. 😉

Wir demonstrierten immer und überall, gegen Pershing II und Cruise Missiles und gegen den verhassten NATO-Doppelbeschluss. Ketteten uns an und ließen uns von den Bullen, so hießen die Polizisten, wegtragen. Aber wir kamen immer wieder und eines war klar: Farbe bekennen, Haltung zeigen, durchhalten, politisch sein und das alles immer miteinander. Die Welt kostete nichts, unser Gras bauten wir auf dem Dachboden an…

Spätestens hier wusste ich alles über unsere Welt. Sei ein Mensch!

Das Pädagogikstudium machten wir mit links. Waren nur zu den Prüfungskolloquien in der Uni.

Statt dessen trieben wir tagsüber Sport, Handball, Leichtathletik, Langstreckenlauf und Marathon. Und trainierten mit den Profi-Fußballern von Borussia Dortmund zusammen im Stadion „Rote Erde“, legendär … Daher die Liebe zum BVB! ⚽️💪⚽️👍⚽️

Bei den Studenten traf ich Schlaue, die sich schon damals um die „Dritte Welt“ kümmerten. Heute heißt das richtig „Eine Welt“.

Die Friedensbewegung und die Menschenliebe in der einen (einzigen Welt) ließ uns suchen nach dem richtigen Weg, um laut zu sein und stark und um gehört zu werden. Den Weg fanden wir beim Theater.

Es begann eine der schönsten Zeiten in meinem Leben. Das Theater war das Leben und war für das Leben. Wir probten abends nach dem Leistungssport, brachten Leistung und immer ein Bier mit, oder zwei.

Die Proben waren der Hammer! Wir probten das Leben und für das Leben, oft, oftmals jeden Tag und waren erfüllt davon, eine Botschaft for Peace and Mankind auf die Bühne und deren Bretter zu bringen, die ja die Welt bedeuten sollen.

Wir machten alles selbst. Plot, Texte, Schauspiel, Musik, Ton, Beleuchtung und Regie, Plakate und mehr.

Unser erstes Stück war die „Raketen-Revue“, ein Knaller und echter Erfolg auch beim Publikum. Wir waren politisch, links, hart und anstößig. Nichts anderes ging in dieser Zeit.

Wir wurden besser, spielten mehrere Stücke, wurden professioneller. Gingen auf Tournee, kamen herum, spielten für 5 und für 1000 Menschen und immer für die Menschenrechte.

TV und Hörfunk fanden uns gut. Ich erinnere mich an meine Liveshow im WDR mittags um 1 als Politkoch, der die ein oder andere Suppe versalzte.

Am Abend war die Hütte voll in der Livestation am Dortmunder Hauptbahnhof.

Dann meldete sich Berlin und wir bekamen die Einladung ins Freie Schauspiel für drei Abende nacheinander von Freitag bis Sonntag. Supergut!

In Berlin waren wir in der Zeit oft. Kannten jede Menge Leute, die dort waren, weil man als Berliner nicht zur Bundeswehr musste. Leute von „Ton, Steine, Scherben“ waren da und von Alphaville und Element of Crime. Topleute, nette Typen in einer zweigeteilten Stadt. Die Russen-Tanks standen noch an den Zufahrten nach Berlin. Wir waren meistens in Kreuzberg, Szene-Hotspot!

In Dortmund bekamen wir das Angebot, ein Theater, eine damals bekannte Spielstätte zu übernehmen. Damit begann das innere Ringen, Theater und Kabarett oder Lehrer sein.

Ein hartes Ringen, Hin und Her. Jedwede Entscheidung konnte nur richtig sein oder falsch.

Manches Mal denke ich ja. Wie wäre mein Leben im Theater verlaufen? Wäre es umgekehrt gewesen, wie wäre mein Leben dann in der Schule gewesen?

Heute weiß ich es. Und Theater kann man auch in der Schule machen. Als junger Lehrer spielte ich mit meinen Schülern Stücke rauf und runter. Gut war es für uns.

„Das Ziel ist dies: mich immer dahin zu stellen, wo ich am besten dienen kann, wo meine Art, meine Eigenschaften und Gaben den besten Boden, das größte Wirkungsfeld finden. Es gibt kein anderes Ziel.“

Ein Zitat von Narziß aus „Narziß und Goldmund“ von jenem unersetzbaren Romantiker Hermann Hesse, das ein Lebensspruch für mich geworden ist.

Ausschnitt aus meinem Lebensweg, subjektiv, parteiisch eben. Um die Wege links und rechts hinzuzunehmen bräuchte es ein Buch. Vielleicht schreibe ich etwas mehr auf, hatte ich schon vor. Nur nicht zu spät sein!

Links und rechts davon gab es unglaublich viele lustige Sachen, Geschichten und Storys. Einiges habe ich (wie des öfteren) Felix erzählt. Wir haben uns heute Abend echt kaputt gelacht. Tut immer gut. Außerdem stelle ich fest, dass mein Leben bisher wirklich lustig war. Wir hatten immer viel zu lachen, lustige Typen um uns herum und waren meistens locker drauf.

Die Alte Schule in Altastenberg, in der ich von 1960 bis 1961 wohnte.

Die Volksschule St. Agatha in Altastenberg, in der ich von 1961 bis 1967 lebte.

Alle Schulkinder Abschluss Sommer 1967 aus 8 Klassen. Der unten rechts mit der kurzen Lederhose und den Streifen, der bin ich. Mein Vater war mein Lehrer und Schulleiter. In der Klasse 1 waren wir zu dritt. Das Kurzschuljahr begann am 1. Dezember 1966 und endete im Sommer 1967.

So sieht das heute aus. Gut erhalten! Jetzt die Tourist-Information!

Wenn man mich heute fragt, was ist deine Heimat, antworte ich „Altastenberg“!

Wenn man mich fragt, was ist Castrop-Rauxel für dich, sage ich: „Mein Zuhause!“

Theater, Theater …

Ich erinnere mich an diesen alten Schlager von Katja Ebstein und an die Situation auf der Insel Amrum in Süddorf vor dem einzigen Lebensmittelmarkt, als sie mich mit ihrem Peugeot 607 fast überfuhr. Glück gehabt. Sie meinte, ich hätte da, wo sie herfährt, gar nicht stehen dürfen. Meinungsvielfalt. 1998. Theater …..

Theater spielte ich dann nach dem Studium im Referendariat in meiner Ausbildungsschule in Witten.

Ich hatte das große Glück, in Uli Kraft, dem Konrektor der Bruchschule einen Bruder im Geiste zu treffen. Ich war 25. Er war 35, nach und nach unglücklich verheiratet und hatte ein Liebesverhältnis mit einer Integrationshelferin, die er später heiratete, mit ihr Zwillinge bekam und zum Möhnesee in das Dorf Sichtigvor zog.

Er war ganz und gar Rocker, immer Lederjacke, lange Matte, coole Sprüche und andauernd am Qualmen.

Stepping Out

Er war Fan der Rolling Stones. War vorher an der Hauptschule und hatte dort eine Lehrerband gegründet, die ausschließlich Stones-Titel spielte.

Moment, häh, die Nummer mit Chili im Auge, hatten wir doch schon einmal … Ist aber wirklich Chili, die roten Tortelloni schielen zu mir rüber..

Der Sänger war kein Lehrer. Einen gut Stones singenden Lehrer hatten sie in der Hauptschule nicht finden können.

Der Sänger war ein Schüler, ein bereits volljähriger junger Mann mit erstaunlich kurzen Haaren. Er war wunderschön und ich bewunderte ihn, war ein wenig verliebt.

Die Gruppe hieß Stepping Out. Und Vielhaber durfte auch mal mitrocken. Ich war der Mann am Vibraphon, das verdächtig einem Xylophon ähnelte. Egal, die Stones haben etliche Stücke, nicht immer die bekanntesten, mit diesem Instrument.

Dafür reichte es bei mir und ich spielte einfach mit, es war ein Riesenspaß, auch kleinere Auftritte und Sessions, am meisten aber probten wir.

Ziemlich kurze Hosen

Kraft und Vielhaber passten gut zusammen, haarprächtig, politisch, verhasst bei den Grundschulomis im konservativsten Kollegium, das jemals in der Milchstraße gesichtet wurde. Eine echte Gaudi.

Aber in keinem Fall waren diese vertrockneten Altlasten Hosen-Fans. Fans kurzer Hosen in keinem Fall. Ich hatte mir angewöhnt, beim Fahrrad fahren Sportkleidung zu tragen.

Denn es gab nur eine Richtung, ob Richtung Witten am Morgen oder umgekehrt Richtung Dortmund am Mittag, immer nach vorne! Und nur eine Geschwindigkeit, Full Speed!

Denn ich musste als Lehramtsanwärter morgens um viertel vor 8 natürlich pünktlich in der Bruchschule in Witten aufschlagen. Und dahin ging es bei jedem Wetter mit dem Fahrrad. Meinem roten Fahrrad, meinem Hollandrad, eigenhändig frisiert und lackiert.

16 Kilometer hin, 16 Kilometer zurück. Macht 32 Kilometer sportliche Herausforderung, mitten drin die Strecke über den Campus der TU Dortmund. Heißt aber auch, jeden Tag etwas schneller, so, wie es die Sauerländer Läuferdynastie vorschreibt. Und das ging!

Das ging aber auch schon morgens an die Substanz und führte nachvollziehbar im Minimum zu feuchter Unterkleidung, bisweilen, im Sommer, zum Komplettkleidungswechsel.

Die alte Bruchschule hatte in einem alten Kellerraum eine alte Dusche mit einem noch älteren Duschvorhang aus PVC, wie ich vermutete. Meinen roten 3-Gang-Renner konnte ich auch dort abstellen.

Warum diese alte Dusche dort war, konnte mir niemand sagen. Auch der Hausmeister nicht, den ich hier nach Feierabend vermutete, wenn er den Haaaaaauuuuuuch voooooon Feeeeeeuuuuuuchtigkeit von seiner Stirn nahm nach dem harten Tageswerk, welches er gewöhnlich in seiner Loge, so nannte er den Kabuff, der von außen nicht einzusehen war, erledigte.

Um hier aber ein Nachfeuchten zu verhindern, gab es nur eine Lösung, die kurze Hose als Allzweckwaffe.

Einschub: Wer sich mit der damaligen Mode der 1980er Jahre noch auskennt, der bekommt eventuell Mitleid mit der verschrobenen Pädagoginnen-Gang und deren olfaktorischer Genusswelt in dem dauerhaft nach einer Mischung aus Holzvertäfelung, Kölnisch Wasser und Standardmuff selten gelüfteter Räume brillierendem Lehrerinnenzimmer.

Ich nicht. Ich hatte nur Mitleid mit dem Herrn Rektor, einziger männlicher Pädagoge im Lehrerinnenkollegium. Von Konrektor Uli, auch genannt Konni, einmal abgesehen, da er sich sowieso grundsätzlich nicht in diesem Raum blicken ließ. Deshalb ließ ich, Steffi, mich, um im Jargon zu bleiben, auch nicht in diesem Raum blicken.

Das nahmen die Damen Lehrkörper zunächst als Affront wahr. Als sie mich etwas kennen gelernt hatten, waren sie froh über meine Absenz, über Konni Ulis sowieso.

Nun bat der Lehrerinnenrat, so etwas ähnliches wie ein Betriebsrat, den Herrn Rektor um ein Gespräch, in welchem sie ihm unmissverständlich klarmachten, dass es in der Bruchschule eine Kleiderordnung gäbe, die nicht nur für Lehrkräfte und Schulleitung gelte, sondern auch für Lehramtsanwärter.

Also auch für diesen Vielhaber, der könne auch Rechthaber heißen. Überhaupt die langen Haare! Die wären doch gepflegt, äußerte der Chef. Und überhaupt diese kurzen Hosen! Das stoße im Lehrerinnenzimmer vermehrt auf, man, also sie, müssten zum Teil schon in der ersten Pause zur Klosterfrau greifen, um allein mit Melissengeist den Tag bis zum Mittag zu überstehen. Oder war es Kölnisch Wasser?

Hier griff nun das Prinzip der Solidarität unter Männern, genauer das von Uli und mir. Nachdem wir mächtig abgelästert und uns sehr lustig gemacht hatten über die Gang da oben, eingepfercht in die Holzvertäfelung, ein idealer Ort für Fritz Honka, zog auch der Konni 80er like blank. Ich warf mich weg! Jedes kurze Stück zu klein. Vielleicht zu heiß gewaschen, falsch getrocknet oder gebügelt.

Als wir dann noch, vorher abgesprochen, ein fliegender Sonderpädagoge schloss sich an zum Triumvirat, in kurzen Hosen, das muss man sich mal vorstellen, eine Ungehörigkeit, pfui, und das in unserer katholischen Bekenntnisgrundschule, im Lehrerzimmer erschienen, und zwar morgens um 8, mehrfach, einmal auch Uli mit Zigarette, wurde die Schulaufsichtsbehörde informiert. 

Der Rektor lud uns 3 am nächsten Tag einzeln vor zum Beratungsgespräch. Und überraschte mich, als er formulierte, er hätte persönlich nichts gegen kurze Hosen. Aber im Sinne des Friedens im Kollegium, damit es ruhig bleibt, sie wollen den Damen doch auch nicht zu nahe treten, ich überlegte kurz, nein, um Gottes Willen, ich will hier raus. 

Die nächste Ausbildungsbeurteilung meiner Ausbildungslehrerin im Fach Katholische Religionslehre lautete mangelhaft. In der ersten stand sehr gut.

Moritz schreibt mir: „Haha, sehr gut. Gefällt mir.“ 😂

Ich schreibe ihm zurück:

„Und das beste ist, das war so! Du hättest die Versammlung Wittener Nebelkrähen selbst sehen sollen. Ich hatte damals völlig klar für mich, so etwas kann man Kindern als Grundhaltung nicht antun, eben nicht zu den Kindern zu stehen.“

Echt was drauf

Mit Uli war das sehr gut, er hatte nämlich echt was drauf, was modernen Unterricht anging.

Wochenplanarbeit war damals ganz neu. Gerhard Sennlaub war der Schulamtsdirektor im Ennepe-Ruhr-Kreis, einer der Erfinder. Barbara kennt ihn mit Sicherheit noch, auch von der genialen Rechtschreibkartei, die in der Grundschule Dinschede intensiv genutzt wurde, von mir später auch jahrelang.

Mein erster Unterrichtsbesuch des Hauptseminarleiters Horst Witte, guter Typ, deshalb Außenseiter in der Studienseminarleitung, war dann auch „Wochenplanarbeit“. Er zeigte sich als so was von begeistert, dass er mir eine 1+ verpasste und sagte:“Ich habe genug gesehen. Ich brauche eigentlich nicht wiederkommen.“

Danach pries er mich überall als pädagogisches Naturtalent… Ich hatte eine beschauliche Seminarzeit…

Einen an der Birne

„Der Prediger vor dem Herrn“ mit seinem „Wort zum Sonntag“ war Dauerbrenner der „WünschelROUTE“.

Neulich bekam ich den Bericht „CT Schädel“ mit dem Hinweis einer verkapselten Verkalkung über der Schläfe links. Es dämmerte mir. Vor 30 Jahren räumte ich das Lehrerzimmer der Köllerholzschule auf und stellte eine „Rechtschreibkartei 3. Schuljahr Sennlaub made“ ganz oben auf das Regal, wohl zu knapp, sodass mir das Ding irgendwann, als ich am Boden gebückt etwas sortierte, auf die Birne fiel.

Ich dachte an einen Übergriff, aber es war wahrscheinlich nur der Stempel für gute Karteiarbeit von Gerhard Sennlaub.

Mit der Zeit stellte ich fest, dass Wochenplanarbeit auch ein Pflichtprogramm war, nur zeitliche Varianten waren den Kindern möglich, der Lehrer plante alles.

Ich habe das dann radikal weiterentwickelt und die Idee der Freiarbeit vertreten, aber echte, mit Themenwahl, Methodenwahl usw. durch die Schüler. Beispielsweise die sogenannten Forschungsaufträge waren m.E. ein herausragendes Format. Gute alte Zeiten? Irgendwie damals innovativ.

Welcome best friend oder das leise Plätschern der Badewanne

Uli und ich machten gemeinsame Sache. Wir kombinierten die Termine von Band und Kabarett und traten nacheinander oder hintereinander auf.

In Berlin war Uli natürlich dabei, natürlich mit seiner Integrationshelferin. Natürlich blockierten sie fast rund um die Uhr die Badewanne.

Sodass, ich erinnere mich an diese pfahlweiß schimmernde nackte Person in der Dunkelheit der Wohnung seines Bruders Guido, jetzt Schauspieler in Berlin in einer Schauspielschule, vorher bester Mann der Wünschelroutengänger in Dortmund, ja genau, mein alter Freund Thomas, nur mit Kippe auf dem Zahn bekleidet, die riesige Zimmerpalme zum WC umarrangierte.

Mit einem munteren Riesenbierrülpser drehte er sich zufrieden um, zog den nicht vorhandenen Reißverschluss hoch, war jetzt aber zusätzlich mit einer Bierflasche in der rechten und der Kippe vom Anmarsch in der linken Hand bepackt, kam etwas aus dem Wegekonzept seines plangenauen WC Rückweges, trat mit dem rechten Fuß auf die Unterschenkel von G.M., die es sich am Boden, genau wie ich direkt neben ihr auf der Doppelluftmatratze, damals der letzte Schrei, nach eigener Aussage, mäßig gemütlich gemacht hatte.

Der große weiße Mann wankte, ruderte rechts mit der Berliner Weiße, links mit der selbstverständlich Selbsgedrehten, rief so etwas wie „Uhuhuhohoho“ und, gerade aufgewacht, „Vorsicht!“, verhakte sich mit dem linken 47er an der Doppelmatratze und schlug mit seinen beachtlichen 198 cm der Länge nach in die Besucherritze, die es bis dahin noch nicht gab und schlief auf der Stelle, oder besser in der eigenkörpermodellierten Besucherritze ein.

Welcome best friend und eine gute Nacht! 

Nur das leise Plätschern der Badewanne nebenan war noch zu hören und, noch leiser, aber deutlich die Endlosschleife von „Lady in Red“, für deren werbendes Arrangement mein Freund Uli extra seinen Klassenkassettenrekorder aus der 3a der Katholischen Grundschule „Auf dem Bruch“ an der Ardeystraße in Witten mitgebracht hatte.

Das Theaterspiel, die Reformer und zwei Kater in Dortmund

Das Theaterspiel zog sich von 1985 bis 1987 zwei Jahre durch mein Referendariat. Schule in Witten, Studienseminar in Bochum (Nevelstraße, heutige MCS Grundschule), Wohnung in Dortmund (Kreuzviertel), zur Schule immer mit dem Fahrrad, jeweils 16 km hin- und zurück).

Meine 2. Staatsarbeit verfasste ich über die praktische Theaterarbeit mit Grundschulkindern. Im Nachhinein stelle ich fest, dass der Praxisbezug stets selbstverständlich war. Ich kann mich bis heute nicht daran erinnern, die Schulkinder einmal nicht in die Planungen von Unterricht und Projekten einbezogen zu haben.

„Das Kind im Blick“ war hier schon mein selbstverständlicher Leitgedanke. „Der Sitz im Leben“, um es religionsdidaktisch zu formulieren.

1987 zogen G.M. und ich nach Castrop um. Wir wohnten damals seit 1984 in Dortmund in der Fächerstraße 4, unweit der WG 12 (Liebigstraße 12), in der ich von 1980 bis 1984 wohnte, auf der anderen Seite der S-Bahn Linie 4 Nähe Möllerbrücke.

Die Jungs und Mädels des „Rocktheater Nachtschicht“ wohnten direkt nebenan. Fritz Eckenga, der bis heute bekannte und z.B. im WDR etablierte Frontmann kam immer mit seinem ollen roten Mercedes um die Ecke gebogen. Betont „slowly and cool“.

In der Fächerstraße gab es nur 12 Häuser. Guido Schmitt, unser ambitionierter Schauspieler in Spe und Mitglied unserer „Wünschelroute“ wohnte auf der anderen Straßenseite und nochmal rüber in der „Kleinen Beurhausstraße“.

Hier thronte er in seinem Erker wie Graf Schmitt über der Kreuzung mit der damaligen Straßenbahnlinie 42 (Hombruch – Grevel), die man bequem wochenlang mit einer einzigen Papierfahrkarte befahren konnte, da der Stempelaufdruck sich kinderleicht abradieren ließ. Oder man sprang rechtzeitig aus dem immer quietschenden Vehikel hinaus, wenn die Kontrolleure hereinsprangen. Immer die selben Gesichter mit einem Scheißjob …

Schmitts Markenzeichen: Kühlschrank grundsätzlich mit einer einzigen bereits geöffneten Prinzenrolle und einem einzigen bereits geöffneten Tetrapack Vollmilch-Ultrahocherhitzt „gefüllt“ und gekühlt.

Astreiner Blick auf die Frittenschmiede gegenüber! Die uns magisch anlockte und deren Frittenschmied uns für kurze Zeit ein griechischer Vater war, der uns jedesmal einen superhohen Zwiebelberg auf seine griechischen Köstlichkeiten packte.

In der 2 befand sich die in Dortmund berühmte Bäckerei und Konditorei Lockemann. G.M. und ich versorgten uns dort ständig mit Käsekuchen, dessen wunderbaren Geschmack ich noch heute im Gaumen habe.

Mitten in der Nacht zog der Backduft aus der Backstube durch unseren Garten und ins Haus. Träume inbegriffen und das Gefühl, jung zu sein und das Leben zu lieben und auch schon mal zu sprengen.

Der Garten nebst Wohnung im EG plus Terrasse zum Garten war für damalige Verhältnisse purer Luxus. Dort lebten die beiden Kater, ein roter, dessen Name mir entfallen ist und Luzifer, ein weißer, geistig behindert mit den seltsamsten Marotten.

Die sich dazu gesellenden lauthals schreienden weiteren Konkurrenz-Kater aus der Nachbarschaft waren kaum auszuhalten mit ihren Schauergesängen und, das muss gesagt werden, mit ihrem ziemlich stinkenden Reviermarkierungsspritzgedöns.

Mir fällt gerade ein, dass mein Geruchssinn seit fast 10 Jahren verschwunden ist. Eingesaugt wahrscheinlich in den schwarzesten Bereich meines ausgeprägten Kleinhirns durch Mr. P. himself. Ich habe das Luxusvergnügen, jeden, aber auch jeden schlechten Geruch oder schlimmsten Gestank nicht wahrzunehmen. Das hätte ich mir damals sehr gewünscht. So war es ein Guerillakampf.

Mein Job: Mitten in der Nacht in die Küche schleichen, die Tür zu Terrasse und Garten unhörbar öffnen und dann unüberhörbar derartig laut brüllen und Attacke führen, dass die versammelte Maunzerschaft vor Schreck jedesmal die Treppe herunterpurzelte. Und die Nachbarn aus dem Bett! Yeah! Auftrag G.M. ausgeführt. Alternative: Gezielte Kartoffelwürfe aus dem Schlafzimmerfenster.

Danach arbeitete ich ab 1987 in den beiden Waldorfschulen in Witten und in Bochum-Langendreer. Der Bus ab Castrop dorthin hielt und hält auch heute noch ums Eck an der Beethovenstraße. In unserem Wohnbereich werden die berühmtesten Musiker per Straßenbezeichnung bejubelt. Wir wohnen in der Brucknerstraße 29. Seit mittlerweile 39 Jahren.

Beim Einzug hieß die Anschrift noch Südring 6, verbunden mit etwas Städte- und Straßenbau-Wahnsinn der 60er Jahre und der Idee, eine breite Ausfallstraße nach Bochum anzulegen. Wurde nie realisiert und aus dem mir unbekannten Musiker Süd der eher geläufige Bruckner.

Beide Waldorfschulen hießen und heißen heute noch Rudolf-Steiner-Schule. Schwerpunkte waren der Katholische Religionsunterricht und die Kinder mit Behinderungen. Das war in sich schon Theater genug (Sorry!), stets theatralisch, immer lustig und wirklich unterhaltsam.

Und warum sollte Schule, sollte Unterricht nicht unterhaltsam sein? Die Kinder und Jugendlichen der Klassen 1 bis 10 fanden es gut. Ich auch.

Damals hatte ich natürlich keine Ahnung, dass mein Sohn Felix nach der Grundschulzeit in der Köllerholzschule in Dahlhausen nach Langendreer in die Waldorfschule (Rudolf Steiner-Schule) wechseln würde. Er wurde 1994 geboren und war ab dem Halbjahr 2006/07 (Klasse 4, Klassenlehrerin Frau Liechti) dort. Eine wunderbar glückliche Fügung und ein fester Platz für seine geplagte Seele. Später mehr!

Im Grunde war es ein Geschenk an mich, dass das Land Nordrhein-Westfalen ausgerechnet zurzeit des Endes meines Referendariats einen Einstellungsstopp für Grundschullehrer verfügt hatte, da es von solchen Vögeln nur so wimmelte.

Heute kann man das kaum glauben, ist es doch eher umgekehrt, sodass alle verfügbaren Grundschullehrer in Nullkommanichts eine feste Stelle erhalten, die sie sich tatsächlich aussuchen können. Schöne neue Schulwelt mit verkehrten Vorzeichen.

Mir aber war es vergönnt, mich intensiv der Reformpädagogik widmen zu dürfen, praktisch! Ein Segen für mich! Hatte ich mich doch im Lehramtsstudium in der PH Dortmund im Grunde von 1980 bis 1984 fast ausschließlich, das ging damals noch, mit den Reformpädagogen dieser Schulwelt befasst und begeistert.

Tatsächlich waren Gespräche mit meinem Vater Johannes, Grundschullehrer und Rektor, dafür ausschlaggebend und ein schmales Büchlein, etwas zerschlissen, damit viel genutzt und für gut befunden, erweckte mein besonderes Interesse, wurden doch alle Reformpädagogen vorgestellt.

Ich habe diesen Band, aus den 1950er (!) Jahren, verschlungen! Und mit dem Bleistift beschrieben, soweit mein Vater noch Platz gelassen hatte. So wurde er mein liebstes Taschenbuch. Irgendwem hatte ich es vor vielen Jahren ausgeliehen, aber dann vergessen, wem. Manchmal denke ich, ob es das Büchlein noch gibt? Ob sich noch jemand davon begeistern ließ? Oder ob es in irgendeiner Schreibtischschublade ganz hinten verschollen ist? Ich würde es gerne noch einmal wiedersehen.

Heute gibt es Internet und Wikipedia:

Liste bekannter Reformpädagogen – Wikipedia

In der Rückschau finde ich es interessant und prägend, dass Vater und Sohn sich gemeinsam begeistern konnten, 27 Jahre älter und jünger, und sich da auch treu blieben. Denn „Das Kind im Blick“ ist nichts anderes als das, was die Reformer und deren heutige pädagogische Erben vereint und anspornt. „Das Kind im Blick“ ist Menschenbildung. Und setzt es in den Mittelpunkt aller schulischen Entscheidungen.

Johann Wolfgang Goethes „Pädagogische Provinz“ oder „Der Jubel von Dortmund“

Folgt

Von arbeitslosen Junglehrern und Drugmastern

Der Einstellungsstopp für Grundschullehrer dauerte auch 1988 und 1989 noch an. Die kommunalen Arbeitsämter bemühten sich nach allen Regeln der Umwerbung darum, diese umzuschulen und auf Arbeitsplätze zu vermitteln, die den aufblühenden IT-Arbeitsmarkt unterstützten. Ich erinnere mich an etliche Lehramtsanwärter aus dem Studienseminar in Bochum, die diesen Weg gingen, zum Teil auch mussten, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

„Vorsicht Falle“ hieß nicht nur die gleichnamige Vorabendserie von Eduard Zimmermann im ZDF, ein echter Quotenbringer, denn Kleinkriminalität interessierte Viele. Hier lernte man bombensicher, wie es geht und wie man sich auf geschickte Art und Weise einige D-Mark hinzuverdienen konnte.

„Vorsicht Falle“ warnte mich eine innere Stimme. Manchmal dachte ich, das war Maria Montessori herself.

Höre gerade in den 9.30-Uhr-Nachrichten von Radio Herne (Gibt es wirklich! Topmusik Tag und Nacht!), dass Cannabis sei 2 Jahren, also seit 2024, in Good Old Germany legalisiert ist und dass der Schwarzmarkt nach und nach verschwindet.

Mein lieber Schwan, was war das für ein Theater (Theater?) vor 45 Jahren in der WG12 in Dortmund an Shit, Piece, Dope zu kommen, gemeinhin Haschisch. Den bekloppten Spruch machte jeder mal … Haste Haschisch in den Taschen, haste immer was zu naschen …

Für alle Nichtkiffer: Haschisch wird aus dem Harz der Blütenstände der Cannabis-Pflanze „Cannabis sativa“ hergestellt. Das Harz wird zu Platten gepresst. Dabei werden mitunter auch Streckmittel und Pflanzenteile verwendet. Je nach Herkunft und Zusammensetzung kann Haschisch eine braun-grünliche bis fast schwarze Farbe haben und eine feste bis bröckelige Konsistenz aufweisen. Haschisch wird umgangssprachlich unter anderem auch als Shit oder Piece bezeichnet.

Der Hauptwirkstoff in Haschisch ist Tetrahydrocannabinol (THC). Die THC-Konzentration in Haschisch kann stark schwanken und ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. So hat sich der Wirkstoffgehalt zwischen 2014 und 2024 von 10 Prozent auf 26 Prozent mehr als verdoppelt.

Das wäre 1981 das Masterpiece gewesen. 26 %! Shitmaster!

Nichts blieb übrig. Alles, bis auf den letzten Krümel, letzten Tropfen, das letzte Körnchen und den letzten Hauch wurde herausgepresst, herausgerüttelt, herausgekocht ujnd mit Hilfe der Bratpfanne herausgebraten.

Dann, Stille, Warten, Abwarten, Riesenpupillen, oder auch nicht, eher nicht. Ziemlich mieses Zeug, viel zu viel Streckmittel, viel zu viel Stengelanteile, Shit happens.

WG12-Rat-Beschluss: „Wir stellen unsere Rauchwaren ab sofort selbst her.“ Echt geil!

Geil! Dieses Wort erlebte exakt damals eine zunehmende Popularität in der Jugendsprache und rutscht mir heute immer wieder raus, immer öfters. Bringt das Sachverhaltsfeedback wunderbar auf den Punkt! Steigerungsformel: Echt geil! Voll geil (eher jüngere Menschen).

Dieses gemeinsame neue, nennen wir es „Projekt“, fesselte die WG12-Bewohner von der ersten Minute an, von der ersten Sekunde an nach der Beschlussfassung. Es war schon erstaunlich, mit welchem Enthusiasmus die Jungs ans Werk gingen. Hier konnte jeder endlich einbringen, was er besonders gut drauf hatte, differenziert durchblickte, handwerklich beherrschte.

Selten in meinem Leben habe ich in den fast 5 Jahrzehnten danach wieder einmal eine solche Aufbruchstimmung erlebt. Vielleicht bei der Umsetzung des Schulgartenprojektes hinter der Köllerholzschule ab 1993, ja, stimmt.

Wie es weiter ging? Wie in der WG12 so richtig Dampf auf die Tüte kam? Das kommt jetzt.

Der Vermieter unseres Vertrauens war Dr. Winfried M., Theologe, Gymnasiallehrer und praktizierender katholischer Priester. Ein Mann nach unserem Geschmack!

Allerdings bewohnte er die Wohnung in der 4. Etage seines schmucken Hauses. WG12 das Dachgeschoss darüber. Er hatte ein großes Herz für uns Studenten und andere Nichtsnutze und fing uns im Treppenhaus hier und da ab, um uns gutgemeinte Ratschläge zu geben, die wir selbstverständlich im Brustton der Überzeugung annahmen.

Man kann sagen, wir hatten ein unbeschwertes Verhältnis. Harmonisch wäre zuviel des Guten. Und hätte der Herr Doktor gewusst oder auch nur geahnt, was sich da oben über seinem Kopf so alles abspielte, dann wäre es sicherlich ein für alle Mal aus gewesen mit irgendwelcher Harmonie.

Deshalb luden wir uns auch gerne immer mal wieder zu Kaffee und Kuchen bei ihm ein, um das gute Verhältnis zu erhalten und um frei schalten und walten zu können, besonders, wenn er nicht da war.

In der Regel wohnten 4 bis 8 Leute in der WG12. Offiziell 4. Wir beherbergten gerne angehende Sozialarbeiter, die in der Anna-Zilken-Schule zurechtgebogen wurden und fast alle aus Ostfriesland kamen.

Handwerker auf der Durchreise kamen grundsätzlich aus Ostwestfalen. So wie Ulrich Hüttte, genannt Hütten Uli, der mir allerhand beibrachte rund um die Hölzer dieser Welt. Mit ihm und meiner Idee, antike Möbel aufzuarbeiten, ging es los mit dem Werkstattbetrieb, den wir auf dem noch über der WG gelegenen Dachboden etablierten.

Dort war es im Winter zu kalt und im Sommer zu heiß. Egal, wir waren produktiv und undefinierbare Stäube und Ausdünstungen zogen ihre Bahnen. Erst ganz oben unterm Dach, dann darunter in unserer Dachwohnung und von dort durchs enge Treppenhaus in das eigentliche vor des Doktors Türe.

Der schnüffelte auch immer wieder dort herum, gerne auch, wenn er uns kommen hörte. Zog laut schnarrend die Luft oder was sich Luft nannte, durch die behaarten Nasennüstern, dass es eine Freude war, das Flatttern seiner Nasenflügel dabei genauer ins Visier zu nehmen und dabei nicht in Gelächter auszubrechen.

„Hmmh, hmmh, riechen Sie das auch? Hmmh, hmmh? Irgend etwas stimmt hier nicht!“

Dauer-WG12-er Martin legte nach: „Hmmh, hmmh! Stimmt! Äh, stimmt hier nicht. Jetzt rieche ich es auch!“

„Hmmh, ja, hmmh, was kann das sein?“, schnarrte der Doktor.

„Stroh in Säcken!“

„Was? Insekten? Kleine Krabbeltiere?“, schüttelte sich Dr. M. mit Schauern.

„Nein, keine Insekten, Stroh in Säcken! Die waren eben noch oben und liegen jetzt unten in meinem Ford.“

„In Ihrem Ford? Und was sollen die da?“

„Raus. Fort. Und Platz machen für die Fahrt am Wochenende in die „Republik freies Wendland“ in der Nähe von Gorleben, wo die Bundesrepublik in einem Salzstock ein Endlager für radioaktiven Abfall einrichten will.“

Dr. W.M. stutzte kurz und war dann zugänglich: „Ja, da haben Sie recht. Da muss man was machen. Wie kann ich helfen?“

Der erzkonservative Priester redete sich zwar nicht um Kopf und Kragen. Aber die drei Strohballen, jeweils in einer großen Tüte mit Aufschrift „Genossenschaft Olper Land“, die in unserer WG den Weg versperrten, sehr entgegenkommend in seinen priesterfarbenen Golf 1.

„Nein, ja, äh, da muss man doch was machen. Das ist doch selbstverständlich.“

In Nullkommanix hatte Martin die schweren Ballen im weißen Golf versenkt. Zwei auf der Rückbank, hochkant nebeneinander, sodass durch den Rückspiegel gesehen der Eindruck einer Bauerndeele entstand. Einen auf dem Beifahrersitz, auch hochkant, etwas wackelig und deshalb angeschnallt, damit dem guten Stroh auch nichts zu Leide geschah.

„Und fahren Sie bitte vorsichtig, Herr Dr. M.!“

Dr. M. versprach das natürlich hoch und heilig und wir vier aus der WG12 düsten am Wochenende mit dem Ford Taunus los nach Niedersachsen ins noch „Freie Wendland“. Auf dem Dach unseres goldbraun lackierten WG-Wagens prankten in Riesenschrift drei Buchstaben: AKW.

Und etwas kleiner darunter: NEE. Für Polizeihubschrauber und ähnliches, damit die schon mal wissen, was da auf sie zurollt und aufs „Freie Wendland“, wenn die gefürchtete WG12 aus Dortmund aufläuft.

Demonstrieren war uns eine Leidenschaft! Überall, wo was los war, waren wir im Prinzip auch. Anketten war ein Riesenspaß. Für uns, nicht für die Bullen.

Es herrschte „Kalter Krieg“ zwischen NATO und Warschauer Pakt. Unweit von Dortmund nahe Unna und nahe Menden standen die Raketenabschussanlagen. Logisch, mussten wir blockieren, damit nichts schiefgeht, wenn der Russe zu Weihnachten bei uns aufläuft und die Bundeswehr im Heimaturlaub das Christkind hochleben lässt.

Die Dauerrundfahrt unserer Insekten, äh, in Säcken, wie war das nochmal, unserer drei Strohballen in Säcken endete nach ca. 6 Monaten. Den Golf 1 haben wir ordentlich sauber gemacht. „Das versteht sich doch von selbst“, prosteten wir Dr. M. im Rahmen unserer nächsten Einladung bei Ihm zu. Kaffee und Kuchen beim Vermieter, einfach lecker!

Letztendlich hauchten die drei ihr Leben als Pilzanzuchtunterlage nach und nach aus. In Olpe im Sauerland, an den Fischteichen von Martins Vater, der dort Forellen züchtete und die Pilze als kleines Zubrot verkaufte. Dazu gleich mehr.

Hinter der ersten WG12-eigenen Holzwerkstatt auf dem Dachboden entstand eine zweite. Unsere Mopedwerkstatt mit allem Zickzackzyliis und allem drum und dran, geplant und errichtet von Dietmar, Dauer-WG12-er der ersten Stunde und Dauerschrauber, dass es eine Freude war.

Dieser war mit Martin ein paar Tage in Österreich gewesen in dubioser Mission. Im Gepäck eine geklaute, äh, für Studienzwecke ausgeborgte alte Puch, man wollte ja schließlich Ingenieur werden, die über die Grenze musste.

Die beiden schraubten sich ein Wolsrudel. Voller Hingabe, mit Ehrgeiz und dem Willen, das Ding, diese Puch muss laufen und wird laufen. Und zwar Szypko shipko! Der feierliche Moment nahte.

Auf dem Bock stand die Puch. Glänzend. Als Rumpf. Erinnerte an ein Moped. Schalldämpfer? Wofür? Unnötig.

Die ersten Zündungsversuche. Weitere. Leises Fluchen. Nochmal antreten. Nochmal antreten!

Dann der Knall der ersten gelungenen Fehlzündung. Ohrenbetäubend. Qualm überall. Husten Husten Husten. Der Qualm ziog zügig nach unten in die WG12-Etage und von dort noch zügiger ins ehrwürdige Treppenhaus unterhalb der Tür durch den viel zu großen Spalt. Irgendwie Physik. Eine Superveranstaltung, Applaus der Beteiligten!

Nichts ahnend hatte Dr. M. an diesem Mittag sein Treppenhaus früher als sonst betreten. Im zweiten Stockwerk rummste es von oben, ohrenbetäubend. Der Doktor erschütterte, schauderte, blieb aber einsatzfähig von Gottes Gnade und hastete die Treppenstufen hinauf.

Unter der Tür zur WG12 hinauf rauchte es herunter. Blau. Mit Weiß. Roch nach Benzin oder so etwas. Die Blitzartigkeit des folgenden Frontalangriffes auf die Werkstattanlagen der Jungs hatte ihm niemand zugetraut.

Die Speerspitze traf ein. Wie Lehrer Lempel und Meister Böck in Personalunion fiel er über die verblüfften Martin und Dietmar her, schüttelte den einen, rüttelte den anderen und schrie uns durch Mark und Bein: „Polizei! Feuerwehr! Illegal! Alle raus! Alles muss raus! Das ist ja lebensgefährlich! Ich brenne ab! Illegal! Eine nicht genehmigte Werkstatt! Alles weg! Feuerwehr! Polizei! Ich kann nicht mehr!“

Erschöpft sank er etwas dahin, leicht zog es ihn nach unten. Häh, Wolfgang?

Wir gaben ihm Halt und Wasser, das beste, was er je zum Benetzen der trockenen Lippen genossen hatte, Kranenburger Natur, mit dem gewissen Extra!

Dann pflegten wir ihn einige Tage gesund, an Leib und Seele, waren wieder gut miteinander und boten ihm das Moped an, die Puch, aus Österreich, ohne Papiere, was er dankend ablehnte.

Der Kaffee war schwarz, stark und heiß. Wir erinnerten uns an die drei verschiedenen Strohballen, die Insekten in Säcken und ließen es uns gut gehen bei unserem Vermieter, dem besten des Kreuzviertels. Dieser war längst zur Arbeit gegangen.

Taunus und Pizza

Gerne trafen wir uns in der Pizzeria Taormina an der Ecke Liebigstraße/Neuer Graben. Wenn es warm war, natürlich draußen. Nach Pizza duftete es immer ganz oben bei uns, denn die Restaurantküche lag in Richtung unseres Hinterhauses. Die Düfte zogen uns dauerhaft verlockend in die Studierendennasen und dann nach unten.

Irgendwie musste es immer lustig zugehen. Ging es auch. Blödsinn erzählten wir den ganzen Tag, kringelten uns im Abo über alles in der Welt.

Mit dem Ford Taunus trieben wir unsere Späße. Der musste unbedingt in Sichtweite zur Taormina-Außengastronomie stehen. Auf ein leises Kommando sprangen wir dann zu dritt oder viert auf, rannten rüber zum Taunus, sprangen auf Motorhaube, Dach und Heck herum, riefen dazu dummes Zeug, liefen zurück, setzten uns an unsere Plätze und taten so, als ob nichts gewesen wäre. Die Gesichter! Der Leute! Immer wieder schön!

Zur Arbeit gingen wir alle, irgendwie, denn leben konnte man nicht nur von Luft und Liebe, obwohl wir es immer wieder versuchten. Wir waren im besten Alter dafür.

Ich hatte das für mich zunächst so geregelt, dass ich eine Art „Arbeiten und Lernen“ kombinierte. Zwei Jahresviertel im Frühling (ab 15. April) und im Herbst (ab 15. Oktober) Studium an der PH. Zwei Jahresviertel dazwischen Maloche bei „Alphalind Westfälische Zellstoff AG“ in Oeventrop. Schichtarbeit im Wechsel. Möglichst viele Stunden. Möglichst viel Nachtschicht. Möglichst viel Kohle.

Und die hatte ich reichlich, bei aller Bescheidenheit. Wenn ich das mit heute vergleiche, ging es mir finanziell nie besser als damals. Meinen Eltern wollte ich von Anfang an nicht auf der Tasche sitzen mit ihren 4 oder 5 Kindern.

Zur „Urbesetzung“ der WG12 gehörten Harald aus Detmold, Dietmar aus Paderborn, Anne aus Dortmund und ich aus, damals, Arnsberg. Harald war ein unglaublich angenehmer WG-Mensch, der Sozialarbeit bei Anna-Zilken lernte, dann aber auch schnell fertig war und uns leider verließ.

Martin aus Olpe trat an, studierte auch bei Anna-Zilken am Ostwall.

Mein erstes kleines Zimmer kostete 80 DM im Monat, warm. War aber brüllendheiß im Sommer und eiskalt im Winter. Und eigentlich nur im Frühling und im Herbst bewohnbar. Größe: 6 qm. Egal, ich hatte meine erste eigene Bude in Dortmund in einer WG im Kreuzviertel, da wollte jeder hin.

Darin: 1 Bett (oder eher 1 Matratze), 1 Wandbrett in der Ecke unterhalb des Minidachbodenfensters zum Klappen als Schreibtisch (Achtung Studium nicht vergessen!), 1 (mein) uraltes Röhrenradio, das nie kaputt ging, 1 Stereoanlage, fertig!

Alle Kleiderschränke standen im Flur, was diesen erheblich schmaler machte.

Ziemlich schnell hing von außen an meiner Tür ein Schild „Dröhnland“. Wer hier genaueres erfahren möchte, kann die Gründe heute noch in meiner Schallplattensammlung entdecken.

Dietmar war der Schildermaler. Er zeichnete brilliante Karikaturen. Udo Lindenberg war drauf.

Irgendwann konnte ich ein größeres Zimmer ergattern am anderen Ende der Wohnung. Das hieß genauso wie das kleine, Dröhnland!

Wie in der WG12 so richtig Dampf auf die Tüte kam?

Wir setzten die Zustimmung unseres verehrten Herrn Doktor zum Betrieb zweier Werkstätten oberhalb der WG auf dem Dachboden als gegeben voraus. Denn auch er hatte damit nur Vorteile, wenn es Tischlerei und KFZ-Werkstatt dort gab mit sehr sehr kurzen Wegen. Und ohne Anfahrt!

Nach genauerer Inspizierung der vorhandenen Restnutzfläche waren die Biologen am Start. Oder die Gärtner? Es gab den Plan, mit „Cannabis sativa“ zweigleisig zu fahren.

Erstens Indoor: Aufbau einer Anzuchtstation mit spezieller Beleuchtung am Tag und in der Nacht für schnellere Erträge hier vor Ort.

Zweitens Freiland: Aufbau einer Anzuchtstation in geheimer Mission an den Fischteichen von Martins Vater nahe Olpe.

Gesagt, getan! Mit Elan! Und mit etwas Erfahrung lief es an, das Motivationsprojekt!

Die Indoorvariante erwies sich als in Maßen gangbar. Nur über die ansteigenden Stromrechnungen wunderte sich Dr. M.. Von wegen LED. Gab es noch nicht.

Wir kleckerten nicht und installierten Quecksilberdampflampen, mit denen man auch einen Sportplatz hätte beleuchten können. Scheinbar aber taugte das Farbspektrum des Lichts nicht unbedingt zur Pflanzenzucht.

Auch entstand heftige Wärme. Wahrscheinlich bestens geeignet für den Winter zum Heizen der WG, die wieder einmal so kalt war, dass wir uns darum stritten, wer als erster seine Füße im auf 50 Grad vorgeheizten Backofen aufwärmen durfte.

Die Energiebilanz der WG12: Katastrophe! Interessierte keinen.

Wir dachten um und widmeten uns der Außenstation in Olpe. Vorwand für Martins Vater: Zelten im Sauerland an der frischen Luft, mal durchatmen (!), Lagerfeuerromantik, Körperertüchtigung beim Holzhacken. Genehmigt!

Auf ging´s im Taunus über die A45 ins Sauerland. Alles lief gut, wir erholten uns tatsächlich und waren gespannt, was Sonne und im Sauerland reichlich vorhandener Regen für Salvia tun konnten.

Zeitsprung. Die Erntezeit war gekommen, die Jungs gespannt. Nur wo waren die erwarteten saftig grünen Pflanzen? Ratlosigkeit. Martins Vater kam vorbei und berichtete, er habe Heu gemacht für seine Kaninchen. Er hatte doch wohl nicht? Doch, hatte er …

Als Ausgleich fischten wir ihm dank Martins Erlaubnis den Fischteich leer und feierten in der WG12 in Dortmund eine Riesenparty mit Forelle satt. So etwas hatte hier auch noch keiner gesehen.

Martin stand mit 4 Pfannen am Herd, lange Haare, Vollbart, Jeans, oben nix und barfuß und zeigte sich als Meister der Forellenbraterei.

Auf Kommando flogen die Fische im hohen Bogen durch die Luft und landeten direkt auf den Tellern der Partygäste. Eine Art modernes Schlaraffenland. Riesenstimmung!

Die Braterei sollte das I-Tüpfelchen der Einweihungsparty sein. Wir hatten einige Wochen lang unser trautes Heim komplett renoviert, sozusagen eine Schönheitskur durchgeführt.

Natürlich hatte sich Dr. M. nicht kleinlich gezeigt. Er wusste, was er an seinen Handwerkern hatte. Zur Tischlerei und zur KFZ-Reparatur kam jetzt zusätzlich das Maler- und Lackiererhandwerk. Ein Gefühl der Autarkie! Großartig!

Zur Feier der Neueinweihung nach Renovierung waren viele Gäste geladen. Es zeigte sich, zu viele! Ganze Scharen drängten sich in die Enge der Wohnung. Leute, die wir zum Teil gar nicht kannten. Irgendwie stapelten sich alle übereinander und gegeneinander. Ein florierendes Flaschenhin- und her-system beförderte die Getränke aus der Badewanne an ihr Ziel.

Dröhnland dröhnte! Besuch! Die Bullen! Beschwerde aus der Nachbarschaft wegen Ruhestörung! Okay!

Dröhnland dröhnte! 2. Besuch! Die Bullen! 2. Beschwerde aus der Nachbarschaft wegen Ruhestörung! Nicht mehr okay! Androhung: Beim nächsten Mal Konfiszierung der Dröhnlandanlage.

Dröhnland dröhnte! 3. Besuch! Die Bullen! 3. Beschwerde aus der Nachbarschaft wegen Ruhestörung! Überhaupt nicht mehr okay! Konfiszierung der Dröhnlandanlage. Pfeifkonzert und Buhrufe der Gäste.

Natürlich hatten wir mindestens 3 weitere Stereoanlagen und alle funktionierten prächtig laut.

Ich mache es kurz: Das Konfiszieren von Stereoanlagen in den Berichten der Polizisten in der Wache Dortmund-Mitte nahm in dieser Nacht stark zu. Das Gepfeife und Gejohle der Gäste auch. Leiser als „Smoke on the Water“ von Deep Purple war das nicht. Aber irgendwie unterhaltsam.

Die WG mussten wir danach noch einmal renovieren. Durch die Gästestapelei waren die weiß gestrichenen Wände bis in 1 Meter Höhe von den Schuhen nun wieder schwarz.

Hinzu kam, dass Gästen nichts entgeht. Die Entdeckung unserer Vorräte an Krimsekt, damals ein Hit, wegen der Dekadenz, sorgte für viel Freude, als die roten Fontänen die Zimmerdecken färbten.

Fazit: Eine tolle Party! Unbedingt wiederholen!

Von arbeitslosen Jugendlichen und Synergien

Damals, ab 1988, habe ich unsere Einrichtung in Castrop (Arbeitslosenzentrum der Georgspfadfinder) an der Widumer Straße 19, jetziges „Marcel-Callo-Haus“ (Kinder- und Jugendfreizeitstätte), geleitet.

Dort hatten wir für die Ausbildung der arbeitslosen Jugendlichen mit dem Arbeitsamt ABM-Maßnahmen und das Programm für arbeitslose Jugendliche „Arbeiten und Lernen“ am Start mit 8 Arbeitsstunden täglich. Handwerker und Lehrer bildeten gemeinsam aus. G.M. war auch dabei.

Es gab die ganz kurzen Wege. Das Arbeitsamt Castrop war direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite. Unsere Teilnehmer hatten deswegen einen riesen Respekt, beobachtet zu werden. Das legte sich schnell, denn dort lag niemand auf der Lauer.

Das war noch vor meinem Eintritt als Lehrer in den Landesschuldienst ab 89. Hier war ich hauptamtlich für die Leitung verantwortlich. Eine tolle Zeit mit tollen Leuten, die heute noch Freunde sind.

Der erste Kontakt als „Neu-Castroper“ war wundersam. G.M. und ich besuchten den Sonntagsgottesdienst in der Katholischen St. Lambertus Kirche in der Innenstadt. Dort sollte der Pfarrer Norbert Keller tolle Predigten mit Sozialsprengstoff halten.

Das erinnerte uns an das Kreuzviertel in Dortmund und an die Katholische Kreuzkirche dort, in der Pfarrer Drepper genau das auch tat. Wir waren gespannt.

Und Norbert Keller predigte wie angekündigt mit Herzblut zu der Frage, wie man Arbeitslose unterstützen könne. Soweit die Theorie.

Dann mein Praxistest. Zuhause angekommen, griff ich zum Telefonhörer, wählte Kellers Nummer, erreichte ihn, berichtete, dass ich soeben in seiner Kirche war und seine ambitionierte Predigt gehört hatte.

Das gefiel ihm. Ich fasste mir ein Herz und bei ihm nach: „Wie können Sie mir denn konkret helfen? Ich suche einen neuen Arbeitsplatz, kann dies und jenes, …“

Sofort entgegnete er: „Rufen Sie doch morgen mal Meinolf Kopshoff an! Der hat bestimmt etwas!“

Hatte er. Wir trafen uns direkt und zupften mein Engagement für die Arbeit eines Sozialpädagogen fest.

Damit begann eine sehr lange Geschichte und Freundschaft zwischen Meinolf und mir, für die ich Gott danke. Diese erzähle ich an anderer Stelle. Pfarrer Keller taufte später Felix in St. Lambertus.

Ich bin immer noch Vorsitzender des „Trägerwerk der Georgspfadfinder e.V.“ in Castrop. Wir haben ein nagelneues Jugendzentrum erbaut, eines der größten und sicherlich modernsten in unserer Stadt.

Dafür haben wir 30 Jahre geplant, gespart, geflucht und letztlich den Plan umgesetzt. Wunderbar. Felix macht da auch etliches, z.B. die Webseite.

Unser Handwerksmeister Tischler E. spielte in der Folge insofern eine wichtige Rolle, weil er uns dann in der St. Barbara-Grundschule in Bochum, da war ich ab 1989, sehr unterstützte. Auch so ein Idealist mit Herz und Seele, der dann an Krebs erkrankte und sehr schnell starb. Wir haben ihn nie vergessen.

Klaus unterstützte uns bei der Betreuung der Spätaussiedler aus Polen.

Hier kommen wir wieder zum Theaterspielen. Ich wollte das an der St. Barbara-Schule unbedingt über den Klassenunterricht hinaus anbieten. Das gelang mit der Hilfe von Klaus ganz wunderbar. Ob er sich daran erinnert? 

Er stellte einen für damalige Verhältnisse nicht geringen Geldbetrag zur Verfügung, um einen Raum mit einer Bühne auszustatten. Das war der etwas größere Raum im EG vor Kopf.

Unser Handwerksmeister Erhard produzierte diese dann in unserer Werkstatt in Castrop mit den Jugendlichen und baute das Ding in der St. Barbara-Schule auf. In der Folge produzierten und präsentierten wir dann ein tolles Stück. 

Ich bin Klaus noch heute dankbar dafür. Er war jemand, der wusste, was Synergieeffekte bedeuten und wie Vernetzungen funktionieren. Immer zum Wohle der Kinder und Familien! Immer „Das Kind im Blick“!

Es entstand etwas sehr Wertvolles, Herzenssachen!

Der kleine Kopf mit den kurzen Haaren links Mitte am Wasser, das ist Franziska beim Bau der Kräuterspirale in den Sommerferien 1994 als 3-Jährige. Ihr Herz schlug schon immer für unsere Schule, bereits als Kleinkind hatte ich sie im Tragesack. Und das Beste war das Bullifahren mit dem Pfadfinder-Bus hier in Castrop-Rauxel, den ich als Vorsitzender immer am Start hatte. Die Mädchen aus meiner 1993 startenden 1, zum Beispiel Sinah Kessler, Ernst, damals Koke, betreuten sie. Es war wunderbar, ruhig, sonnig ,klasse.

Kinder aus Hofstede, hier mit Karnickel Schlappi im Zeltnlager mitten in Castrop-Rauxel auf unserem Pfadfindergelände.

Damals betrieben wir das Arbeitslosenzentrum der Georgspfadfinder mit ABM Maßnahmen für arbeitslose junge Erwachsene.

Diese hießen „Arbeiten und Lernen“, hatten 8 Arbeitsstunden täglich, Handwerker und Lehrer bildeten gemeinsam aus.

Das war noch vor meinem Eintritt als Lehrer in den Landesschuldienst ab 89. Hier war ich hauptamtlich für die Leitung verantwortlich. Eine tolle Zeit mit tollen Leuten, die heute noch Freunde sind.

7 Wochen Texte, Texte, Texte ….

Ich habe in den 7 Wochen viel aufgeschrieben und in der Regel mit meiner Familie und meinen und G.M.s Geschwistern geteilt.

Besonders zwischen 22 und 24 fuhr war reger Funkverkehr. Übrig gegen Mitternacht blieb mit mir immer G.M.s Schwester Moni, woraus sich interessante Unterhaltungen ergaben.

In den letzten 3 Wochen veränderte sich sehr viel und ich glaube, du kannst dann zumindest ein wenig meine Wandlung vom Zaudern zum Begeistern nachvollziehen, wenn du hier mal reinschnupperst.

Es geht auch lustig zu mit den Nachtschwestern, unseren heimlichen Stars und ist wunderbar, wenn unsere Seniorinnen dabei sind. Denn die eigentliche Therapie begann meistens abends in der Runde der Menschen. 

Zumindest habe ich den Duft wahrnehmen wollen, aber leider hat Park In Son meinen Geruchssinn entführt, vielleicht nach Nordkorea?

Probieren konnte ich nicht, da es aufgrund räumlicher Unmöglichkeit nicht möglich war, da ich mir hier abends ordentlich den Magen fülle. Aber lieben Dank. Die Pizza hat sicherlich die richtigen Abnehmer gefunden, bestimmt F & F. 

Zu der anderen Sache: Das Wesen der Lungenleiden, in diesem Fall Exazerbation der Bronchieektasenerkrankung plus Exazerbation der COPD inkl. Lungenemphysem ist möglichst lange zu überleben und den Stand zu erhalten. Dazu muss der alte Schleim unbedingt  raus, weil sonst alles verklebt. Bei einem Gesunden wird das automatisch und unproblematisch nach oben und heraus transportiert, kaum merklich. 

Das alte Zeug bei mir verdickt und verklebt und das System ist so geschädigt, dass der Transport nicht mehr gelingt. Das gibt mir einen Impuls ohne Vorankündigung und ich muss mit maximaler Power nachhelfen. War auch heute mehrmals und ist jedesmal anstrengend wie ein 10.000-Meterlauf. Aber anders geht es nicht, absaugen auch nicht, eine Bronchoskopie ja, aber nicht oft und mit Gefahren verbunden. Hilft aber auch nicht im Alltag.

So kommt es immer wieder, auch mitten in schönen Zeiten zu diesen fiesen Ausbrüchen, wie gerade genau jetzt. 

Insgesamt repariert sich das nicht und es gilt, den Jetztstand möglichst lange zu erhalten,  was wohl nicht in completti geht.

Hier bin ich trotzdem guter Dinge und versuche, die Lungensachen von Parkinson zu unterscheiden, was natürlich nicht hundertprozentig geht.

Aber ich bin zufrieden mit der Entwicklung am Wochenende, habe das mit den Ärztinnen heute besprochen und erhalte die möglichst gute Laune. Parkinson und Co machen mit schlechter Laune nämlich noch weniger Spaß…😂.

Die Perspektive, das Gedöns lebenslänglich am Hals zu haben, bedenke ich nicht oft. Nur ab und zu. Hier und da auch mal mit einer Träne.

Dir lieben Dank für deine Unterstützung, die ich zu schätzen weiß 

Ganz liebe Grüße von Stephan

Männer sind auch nur Menschen

Ich habe beschlossen, ausschließlich mit guter Laune weiterzumachen. Und immer schön fröhlich bleiben!

Go for Gold, be happy, take it easy!

Fahre gleich mit meinem maßgefertigten Rollo Marke Maibach nochmal über die Station. Hier hexen die PS-Freaks!

Aber im Ernst, im Raum der Stille tobt der Karnevalsmob unserer Station Komplementärmedizin. Feiern, auch wenn wir eiern, das können die Mädels und Opis, beziehe mich ausdrücklich ein. 

Das indische Geheimnis ewiger Jugend steckt in diesen selbstgebrauten Drinks 3 mal täglich by Doktor T.L. (Vorsicht, sehr scharf, auch schon zum Frühstück!). Ein erstklassiger Arzt, der bei mir die Marma Punktmassage macht, eine Art Akkuppressur, die mir sehr gut tut und den Schleim abräumen soll.

Ich war so im Schwung, weil die Luft gut war, dass ich alle Vorbereitungen für die Nacht vergessen habe, Tabletten usw.

Deshalb musste ich das nacharbeiten. Haben noch bis 1 Uhr zusammengesessen. Ich bin dann um 2 ins Bett….

Männer sind auch nur Menschen. 

Aber die Laune war Spitze, was entscheidend ist.

Die Hallus und die Pillen der Wahl

Ein fettes Thema sind die wahnsinnigen Halluzinationen. Mal sehen, wie und ob wir das noch angehen. Habe ich mit den Ärzten heute besprochen, die eine Psychose unbedingt vermeiden wollen. Bisher konnte ich mich nicht durchringen, die Pillen der Wahl herunterzuschlucken.

Ich hätte mir vorher nicht vorstellen können, wie leistungsstark unser Gehirn ist, das mir neben allerhand Träumen auch am Tag eine Realität in Schönheit, Schärfe und Ausdruckskraft zur Verfügung stellt, die gar nicht da ist. Oder etwa doch?

Ich bin beeindruckt, wenig begeistert  und ziehe mal den Hut vor soviel Kreativität…

Jeder 10. Dopaschlucker soll das haben. Hier bin ich der einzige. 😉

Liebe Monika, es ist doch immer wieder schön und spannend, von dir eine Antwort zu bekommen. Du hast Recht, wenn die Beine und der Rest nur einigermaßen stark sein werden, wird Humor, mein eigener und der anderer, mich ein ganzes Stück tragen. 

Die Philosophen unter den Parkis hier meinen, es gäbe weitaus Schlimmeres. Da ich mich jetzt mal zu diesen zähle, meine ich ja, das stimmt. 

Relativ draufzuschauen ist ein weiterer Anker. Ich denke an Menschen, die überhaupt kaum noch Zeit haben, sich zu verabschieden. 

Ja, es ist ein Segen für mich, dass ich in dieser Klinik unterstützt werde, die im Land mittlerweile sehr bekannt und begehrt ist. Gut, dass mich die Chefin hier hineingeschoben hat. Gut, dass ihr das so wichtig war und dass ich ihr wichtig war und bin.

Gut, dass wir uns vor Jahren so um die Kinder kümmerten, die uns wichtig waren. Das verbindet, hält zusammen, welch ein Glück. 

Bin eigentlich jetzt hier im Moment recht froh wieder im Zimmer, höre schöne Musik und entwickele ein Gefühl, das ich von früher kenne. Es ist gut zu sein und sich zu spüren und drei Tränen zu weinen.

Und weiter geht’s mit Radio EN!

Von Seuchenvögeln, Mitteln und Wegen und Nachtschwestern

Es gibt ja Mittel und Wege, Gebote zu umgehen. Am wirksamsten ist die Kollaboration mit dem Pflegepersonal. Nach und nach füllte sich die Runde. Einer rief irgendwas wie „Tod den Seuchenvögeln“, ich glaube ich, die Kartenbastelei ging los, die älteren Herrschaften schwelgten, aber wirklich, oh, äh, schööööön, oh wie zauberhaft, nein, diese Farben, und das Gelb der Sonnenblume, oh, dazu das Blau, nein wie schön Franziska das fotografiert hat, ah, oh, sie kann das aber auch gut…

Ich finde es sehr erstaunlich, dass die älteren Frauen Menschen in die Runde einbeziehen, die erstmal gar nicht da sind, die aber da sind, weil ich z.B. da bin und ich Ihnen zurzeit wichtig bin und sie mir und damit große Empathie fast greifbar ist. Sehr sehr spannend, angenehm, das genieße ich für diese Zeit sehr.

Es ist familiär. Felix war ja auch noch an Bord, schlecht zurecht, nicht fahrtüchtig, sodass Franziska ihn später abholte. Da interessiert man sich ja und fragt, was denn mit ihm los sei. Schon waren wir in einem guten Gespräch und siehe da, ähnliche Erfahrungen wurden eingebracht, sehr interessant! Komme gerade zurück ins Zimmer und höre jetzt Radio Ennepe-Ruhr. Hier ist es ruhig, klein und angenehm und ich fahre die Energiequellen langsam runter.

Die Nachtschwester hat mich erschreckt, in meinem Zimmer gefroren, angeblich sei es kalt, ich habe 19 Grad auf dem Thermometer nachgewiesen, aber es wäre der kälteste Raum der Station, seit ich da sei, stimmt auch.

Sie schwärmte fast vom Stationsteam, fühle sich hier sehr wohl, auch im Vergleich mit anderen  Stationen. Die Ärzte seien sehr offen, kooperativ.und unterstützen die Mitarbeiter.

In der letzten Nacht war es noch witziger. Ich hatte mächtige Lüftung angelegt, die selbst mir fast zu viel war, weil der Wind immer im Kreis herumwehte und dann wieder aus dem Fenster heraus. Es war ein Lärm! Die Jalousien klapperten schlimm, der alte Schrank ächzte, der Tisch bedauerte seine Altersschwäche und ich sein Geknarze.

Der Winddruck zog unter der Tür in den Flur und presste die Tür in die Leibung. Die Nachtschwester musste alles geben, was sie hatte, und sie hat sehr viel, um sich Zugang zu mir zu verschaffen. Ich habe echt Spaß gehabt.

Seit 3 Nächten spielen die Nachtschwester und ich ein witziges Spiel. Sie bekommt den Punkt, wenn sie mich schlafend erwischt. Ich bekomme den Punkt, wenn ich sie schon wach erwarte.

Logo, dazu gibt es immer den Gratiswitz von mir, den sie immer klasse findet. Gestern hat die Nachtschwester haushoch gewonnen. Sie hat mich mehrfach schlafend vorgefunden. Ich vermute, sie ist öfter vorbeigekommen als sonst. Und ich weiß jetzt, dass ich tatsächlich auch mal schlafe. Danke Schwester!

Bei ihren letzten beiden Siegerpunkten habe ich freundlicherweise etwas nachgeholfen und mich tot gestellt, na ja, schlafend. Welch generöse Geste meinerseits morgens um 4.55 und 6.05. Ich habe es der Nachtschwester nicht verraten, aber unter der Bettdecke gelächelt.

Krimis:

Die Nachtschwester und der tote Patient

Mord im Pflegeheim – Das Vermächtnis der Nachtschwester

Nachts schlafen die Nachtschwestern nicht

Bisher sind 3 Titelvorschläge für die neue Krimiserie eingetroffen.

Alter Schwede

Moin, ein Patient, Schwede, der auch hier ist, jetzt in München wohnt und bei der Lufthansa arbeitet hat das Ding gemacht Netter Typ. KI lässt grüßen.

Hatte das Abschlussgespräch mit Frau DR. T.. Sie ist außerordentlich zufrieden, ich auch. Wir haben sehr viel geschafft, vielmehr als gedacht. Ich hoffe, das nachhaltig zuhause hinzubekommen.

So ist der erste längere Abschnitt über 50 Tage morgen zu Ende und ich werde nach Hause abgeholt. Im März geht es dann ambulant hier für mich weiter. Ein nächster Aufenthalt hier wird auch stationär kommen, ebenso in der Lungenklinik in C. Ich bin sehr froh.

Das Gespräch war geprägt von großer gegenseitiger Wertschätzung, so wie immer.

Es ist ihr eine Selbstverständlichkeit und Freude, mit mir ambulant und bei Bedarf stationär weiterzuarbeiten. Das ist wichtig für mich, weil die Struktur erhalten werden kann und ich mit einem Menschen arbeiten darf, der hochkompetent ist und Menschenfreund zugleich. Diesen ganzheitlichen Ansatz haben wir nochmal besprochen. Wir hatten uns Zeit genommen, ca 1 Stunde.

Sie interessierte sich natürlich brennend für meine Meinung, die ich ihr ausführlich sagte. Da war sie bestens gestimmt.

Ich bin froh, wieder zuhause zu sein. Das Eingewöhnen und Umstellen ist nicht einfach. Aber das ist kein Wunder nach den Wochen live im deutschen Gesundheitssystem. 

Der letzte Abend in der Klinik war etwas anders als sonst, da an dem Mittwoch schon einige abreisten, die in unserer Runde immer dabei waren. Dafür erschienen schon viele neue Patienten mit fragenden Gesichtern. Alternativ spielte heute der BVB.

Da noch intensiv zu kommunizieren hatten wir eher weniger Lust, ich auch nicht. So trafen sich die „Alten“ mal hier, mal da, was auch lustig war.

Weniger lustig war, dass ich mitten in der Nacht aufwachte und völlig weggetreten war. Ich wusste nicht, wo ich bin und was Sache ist, es machte mir aber massiv etwas aus, auch körperlich spürbar, irrte ziemlich durch die Bude und versuchte ab 4 irgendwie in die Realität zu kommen, … dauerte…, hatte schon mehrfach diese komische Situation. 

Der Morgen gestern war natürlich speziell, Abreise. Ich war sehr nervös, bekam den Koffer aber zu. Franziska holte mich um 9 ab.

Der Abschied war tränenreich. Besonders Irmi aus Herdecke, die ehemalige Schülerin von Vielhabers Hannes, war schon fast verzweifelt. Wir haben sie alle lange gedrückt. Fast alle waren sehr unruhig, ob es Zuhause und mit der Krankheit überhaupt klappen würde. Da ließ Parkinson richtige Unsicherheit da, aber auch das Versprechen, wir sehen uns im nächsten Jahr hier wieder.

Die Sonne tat dann gestern zuhause gut. Am Abend fehlte mir „mein kleines Zimmer“ sehr und ich merkte, wie sehr ich mich dort innerlich eingerichtet hatte. Zumindest nahm ich den selben Radiosender in Betrieb.

Klar war, dass aus meinem Inneren heraus etwas kommen würde. Ab 21 Uhr wurde ich eiskalt, wie schon Tage zuvor auch, Nebenwirkung neues Medikament. Hie fehlte mir nur der Raum zum Herumlaufen. In der Klinik bin ich dann über die Flure gesaust.

Ich hatte geahnt, dass die beleidigten Thoraxbewohner auf ihre große Chance warteten, die sie dann nutzten und Vollgas gaben. Die Nacht war von daher schlimm, aber mir nicht unbekannt und zu handeln. Nur war ich müde wie ein Mühlstein, doch mit Schlaf war nicht viel los.

Dafür darf man dann aber besonders früh aufstehen, denn der Körper drängt in die Senkrechte. Kafffffeeeee!

Heute morgen direkt mit loveley G.M.zu Doc Danny, Hausärztin, die sich viel Zeit nahm, gut!

Ja, und jetzt hier an der Tastatur. 

Liebe Grüße

Gestern Abend schrieb ich jemandem vom Glücklichsein:

Ich muss dir sagen, ich bin heute so glücklich, der glücklichste Mensch der Welt. Ich weine hier Tränen mit mir über das Wunder, wieder etwas Energie zu fühlen, einen kleinen Weg zu gehen und den Boden zu spüren, auf dem ich stehe. Heute durfte ich das erste Mal wieder nach Hause. Nach 7 Wochen in 4 Kliniken. Die Komplementärmedizin hatte den Schlüssel. Die Station 7 wurde mir ein Zuhause, das ich nur mühsam heute erstmals verlassen durfte und damit die großartigen Menschen dort.

Was gibt es Schöneres, als ein gemütliches Zimmer mit diesem wunderbar gestalteten Empfangskommitee!

Und jetzt, ganz langsaaaaam😊

Grüße Speedy

Mein kleiner Horrorladen

Das neueste Mitglied meines körperbetonenden Portfolios, das „Weiße-Finger-Syndrom“, auch „Leichen-Finger-Krankheit“ genannt, anfallsartig auftretend. Da hat es die Nachtschwester leicht, den winkenden Patienten unter der Bettdecke zu finden. 

Das Motto heißt, bewusstlos durch den Vormittag, zitternd zum Kaffee und abends winken bis die Schwester kracht. Da machen alle mit! Da sind wir dabei …🤣

Das tritt in kürzester Zeit, sieht man, ein und verliert dann  das Gefühl. Wird eiskalt, auch größere Teile des Körpers. Fand ich gestern extrem kalt und sehr unangenehm. Irgendwann wird es wieder wärmer, normal und dunklerfarbig, seltsam.

Felix ist unser Vereinsengel, Tombolaman und Verloser. Immer auf der Spur des Herrn!

Ein Nichtlockerlasser, bis wir alle im Verein zustimmen. Und da gibt es kniepige Brüder. Finde ich gut von ihm.

Ich bin gespannt auf die Kochbücher. Die zumindest angebahnten ayurvedischen Essgewohnheiten sind bei mir hervorragend angekommen. Haben wir in ähnlicher Weise jetzt auch hier. Das Brot mit Gee und dazu das warme Gemüse gaben mir vorhin ein wohliges Gefühl. Ich wollte schon abhauen nach Hattingen und konnte nur mit Mühe zurückgehalten werden…

Im Ernst, es war schön und könnte ein wenig die innere Verbindung halten, die stark ist. Ich beschäftige mich weiterhin viel gedanklich damit.

Noch nicht gelungen ist mir meine notwendige Rhythmisierung meiner Abläufe, speziell morgens, die ganz wichtig sind, besonders für Parkis, mal sehen. Es wird im Inneren zuviel an mir herumgezerrt, speziell die Hallus, schlimm.

Nenne ich jetzt „Mein kleiner Horrorladen“. Die Show heute morgen in der Dämmerung war professionell, hätte gerne verzichtet.

Es gibt noch spannende Themen, allerdings habe ich jetzt einen Knoten im Hirn. Antwort kommt aber bestimmt morgen. Telefonieren ist sinnvoll, da wir zu Wochenbeginn (zu) viele Termine haben. Für morgen habe ich den heimlichen Plan, wenn es bei mir geht, beim Wackerfußball aufzulaufen.

Guten Morgen Moni, mit sonnigen Grüßen an den verehrten Herrn Gemahl Dieter, manchmal wähnt man sich in einer Welt, in der das Wünschen noch hilft. Wer mir da auch immer in der vergangenen Nacht zur Seite stand, „Mein kleiner Horrorladen“ war geschlossen und blieb geschlossen, nachdem er mir gestern früh noch den abgetrennten Kopf meiner Tochter präsentierte. 

Es könnte die heute schon zeitig sehr helle Sonne gewesen sein. Diese kitzelt früh, Gardinen gibt es nicht. Der 🌝 hatte freundlich alles gut vorbereitet.

Humor ist, wenn das Immunsystem kracht, aber so was von!

Apropos, war heute beim Professor, wie du schon weißt.
Topergebnis im Vergleich! Er war wieder oben auf und freute sich, dass ich mich freute.
Trotzdem Bronchoskopie bei mir am 20. Die Entzündungen sind ja noch reichlich da. Also nicht mit einem Gesunden vergleichbar.

Für Felix und mich habe ich gleich ein Doppelzimmer gebucht mit 2 Übernachtungen und Vollpension. Seine Spezialbronchoskopie läuft auf der Flat. Wird ihm bestimmt gefallen 😗
Soweit so gut!

Habe neue Erkenntnisse zum Gesamtkomplex „Innerer Zirkel“. Hänge ich an. Kommt noch mehr. Hatte ich noch schnell im Wartezimmer geschrieben, dann zu viele Rolatoren usw., schnell raus! Irgendwer hat doch heute irgendein Jubiläum?
Liebe Grüße von Stephan

Und ewig grüßt die Bronchextase

Wieder einmal knarzen die Kunstledersitze. Ich hänge locker in einem dieser schwarzen Ungetüme herum und schreibe euch in diesem Moment live am 2. April 2026 um 13.43 MESZ aus dem wundersam dekorierten Wartezimmer des „Großen Ewig“.

Meine Ergebnisse sind prima, trotz weiter vorhandener Entzündungen. Yeah! Goodie, goodie! Damit kann ich bestimmt gut weiterleben.

Zum Geburtstag gratulieren mir hier alle.

Der Professor wollte natürlich wissen, warum ich den Treff mit ihm und seinen Handlangern aus der Unterwelt THORAX ausgerechnet an meinem 66. Geburtstag wahrnehme.

Worauf ich antwortete: „Das ist doch klar, Herr Professor, erst erziele ich bei Ihnen ein erstklassiges Ergebnis. Dann laufen ich zuhause zum Geburtstagskaffee ein und gebe mit eben diesem erstklassigen Ergebnis so richtig, aber so richtig an!“

„Das können Sie auch, müssen Sie auch, unbedingt“, entgegnete mir der Professor, der mit einem Mal so jung aussah, so klein, so büblich.

Frohe Ostern!

Immer am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond!
Also frühestens am 22. März und spätestens am 25. April.
Darüber freute ich mich in diesem Frühling 2026 besonders.
Es war der 2. April.
Besonders voll um 4.12 Uhr.
Habe ich mir natürlich angesehen.
Begleitet vom Gezwitscher von Radio Herne, denn unserer Hausamsel war es noch zu früh.
Die Herkunft des Wortes ist in der Deutung sehr vielfältig und schwierig.
Mir gefällt der Duden mit austrõ > ausro, altgermanisch Morgenröte am besten.

Birne

Die Hohenzeiten der Originalbirne haben wir ja besonders Mitte der 1980er zur Genüge ertragen müssen, aber auch kabarettistisch aufs Korn nehmen dürfen, ja auch müssen.

Die Birne war eine der Köpfe mit Charakter, wenn es uns auch nervte. Legendär der Eierwurf in den blühenden Landschaften.

Legendär auch Th. Schmitt im Liveinterview und im Zuschauerkreuzverhör auf Potts Bühnen mit der ebenfalls legendären Wünschelroute, sogar in Oeventrop im Jugendheim, wie berichtet mit Uli Krafts „Stepping Out“ und mit mir am Vibraphon.

Monhemer und Saumagen, Parteispenden bis heute nicht offen gelegt, klingt ganz schwer nach Innerem Zirkel und Ewigs Thoraxbande. Oder gar nach der damals parallel operierenden Nutellabande. Kohl, die Birne, Feindbild aller Linken, Kommunisten usw. und unseres auch.

Wie wir ihn liebten, weil wir ihn hassten. Der Inbegriff des Kapitalismus, erweitert um Strauß und Wehner und und wie sie alle noch hießen kurz nach dem Krieg.

Es ist doch wunderbar, dass es nun Zoppo Trump gibt, diesen aus der deutschen Provinz abstammenden Vollidioten. Immer was los, immer die falschen Entscheidungen, immer dämlich und bekloppt mit ausgeprägter fliehender Stirn weil Erbgut aus dem Neandertal… häh, höre mal besser auf.

Charmant in blau und neongelb

Ich bin völlig fertig. Sonntagmorgen. 8 Uhr. Schweißgebadet. Keuchend. Ich hätte es nicht gedacht. Dass es einmal so weit kommt. Ja kommen musste? Ich weiß es nicht. Bin hin- und hergerissen. Dabei sehr überanstrengt. Nach und nach gelingt es mir, ausreichend O2 in meine desolaten Lungenflügel zu saugen. Beachte: Bremse einschalten beim entspannten vollständigen Ausatmen des CO2! Gelernt ist gelernt! Ist mir aber jetzt völlig egal. Meine Sorgen sind komplexer.

Ich bekomme ein realistisches Bild meiner Anforderungen und Defizite. Wer führt da so gekonnt Regie? Ganz kurzer Anflug feuchter Augen. Nein, eines Auges. Meines wundervollen schönen geliebten rechten Parkinsonauges. Oder ist es das linke? Es sieht mich im Spiegel an. Seitenverkehrt. Ich prüfe nochmal nach.

Spieglein Spieglein an der Wand, wer hat das schönste Parkinsonauge im Land? Stephan Stephan, ihr habt das schönste im Land. Aber hinter dem Verbergen, bei den …

Es ist das rechte! Es ist das Auge, das alles verrät, alles offenbart. Wie es mich ansieht. Stechend. Spöttisch. Sieh genau hin! Ganz genau! Und du weißt, was dir noch beschieden wird.

Da war der eine Moment, Jahre her, da sah es mich an. Spieglein. Ich wusste in diesem Moment, dass ich Parkinson habe. Viel eher als die klinische Diagnose. Ich sah Franz im Spiegel. Oder war ich das? Franz war mein Schwiegervater, Jahrgang 1913. Wurde 86. Dabei sammelte er im Laufe seines Vergehens, seines immer weniger Könnens, seines Dahinsiechens, Entmenschlichtwerdens verschiedene Krankheiten ein, darunter Parkinson, nicht so wichtig, kaum Tremor, mehr Rumor.

Ich sehe sein Gesicht im Spiegel. Oder bin ich das? Ich bin das. Das bin ich!

Jetzt schlägt er wieder zu, der Meister des Verdrängens, des Wegsteckens. Dieses Auge? Dieses Gesicht? Diese Fratze, diese Entstellung will ich nicht. Will ich nicht haben. Brauche ich nicht. Habe ich nicht. Weggesteckt.

Doch jeden Morgen in der Frühe. Sieht es mich an. Das rechte. Spieglein. Grinst. Ssppööttiisscchh. Du entkommst mir nicht! Lauf nicht weg! Ich habe dich bereits! Ich besitze dich! Du armer Schlucker!

Jeden Morgen. 365 mal im Jahr. Spieglein.

Beim Abbiegen mit dem Auto setze ich den Blinker. Die beiden kleinen Finger jeder Hand bewegen sich dabei nach oben. Machen nicht mit. Bandscheibe, Nervenzucken. Willkommen im Club. Im Club der Verdränger, der kurzzeitig Wissenden, der alles andere für wichtiger Haltenden. Du weißt es doch. Spieglein.

Spieglein. Franz. Oma Franziska. Noch so eine kranke Frau. Stirbt mit 68. Hatte Parkinson. Zitterte sich lustig durch ihr Leben. Dachten wir Kinder, wir Enkelkinder und lachten immer mal wieder über Oma Franziska, die wieder am Sonntag vor dem Mittagessen die Tischdecke aufrollte. Und wieder. Und wieder. Oma, jetzt ist es aber genug.

Und jetzt vom Wohnzimmer ins Esszimmer. Sonntagsbratenduft. Eine fehlt. Ach ja, Oma Franziska. Kinder, könnt ihr bitte die Oma hochziehen aus dem Sofa! Vorsicht! Vorsichtig rüberbegleiten! Stephan, Thomas, macht ihr das! Na klar, machen wir, immer sonntags. Gentlemen!

Und die Oma zittert sich durch ihr Restleben, durch diesen Sonntag und morgen durch den Montag und übermorgen. Und so weiter und so weiter und immer weiter. Bis die Tage gezählt sind. Ihre Tage, die nur ihr gehören, ihre Parkinsontage, ihr täglicher Besitz, ihr ein und alles, ihr täglicher Tremor und oben drauf und in ihr ihr ganz persönlicher Rumor, versteckt, versteift, Privatbesitz.

Als die Oma tot war, sagte Opa Wilhelm: „Jetzt hat sie es geschafft, ich habe sie gesehen, ganz da oben, als sie in den Himmel flog“. Ich habe es ihm geglaubt. Es war stockfinstere Nacht. Ich sah die Oma, ganz oben, wie sie in den Himmel flog.

Heute ist mir klar, dass Oma Franziska, meine Großmutter, die Mutter meiner Mutter Elisabeth, gestorben 1972 mit 68 Jahren gelitten hat. Und ich glaube, kaum jemand wusste das. Oder verdrängte das. Meine Mutter? Wird in diesem Jahr 92. Parkinsonfrei.

Meine Oma hat gelitten, hat sich totgeschüttelt. Schüttellähmung hieß diese wunderbar faszinierende Krankheit in den damaligen Zeiten. Schüttellähmung? Ich sehe nichts gelähmtes Bin 10. Die Oma ist doch immer in Bewegung. Schüttelt mir und dir und jedem, der es mag, die Hand die Hand die Hand. Wer hat noch nicht? Noch nicht guten Tag gewünscht? Wer will nochmal? Schüttel, was du hast!

Dabei hat sie immer gelächelt. So sanft. So kühl die Hand. So blass das Gesicht.

Sie mochte uns Kinder. Und wir mochten sie. Sie war einfach nur da. Immer da. Antwortete nicht auf Fragen. Sah uns fragend an. War blass. Und die Hand kühl.

Sie bewahrte ihre Haltung. Trotz allem. Bis zuletzt.

Hallöi 1 – Oder: Ich bin völlig fertig. Sonntagmorgen. 8 Uhr. Schweißgebadet. Keuchend.

Gestern ging ich kurz beim weißen Koi vorbei, der mir wie immer seinen guten Tag gebot. War froh über die kurze Gehpause bei ihm. Stehenzubleiben. Bei einem, der immer in Bewegung ist, still, unten, gleitet mit einem winzigen Flossenschlag. Dahin. Beeindruckend. Völlig unangestrengt. Mein Gegenteil. Ich bin sehr angestrengt. Bekomme den entspannten Rhythmus zurzeit nicht hin. Zuviel los. Zuviel Axnforderungen. Zu wenig King of Parkinson. Auf Lunge. Stephan.

In der Ferne sehe ich 6 Beine. Vermute ich. Sechsbeiner gibt es nicht. Doch, Myriaden. Insekten.

Bei diesen Insekten handelt es sich um einen vierbeinigen Hund, das kann ich beim Herankommen erkennen, schwarz befellt, angebunden. Und um einen nullbeinigen vierfachbereiften Rollstuhl, PS frei, von einem zweiarmigen Fahrer angetrieben.

Ziemlich kurviger Fahrstil, von links nach rechts und umgekehrt zurück und wieder. Und der Hund, ziemlich kurviger Laufstil, von links nach rechts und umgekehrt zurück und wieder.

Ich überlege. Gleich kommt die Weggabelung unter den großen Hainbuchen. Das Gespann wird nicht den Mut aufbringen, sich links zu halten. Viel zu steil. Richtung Schweriner Berg, Bergehalde.

Die Bergehalde Schwerin ist die Abraumhalde der ehemaligen Zeche Graf Schwerin, die 1967 stillgelegt wurde. Sie ist mit 147 Metern über dem Meeresspiegel der höchste Punkt Castrop-Rauxels. Kunstwerke machen sie zu einer Landmarke. Und die Aussicht über das Ruhrgebiet zu einem Erlebnis.

Also nach rechts. Eher leicht abschüssig. Für die Insekten wie geschaffen. Und tatsächlich, rechts ab!

Ziemlich kurviger Fahrstil, von links nach rechts und umgekehrt zurück und wieder. Und der Hund, ziemlich kurviger Laufstil, von links nach rechts und umgekehrt zurück und wieder.

„Wer gibt denn hier das Tempo vor? Der Kleine oder der Große?“, höre ich mich beim Überholvorgang über links sagen, vorher drei Gänge tiefer geschaltet, um mit Drehmoment zu beeindrucken.

Drehmoment hat der zweibeinige Rollerfahrer, zu mir rüber sehend, eine Einladung zum Gespräch?

Jetzt höre ich mich fragen: „Der sieht aber lustig aus!“ „Meinst du mich?“, entgegnet der Rollese. „Nein, der Hund. Wie heißt er denn und wie alt ist er?“ Ich gebe zu, dass ich beide Antworten auf diese kaum einmal gestellten Fragen auf der Stelle vergaß.

Jetzt fragte ich den Rollesen: „Warum läufst du nicht?“ Er: „ Ich habe Multiple Sklerose, eine unheilbare Nervenkrankheit.“ Das ließ ich mir auf der Zunge zergehen, lief wie Butter in meine Nervenenden und direkt in den schwarzen Bereich meines ausgeprägten Kleinhirns.

„Ich habe Parkinson.“ „Das endet dann bei uns beiden in etwa gleich.“

Dann verwünschte ich ihm irgendwie den Tag, faselte etwas von Trainingstempo und dachte, bei dem Höllentempo meinerseits glaubt er das sowieso nicht.

„Ich bin ab morgen im St. Josef!“, rief er mir noch zu und ich zurück: „Ich im Augusta!“

Ich lief direkt „Hallöi“ in die Arme, Zweibeiner, eine Art Mensch, zugewandert aus Ostdeutschland. Immer dabei, immer an der Leine, Luke, der ehemals ostdeutsche und mit weißem Lockenfell bedeckte Vierbeiner, eine Art Hund.

„Hallöi“ rief mir zu „Hallöi!“ Und: „Heute nicht zu zweit?“ Sohn Felix war gemeint, sonst immer im Doppelpack dabei, vierbeinig.

„Bin im Training!“, rief ich, „muss weiter!“

Ich bin völlig fertig. Sonntagmorgen. 8 Uhr. Schweißgebadet. Keuchend. Ich hätte es nicht gedacht. Dass es einmal so weit kommt. Ja kommen musste?

Bei den Bewertungen auf der Bestellseite von „Otto“ las ich 4,5- Sterne-gekrönt an die 500 Mal „Supergut“ oder „Ganz toll“ oder „Wahnsinnsqualität“. Jedes mal aber auch die Abschlussbemerkung „Wenn nur das Anziehen nicht wäre, aber das kennt man ja.“

Ich jetzt auch. Ich hatte die Sportstützstrümpfe, die ich auf Empfehlung von Doc Danny bestellt hatte, unterschätzt. Charmant in blau und neongelb. Ich bin völlig fertig.

20. bis 22. April 2026: 3 Tage in der Klinik in C. , Pneumologie und Infektiologie, Tag 1-2

Ihr Lieben allerseits,

Felix und ich hoffen, dass ihr alle maximaltopfitt seid! Wir berichten kurz zu uns.

Bei Felix konnte das Vorhaben direkt als Tageserstes im Grunde komplett umgesetzt werden. Heißt, es war der hiesigen leitenden Oberärztin Frau Dr. Z., eine sehr kompetente, eloquente und kommunikative Medizinerin mit mehreren med. Fachabschlüssen, u.a. Inneres, Lungen + digitale Schwerpunkte, möglich, die geplante Bronchoskopie mit Biopsie zu realisieren.

Dazu musste der in den Aufnahmen vorher, CT, Röntgen, schattierende Bereich per invasiver Technik durch Nase, Luftröhre, Bronchien und deren Verästelungen in eine nur mm kleine Stelle gebracht werden. Dort wurden Ultraschalluntersuchungen des UFOs (Unbekanntes Felix Objekt) gemacht und Gewebeproben sowie Flüssigkeiten mithilfe eines minimalinvasiven Katheters bei Röntgenunterstützung entnommen.

Diese werden beschleunigt untersucht und die Ergebnisse, was da eigentlich gewachsen ist, Felix zeitnah mitgeteilt.

Je nach Befund gibt es dann Therapien:

zeitlich festgelegte Beobachtung der Entwicklung / medikamentöse Behandlung / Entfernung des benignen oder malignen nicht dort zu tolerierendes Gewebes von außen durch die Rippenbögen.

Sollte der letztgenannte Fall eintreten, würde unmittelbar ein Ganzkörperscanverfahren angeschlossen.

Sämtliche weitere Untersuchungen von Blut, Lymphen usw. zum Auffinden spezieller Marker und Schleim zur Auffindung von Bakterien, Viren oder Pilzen sind bereits in Arbeit.

Wir sind besonders froh, dass diese zu lange Wartezeit nun endlich vorüber ist, zumindest bis hierhin, weitere läuft ja bereits.

Aber die Angst vor der heutigen Untersuchung ist jetzt weg und die Erleichterung war groß bei Felix, dessen erste Tat ein gesprochener Witz war. Ganz der P….

Danach war er ziemlich kaputt und allerhand Nebenwirkungen traten auf. Jetzt ist Felix müde und ein klein wenig entspannter.

FETTE GRÜßE!

Frau Doktor führte auch die Bronchoskopie und Biopsie am Mittag bei mir durch. Sie war sehr erstaunt darüber, dass diese länger dauerte als die von Felix. Das weist schon die Richtung auf, um die es dann ging.

Frau Dr. musste „Material“ in erheblichem Maße entfernen und herausbringen. Dazu kamen die Spülungen und Lavagen .

Die bronchoalveoläre Lavage (BAL) ist ein diagnostisches Verfahren im Rahmen einer Bronchoskopie, bei dem sterile Kochsalzlösung in tiefere Lungenabschnitte (Alveolen) gespült und wieder abgesaugt wird. Sie dient der Gewinnung von zellulärem Material zur Analyse (Zytologie, Mikrobiologie). Typische Indikationen sind Infektionen, Entzündungen, interstitielle Lungenerkrankungen oder Tumordiagnostik.

Besonders auffällig war wieder, wie beim vorigen Mal im Januar, das besonders harte, kompakte extrem zähe und sehr klebrige Gewebematerial, das sich kaum entfernen ließ.

Der mittlere Lungenflügel rechts ist so verbacken, dass er etwas still liegt.

Hinzu kommt ein altbekanntes Leiden, das diese Dinge verstärkt. Aufgrund der N-Höhlenentzündung im HNO-Bereich, auch akut zurzeit, werden die Bakterien aufgesattelt.

Dies merkte ich bereits seit einiger Zeit. Vor 5 Wochen war ich zur jährlichen Kontrolluntersuchung in der HNO-Klinik bei Prof. Dr. E., der ja bereits vor 5 Jahren in einer fast fünfstündigen OP sämtliche Nasenhöhlen von den Polypen befreite.

Eine seiner Lieblingsoperationen seit jeher von 6.30 bis 11.30 Uhr! Coronatage, ich hatte meine Ruhe und fast alle Nachtschwestern für mich alleine, die Älteren unter uns erinnern sich bestimmt…

Aber ich schweife ab. Prof. E. sagt, supergut, alles muss ablaufen und das seit damals perfekt mit topfreier Nase, die sich schon etliche seiner Medizinstudenten ansahen…

Andere Klinik: Der Professor sagt, superschlecht, nichts darf reinlaufen, das ist Ihr Grundübel Herr Vielhaber! Das weiß ich wie er schon lange. Kompromiss, eher nicht.

Komme zum Ende. Möglicherweise liegt immer noch ein Befall mit Pseudomonas-Keimen vor, brrrr…

Es kommen aber wie bei Felix alle weiteren Ursachen in mögliche Frage. Deshalb wird bereits auch bei mir alles gecheckt.

Viele Grüße, aller Voraussicht nach sind wir morgen ab Mittag erstmal zuhause und dann sozusagen auf Abruf.

Bleibt locker! Unser Abendtipp, Glotze aus und weiter geht’s mit Radio Herne 91,2! Unverwechselbar mit den Hits im richtigen Mix!

Und lecker Schnittchen, die hier seit genau 16.58 Uhr auf dem Tisch stehen und sich so vor sich hin biegen.

Abendtipp des Sohnes: Seht euch die Sterne an am hohen Himmel! Es lebe das Bronchoskop!

Selan und Yuriy, Alter Egos

20. bis 22. April 2026: 3 Tage in der Klinik in C. , Pneumologie und Infektiologie, Tag 3

Wir sind seit dem frühen Nachmittag des 22. April wieder zuhause. Felix hat es dann auch geschafft und die Zeit des Wartens davor hinter sich gebracht. Er wurde ja sehr gut, auch heute am Tag danach, bestens durch Lt. Oberärztin und Stationsärztin und die Schwesternschar begleitet und sicherlich auch durch mich.

Aber auch umgekehrt war er mir ein guter Begleiter. Das haben wir beide gut gemeistert. Felix war ja sehr erstaunt, dass es gar nicht so schlimm für ihn war, wie er vorher befürchtet hatte und erzählte nach dem Aufwachen genau das als erstes.

Die Leitende Oberärztin Frau Dr. Yagmur hatte mit ihm vorher vereinbart, die Stärke des Schlafmittels (Propofol) nur ganz vorsichtig zu erhöhen, damit er nicht plötzlich „weg ist“, wie das normalerweise gemacht wird bei Sedierungen.

So konnte er diesen Einschlafprozess zumindest ein Stück weit erleben und eher sanft entgleiten. Das fand er sehr gut.

War bei mir aber auch so. Frau Oberärztin wollte mir das sicherlich auch zeigen. War gut. Sie wird das aber bestimmt regelmäßig so machen. Ich meine, dass dadurch insgesamt mehr Schlafmittel verbraucht und in den Menschen verbracht wird.

Im Vergleich zum ersten Mal bei mir im Januar waren die Nachwirkungen etwas üppiger als damals, ich meine den Schwindel. Deshalb hatte ich auch größte Mühe, die Berichterstattung am gestrigen Abend in die Tasten zu bekommen, da immer alles wegglitt. Der Schwindel ist jetzt noch wirkungsvoll und verstärkt den Lagerungsschwindel, den ich ja sowieso habe.

Frau Oberärztin erklärte, dass sich Restmoleküle des Propofols in bestimmten Körperzellen befinden, die auch in der Nacht danach (habe ich deutlich bemerkt) und am Tag (habe ich heute, jetzt auch noch, bemerkt) noch in Wirkung treten können. Beste Marschroute zum Überstehen: Fröhlichkeit!

Heute hatten wir noch Audienz beim Professor, G. M. war auch dabei. Ging ziemlich flott, wie immer und der nächste ambulante Termin ist Montag, der kommende, 27. April mittags in seinem Märchenschloss.

Wir mussten dann noch auf die Arztbriefe (vorläufige ohne die Testergebnisse) warten und ab ging´s ins private Märchenschloss ins schöne grüne Castrop.

Zuhause angekommen, merkten wir schnell, dass uns die 3 Kliniktage doch mehr geschlaucht hatten als gedacht. Ich selbst war erst mal ziemlich platt. Aber recht froh, wieder in meinem Lieblingsgemach zu weilen.

23. April 2026: Ein Anruf, der alles verändert!

Felix berichtet: Es ist der Morgen des 23. April und wir sitzen gemütlich beim Frühstück. Wir sind erleichtert, dass wir wieder zu Hause sind! Ich, Felix, stöbere im Internet und suche nach alten Köllerholz-Bildern, die ich auch finde. Freue mich sehr darüber und denke an die schönen Erlebnisse mit Vater und Rektor Selan in der Köllerholzschule.

Auf einmal klingelt das Telefon. Ich nehme den Anruf entgegen. Am anderen Ende der Leitung ertönt die Stimme der Sekretärin von Herrn Professor. „Hallo Herr Vielhaber, Sie sollen am 28. April zur PET-CT-Untersuchung kommen. Haben Sie eine E-Mailadresse für mich? Dann sende ich Ihnen die Formulare zu, die Sie bitte unterschreiben sollen.“

In diesem Moment wusste ich sofort, dass ich Krebs habe. Denn Frau Dr. Z. erklärte mir vor der Bronchoskopie, dass bei einem Krebsbefall ein PET-CT durchgeführt werden muss, um ausschließen zu können, dass sich Metastasen in anderen Körperregionen gebildet haben.

Geschockt antworte ich: „Meine E-Mailadresse kann ich Ihnen geben. Wissen Sie warum ich diese Untersuchung machen soll und kann ich Herrn Professor sprechen?“

„Das kann ich Ihnen leider nicht sagen. Sie haben ja am kommenden Montag einen Termin bei ihm. Dann können Sie alles mit ihm besprechen.“

Dieser Anruf veränderte alles! Zum Glück sind Papa und Mama zu Hause. Ich weiß nicht umzugehen mit meinen Emotionen. Sprichwörtlich suche ich Halt, den mir Papa und Mama geben, indem sie mich umarmen. Ich muss weinen, schreien und habe Angst, vor dem was da jetzt auf mich zukommt.

Papa und Mama können es nicht glauben, dass es sich um eine Krebserkrankung handelt. Zum Glück ruft Mama sofort bei Herrn Professor persönlich an. Dieser entschuldigt sich sofort, dass ich die Diagnose durch seine Sekretärin erfahren habe: „Das sollte so nicht sein.“

Ich stehe immer noch unter Schock und bringe einen Satz in Richtung „Sprechender Knochen“, oder neudeutsch Telefon, heraus: „Muss ich jetzt sterben?“.

Der Herr Professor verneint zum Glück. Er verspricht, sich sofort um einen schnelleren Termin für die PET-CT- und die MRT-Untersuchung zu kümmern. „Ich melde mich in ungefähr 30 Minuten wieder bei Ihnen“.

Mir ist ziemlich „wackelig“ zumute und ich habe Angst umzufallen. Papa hält mich fest und begleitet mich zur Sitzbank am Esstisch. Dort angekommen muss ich immer noch weinen. Für uns alle ist es ein Schock und ich bin so dankbar, dass Mama und Papa bei mir sind!

Nach und nach kann ich mich etwas beruhigen. Wir (Papa, Mama und ich) sprechen gemeinsam über die Situation und bei mir kommen Fragen auf, die wir aufschreiben. Ca. 45 Minuten sind vorüber. Es klingelt. Papa übernimmt das Telefon.

„Es tut mir Leid, dass es doch etwas länger gedauert hat. Beide Untersuchungen wollte ich eigentlich für morgen terminieren. Doch das PET-CT wird gewartet. Ich habe jetzt für den kommenden Dienstag einen Termin für das PET-CT organisieren können. Die MRT-Untersuchung für den Schädel ist am Donnerstag“.

In diesem Moment bin ich etwas erleichtert, dass der erste Termin am Dienstag ist. Ich muss erst einmal die ganze Situation für mich verarbeiten und mich auf die Untersuchungen mental vorbereiten.

Herr Professor: „Für das PET-CT müssen Sie nüchtern kommen und erhalten dort über die Vene …

Fortsetzung folgt!

27. April 2026: Zwischenbesprechung mit Herrn Professor


Felix und ich waren vorhin beim Professor zur Zwischenbesprechung. Er war zunächst einmal voll des Lobes für unseren jungen Mann für dessen Umgang mit dieser Erkrankung und doch nicht einfachen Diagnose „bösartiger Lungentumor“, weniger niedlich „Lungenkrebs“.

Das Anliegen vom letzten Donnerstag, sich steigernde Ängste mit höheren Dosen Promethazin vorab der Therapie zu mildern, hatte Felix ja verworfen. Er wolle einen möglichst klaren Kopf behalten, um weiterhin zu denken und vernünftige Fragen stellen zu können.

Ich selbst muss sagen „Hut ab“ vor Felix dafür, so formulierte es der Meister vorhin im Gespräch auch, dass er die Situation und auch sich selbst managt. D.h., no Schneckenhaus, no Tag verschlafen… ., sondern viel Kommunikation, persönlich, telefonisch. Zum SV Wacker gehen usw.

Es lebe WhatsApp! Superschnelle Kommunikation! Ein Segen! Besonders für Netzwerker! Und solche, die es noch werden wollen.

Der große Meister nahm sich viel Zeit für das Gespräch mit Felix, der allerhand Fragen im Sturmgepäck hatte. Da ich als Senior ja weiß, redundant formuliert, „wie Felix tickt“ oder feiner, wie komplex er denkt, bisweilen strategisch, brauchte diese interessante Unterhaltung Raum und Zeit.

Natürlich war Meister F. vorab recht stolz auf sein neuestes Edelzertifikat. Die Fokus-Bewertung „Bester Arzt“, an der Wand platziert und in Sichtweite, zauberte ihm ein Lächeln aufs Gesicht. „Das haben sie auch verdient“, warf ich ein. Was er bejahte, nicht ohne darauf hinzuweisen dass das nur im Team möglich sei. Respekt!

Das Gespräch beinhaltete auch die Besprechung der Frage, ob der Lungentumor der Ausgangspunkt der Erkrankung sei oder das Ergebnis eines an anderer Stelle nicht vorgesehenen Wachstums. Hier beginnt der Datenschutz .. ..

Vorläufiges Ergebnis Felix:
In dieser Woche:
Screening Metastasenbildung Körper Dienstag 8.15
Screening Metastasenbildung Schädel Donnerstag 10.45
Thoraxkonferenz Mittwoch
Besprechung Therapieplan Donnerstag

Auf der Grundlage der Ergebnisse der Screenings und der Thoraxkonferenz weiter:
Schon sicher:
Universitätsklinikum, Thoraxchirugie, CA Dr. I.
Erste OP:
Entfernung der Lymphknoten in Luftröhre und in Abzweig linker Lungenflügel
Dauer: 3 Tage
Zweite OP:
Entfernung des gesamten betroffenen Lungenlappens inklusive Tumor
Dauer: 7 Tage

Noch nicht sicher:
Weitere Maßnahmen aufgrund eventueller weiterer Funde im Screening

Kurz zu mir:
Der liebe Pseudomonas-aeruginosa hat seine Nagetätigkeit an mir wieder aufgenommen, der mit den 79 Infusionen… Lümmel!
Zwei finstere Gestalten ähnlicher Natur haben sich dazugesellt. Lumpenpack!
Stationärer Aufenthalt: ab 20.07.
Die Schilderung des Zustandes meiner Belüftungsanlagen unterlasse ich an dieser Stelle aus Gründen des guten Geschmacks…
Ich freue mich auf die „Lungen- und Bronchialpflege“ der besonderen Art, um das Ding zu schaukeln! 😎

Liebe Grüße von Stephan und Felix

Jetzt erst recht nach vorne! ♥️ Bravehearts! ♥️♥️♥️
Danke für jede Unterstützung! Freunde! 🚩♥️♥️♥️

30. April 26: Kurzes Update Felix, Thoraxkonferenz im UK.

Wie euch zumeist bekannt, ist Felix an Lungenkrebs erkrankt, der für sich alleine nebst Lungenlappen operativ entfernt werden soll.
Heute waren wir bei CA Dr. I., dem Ärztlichen Direktor des UK.

Er ist zudem Ärztlicher Direktor des Krankenhauses und seit September 2025 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirugie (DGT).

Das Zwischenergebnis von heute war emotional positiv, denn der Tumor scheint keine Metastasen gebildet zu haben. Dazu wurden verschiedene Untersuchungen durchgeführt, u.a. MRT Schädel, PET-CT Gesamtkörper.

Noch nicht ganz klar ist der Zustand der Lymphe am Hals, in der Luftröhre und in den Abzweigungen zu den Lungenflügeln. Diese Lymphknoten werden am 11. Mail operativ entfernt und unmittelbar beprobt.

Am 13. Mai wird der Tumor aus dem linken Lungenflügel entfernt, wenn am 11. keine malignen Proben gefunden werden.

Das erfolgt in „Schüssellochtechnik“ und unter Führung durch einen Roboter namens „Da Vinci“.

In der Folge wird eine Bronchoskopie zur Überprüfung des OP-Erfolges durchgeführt.
Am Schluss geht es in eine REHA.

Erstaunlich: Felix gehört zu den 4 % „Exoten“, für die eigentlich keine Indikation gegeben ist, speziell Alter und Rauchverhalten (0 = Nieraucher). Im Schnitt sind die Patienten ca. 76 Jahre alt und haben lange geraucht.

Der älteste Patient war 98, der jüngste 14.

Felix ist 31, raucht nicht usw. Bleibt eine „verirrte“ Zelle, die den Bauplan nicht kannte, irgendwo andockte und über Blutgefäße „Fuß fasste“…

Das ist ein Zwischenergebnis, auf dem man wunderbar aufbauen kann. Das Szenario „Metastasen“ scheint zunächst gebannt, zunächst, unsere größte Sorge.

Doch an dieser Stelle möchte ich nochmal sagen, es ist eine bösartige Krebserkrankung, die hoffentlich rechtzeitig erkannt wurde. Stand heute scheint das so zu sein.
Unsere Empfehlung: Das Rauchen aufgeben!

Wir bedanken uns bei Herrn Professor F. und Herrn Dr. I. für die Fachkompetenz und die besondere emotionale Begleitung für Felix sowie die vertrauensvollen Absprachen dafür.

Nun hoffen wir, dass alles gut geht und bedanken uns bei euch allen für Bravehearts und Support!
♥️🚩🚩🚩
Einen schönen 1. Mai, ein schönes Wochenende und 3 Punkte für unseren SV Wacker!
Stephan


Danke für jede Unterstützung! Freunde! 🚩♥️♥️♥️

Gerade kam Felix vom ersten Screening nach Hause. Er war im UK und ist noch schwach radioaktiv. Er sagte auf meine Frage, wie er sich jetzt danach fühle: „Ich bin froh! „

Ich auch. In diesen Sinne bleiben wir weiter möglichst fröhlich, lachen im Besonderen über uns selbst, drehen die Musik laut auf und tanzen!

Toni

Weile, nämlich kurze, hatte ich aber sowieso nicht sofort, da ich die mediale Berichterstattung für unseren SV Wacker Obercastrop zu erledigen hatte. Denn unser Trainer Antonio ist ja mit sofortiger Wirkung 6 Spieltage vor Saisonende auf eigenen Wunsch zurückgetreten.

Sehr sehr schade, er ist ein toller Mensch und mein Freund. Er schrieb mir kurz vor dem Rücktritt: „Du bist der Wahnsinn Stephan. Ich danke Dir, dass du mich an deinen Gedanken und Emotionen teilhaben haben lässt.

Leider kann ich nicht ansatzweise meine Gefühle schriftlich beschreiben. Ich hoffe, dass du es spürst, wenn wir uns in den Arm nehmen, wie sehr ich dich schätze, respektiere, Hochachtung habe über deine Aufgaben, die dir das Leben stellt, meisterst.

Du hast immer zum Schluss eine aufmunternde Aussage für mich übrig, gibst immer wieder Anschub, obwohl es eigentlich andersherum sein müsste. Stephan, du bist wirklich ein Vorbild für mich.“

Ich habe mit ihm telefoniert und u.a. dies geschrieben: „Lieber Toni, ich habe eine schnellere Antwort aufgrund des Klinikaufenthaltes in Bochum nicht hinbekommen, aber genau wie bei dir kommt sie von Herzen und das soll auch so bleiben.

Ich hatte es dir ja gesagt, unter Freunden spricht man offen. Und unsere gegenseitige Freude beim Wiedersehen ist sehr positiv emotional. So soll es, das wünsche ich mir und uns, sehr gerne bleiben.

Und das mit der Aufmunterung hast du super drauf, zum Beispiel auch für Felix, das fand ich immer stark und authentisch. Ganz liebe Grüße von mir und Felix, sind aus der Klinik gerade zurück, Montag geht es erst mal ambulant weiter.

Natürlich finde ich es sehr schade, dich fortan nicht mehr auf ERIN anzutreffen. Das hat immer Spaß gemacht und war mir wichtiger Anlaufpunkt, besonders auch du. Das hat mir immer Kraft gegeben und am Platz fühlte ich mich sehr wohl und auch immer willkommen.

Ganz lieben Dank dafür, lieber Toni, dass du so daran beteiligt warst, dass es mir besser ging und eigentlich auch geht, obwohl die aktuellen Ergebnisse nicht berauschend sind. Aber immer im Rausch sein? Will wahrscheinlich auch keiner.“

Hallöi 2 – Oder: Da Vinci


Dies ist das Logbuch des Raumschiffs Da Vinci. Captain Picard, Sternzeit 41153.8.

Von den 24 Stunden, die uns „BIG-F“ gewährt hat, sind inzwischen 11 ohne Zwischenfall verstrichen. Und trotzdem muss ich ständig an seine Worte denken, dass uns einige sehr kritische Prüfungen bevorstehen werden.

Es gibt auf den Sternkarten keine Anhaltspunkte, dass sich hier in der Nähe bewohnbare Planeten befinden.

Unsere Position: Im Orbit um Psi 2000. Eine alte Welt, jetzt eine gefrorene Einöde, die kurz davor ist auseinander zu brechen. Unsere Mission ist, eine Gruppe von Wissenschaftlern des Inneren Zirkels von der Oberfläche abzuholen und den Zerfall des Planeten zu beobachten.

Beim Einschweben auf die Oberfläche des unbekannten Planeten aber ist es wie ein Déjà-vu, erscheint mir Bekanntes, werden meine Erinnerungslücken gefüllt…..

Ich kenne diese Stimme. Dieses melodische Gurren, fein temperiert.

„Hallöi! Willst du mich umbringen?“

Dies ist das Logbuch des Raumschiffs Da Vinci. Captain Picard, Castrop-Zeit 07052026.8.30.

Fast hätte ich ihn erlegt, diesen Zweibeiner, eine Art Mensch, zugewandert aus Ostdeutschland. Immer dabei, immer an der Leine, Luke, der ehemals ostdeutsche und mit weißem Lockenfell bedeckte Vierbeiner, eine Art Hund.

Wir sind auf den letzten Drücker, schießen mit unserem schwarzen vierrädrigen französischen Raumschiff aus der Hauseinfahrt und brettern nach Wanne-Eickel. Im Rückspiegel sehe ich gerade noch die schöne schwarzhaarige Syrerin aus der Nachbarschaft im Orbit entschweben, die wohl im letzten Moment die Kollision mit F62 vermeiden konnte. Ich hoffe nicht auf ein Nachspiel, schließlich ist ihr Mann Azad Fahrschullehrer bei „J.P. Fahrschule“ und hat jede Menge MPUer im Fond sitzen.

Uns ebenfalls in schwarz mit VI99 entgegenkommend, wirft Franziska den Einweisungsschein durchs offene linke hintere Seitenfenster. Bingo! Volltreffer! Nach blitzschneller Berechnung der Geschwindigkeiten x Wege x Entgegenkommen x Windzug x Verwirbelung x was weiß ich im Kopf erinnere ich mich einen kurzen Augenblick daran, dass meine Tochter ursprünglich einmal Mathematik studieren wollte.

Mit der Da Vinci geht’s natürlich rasend schneller von Castrop-Rauxel nach Herne-Wanne-Eickel. Ja, dies und das gibt’s wirklich! Deshalb ein Riesenkompliment an Captain Selan und Fahrgast Yuriy für diese Punktlandung! Punkt 9! Termin!

Mit dem Parken der Da Vinci ist das allerdings schon eine Herausforderung. „Scottie, hier Picard, was geht?“ „Captain, hier Scottie, nichts!“ „Mr. Spock, beamem!“

Das Beamen (Teleportation) in unserem Da Vinci ist eine zwischen Ruhr und Emscher seit Jahrhunderten genutzte Technologie, die Personen oder Objekte in Atome zerlegt, als Energie- oder Materiestrom an ein Ziel sendet und dort rematerialisiert. Sie dient als schnelle Transportmethode zwischen Schiffen, Stationen und Planetenoberflächen.

Punkt 9.00. Eickelzeit betritt Felix die sagenumwobene Zweigstelle des ewigen F. des Großen, die eigentlich der mit chinesischer Professur versehene Dr. I. für sich und seinen „Da Vinci Code“ beansprucht. Ein Sakrileg!

Vorsichtig setzt sich Felix, oder war es Yuriy, in Bewegung. Stille! Nur Stille! Nichts als Stille! Kaum zu ertragen! Der Herzschlag pocht in seinen Ohren. Seltsam, wie ausgestorben.

Jetzt erst recht nach vorne! Immer weiter! Denkt unser junger Held einen kurzen Moment und ist sich der Unterstützung der “Tapferen Herzen“ und des SV 29/65 e.V. absolut sicher. Doch soweit sollte es gar nicht kommen.

„Sind Sie Felix?“ Die spitze Stimme der Uschi 1, Schwester der Nicole ließ ihn schlagartig im Hier und Jetzt ankommen.

„Ja, der bin ich. Sie können mich aber auch mit Yuriy ansprechen. Ich komme zur Anmeldung.“

„Haben Sie Ihre Versicherungskarte dabei?“ Hatte er und noch mehr. War bestens vorbereitet, jede Frage beantworten zu können und jedes benötigte Schriftstück dabei zu haben.

Uschi 1 war begeistert, wirklich, so etwas erlebe sie nicht oft. Felix war ebenso glücklich, qua namentlichem Auftrag. Hier hatten sich zwei gefunden, um für eine kurze Zeit Zukunft zu gestalten.

Aufnahme im Thoraxzentrum Ruhrgebiet – Montag, 11. Mai – 7.30 Uhr – Station 11 – Wahlleistungspatient – dank privater Zusatzversicherung – Ein- oder Zweibettzimmer nach Wahl – Zweibettzimmer, da Verstärkung an Bord – mit allem Schnickschnack – Video-assistierte mediastinoskopische Lymphadenektomie (VAMLA) – Schnellschnittuntersuchung – bei Bestätigung der cNO-Situation nach PET-CT und CT robotische (Da Vinci) Unterlappenektomie links bereits am Mittwoch, 13. Mai.

Soweit der gute Plan. Heute, am Donnerstag davor, 7. Mai ab 9.00. Eickelzeit die große ambulante Vorstellung im Thoraxzentrum unter ASV-Kriterien.

Die Ambulante Spezialfachärztliche Versorgung (ASV) gemäß § 116b SGB V richtet sich an Patienten mit seltenen, komplexen oder schwer therapierbaren Erkrankungen (z.B. Tumoren, Rheuma). Sie ermöglicht eine interdisziplinäre Behandlung durch Krankenhaus- und Vertragsärzte. Kernkriterien sind spezifische Indikationen, ein interdisziplinäres Team, besondere Qualifikationen und Kooperationsverträge. 

Punkt 9.25. Eickelzeit. Es ist mir gelungen, die Da Vinci auf der ausgewiesenen Landefläche einzuparken. Kollateralschäden, kaum der Rede wert: 1 Gebüsch, blühend, jetzt nicht mehr, 1 Naturstein 80 x 80, zerbröselt, nicht mehr wahrnehmbar. Etwas problematisch, deshalb auch an die Leitung des „Da Vinci-Projektes“ gemeldet, ist das Erreichen des Druckknopfes am Automaten mit den Parkkarten aus der Pilotenkanzel der Enterprise. Captain Picard Sternzeit 41153.9.

Punkt 9.30. Eickelzeit. Beim Betreten des DVCS treffe ich direkt auf Yuriy. Er ist bereits mit Laufzettel ausgestattet und darf noch einmal zu Uschi 1, der Schwester der Nicole, um einige wichtige Daten zu präzisieren, die für das ASV von Bedeutung sind.

Yuriy ist nicht der Einzige hier, der Daten sammeln muss. Schubweise erreichen Gruppen von Menschen und anderen, mir bisher nicht bekannten Kreaturen die Ambulanz, eine Art Headquater, das von Dr. Christoph beherrscht wird.

Doch in wessen Auftrag? Prof. Dr. F., genannt „Großer F.“, neuerdings auch „BIG-F“? Oder doch Chinese Prof. Dr. I. alias „Da Vinci“? Das gilt es zu klären. Keiner der beiden scheint da zu sein.

In einer Art Kanzel innerhalb der Ambulanz versuchen 2 Assistentinnen Struktur in die Abläufe zu bekommen. Schwierig! Äußerst schwierig! Der Zulauf an der automatisch öffnenden und schließenden Schleuse ist erheblich, Gerangel, ich war zuerst da, der drängelt vor, das ist doch jedesmal dasselbe, ungeheuerlich, was machen die Schwestern eigentlich?

Ich bin sofort hellwach. Die Schwestern? Der Innere Zirkel scheint präsent. Sollte es sich bei den beiden in der Kanzel um „BIG-E“s handeln. Vorsicht! Wir werden es herausfinden.

Das Spiel beginnt. Oder besser: Das Fahrtenspiel beginnt.

Ein Fahrtspiel ist eine abwechslungsreiche Trainingsform, die spontane Tempowechsel während eines Dauerlaufs beinhaltet. Es verbindet Elemente der Dauer- und Intervallmethode, indem Belastung (schnell) und Erholung (langsam) frei nach Gefühl und Geländeprofil variiert werden.

Nochmal Vorsicht, Datenerhebung! Immer nur mit persönlicher Einwilligung, Yuriy! Hat er bereits erledigt, bei Uschi 1, Nicoles Schwester, schriftlich.

Punkt 9.45. Eickelzeit. Na dann kann es ja locker losgehen. Felix alias Yuriy ist voller Daten …, äh, Tatendrang. 7 Stationen anlaufen. Er schätzt eine Dauer von bis zu 2 Stunden ab. Dass es 7 werden, ahnt er nicht, hätte ihn auch erheblich genervt. Die vergangen Tage, ja Wochen waren erheblich anstrengend. Da ich Ahner bin, hatte ich meine wunderbare Tablettensammlung Marke „PARKI“ der Firma „Park In Son“, ich meine eines nordkoreanischen Pharmazeuten, fein und säuberlich bereits am Vorabend vorbereitet, um alle Hindernisse ohne Gehampel elegant überspringen zu können und um Felix besser unterstützen zu können.

Mit diesem war ich mittlerweile in Stockwerk 2 angekommen. „Pneumologie und Infektiologie“. Ich stutze immer noch kurz. Winterreifenwechsel auf Sommerreifen?

Ich stutze erneut. 3 Schilder. 3 x Focus Gesundheit. 3 x TOP-Mediziner, 3 x der „Große Ewig“. 1 x Asthma, 1 x COPD & Lungenemphysem, 1 x Infektiologie. Ich bin doch nicht der Patient! Alles meine Disziplinen, meine Sehnsuchtsthemen! „BIG F“ is watching me! Be careful with your Thorax!

Ich warte im Wartezimmer. Eigentlich leer. Zumindest menschenfrei. 11 Stühle, nappaecht, TradeMark BIG-F.

Felix keucht gerade in der Lungenfunktionsprüfungsglaskabine seine letzten Luftmoleküle heraus. Hat Stress. Bringt weniger Leistung als zuletzt. Ob da etwas nicht stimmt? Trotzdem: Diffusionskapazität passt! Gott sei Ewiger Dank!

Ob da etwas nicht stimmt? Ja! Inzwischen ist auch das EKG erledigt. Das stimmt! Das ist die perfekte Welle! Unser Held verschwindet mit irgendeiner Schwester in irgendeinem Raum.

Raum und Zeit habe ich auch. Im Wartezimmer. Ganz für mich allein. Ich stelle beim Blick aus dem Fenster fest, Eickel ist grün! Hier stehen echt viele bereits grüne Bäume herum. Es ist ja auch schon Mai, der 7.! Ausschlag! Eine O2-Oase!

Zwei Gestalten treten ein. Eine Frau mit einem Mann. Ein Paar. Merke ich am ersten Satz: „Schatz, möchtest du noch ein Tempo?“ Leicht alternativer Anstrich. Ich wundere mich etwas, warum die Herrschaften sich ohne Lücke in der Stuhlreihe direkt neben mich setzen und mir den guten Tag verwünschen. 10 Stühle sind frei. Beide fummeln an ihren Handys herum, scheinen ein und das selbe Thema zu besprechen. Sprechen zu leise um sie zu verstehen.

Ich fummele an meinem Tablet herum. Facebook. SV Wacker, mal sehen, wie die Zugriffszahlen auf WackerMedia sind by Selan & Yuriy. Unsere Jungs haben endlich gewonnen, stecken weiter im harten Abstiegskampf. Wir haben berichtet, als ob es um das Endspiel im DFB-Pokal in der Hauptstadt ginge.

Das lohnt sich. Unsere Fans und damit unsere User sind umfangreich dabei. Die Abrufe der Videos mit Toren und Interviews steigen immer mehr an. Allein bei Facebook mit dem Spiel SV Wacker versus SV Vestia (2:1-Sieg) wurden fast 40.000 Videoabrufe getätigt. Hier haben wir uns mittlerweile eingepegelt.

Felix ist die ganze Zeit dabeigeblieben. Hat sich nicht in ein fußballfreies Schneckenhaus zurückgezogen, um darinnen voller Gram zu zweifeln, ob er ein Leben mit Krebs überhaupt braucht. Das braucht kein Mensch. Ein Scheißleben mit Scheißkrebs! Will ich nicht!

Felix ist die ganze Zeit dabeigeblieben. Beim Westfalenliga 2-Fußball, der starken Liga im Westen! War wie immer Stadionsprecher. Hat nicht durchgesagt, dass er Lungenkrebs hat. War noch besser in der Ansagequalität, da bin ich streng in der Bewertung. War leidenschaftlich, sehr treffend in der Betonung und jeden Namen von Obercastrop bis Kurdistan, Albanien und Aleppo sprach er richtig aus. Kompliment! Anspruch! Übt er vorher zuhause! Die anschließenden Interviews mit unseren Spielern und Trainern gelingen gut, dank seiner Bierruhe.

Sorry, er trinkt ja keinen Alkohol, noch nicht einmal alkoholfreien. Er raucht auch nicht, rauchte nie in seinem Leben, ist Nie-Raucher. Okay, einige Schachteln hat er sich reingetan. Schokoladenzigaretten.

„Herr Vielhaber, rauchen Sie?“ – „Nein, ich habe noch nie geraucht.“ – „Aber Sie müssen geraucht haben!“ – „Nein, nie!“ „Sie sind erst 31. In diesem Alter bekommt man eigentlich keinen Lungenkrebs.“ „Ja, das stimmt eigentlich. Ich kann es mir auch nicht erklären. Bin überhaupt kein Risikokandidat dafür.“

Lungenkrebs tritt überwiegend im höheren Alter auf, meist ab 40 Jahren, mit einem Erkrankungsgipfel um das 65. bis 70. Lebensjahr. Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter deutlich an, wobei Männer oft zwischen 80 und 84 Jahren und Frauen zwischen 65 und 74 Jahren am häufigsten erkranken. Bei jungen Menschen ist die Erkrankung selten.

Wichtige Fakten zum Alter bei Lungenkrebs:

Altersstruktur: Die Mehrheit der Patienten ist zum Zeitpunkt der Diagnose über 60.

Risikofaktoren: Das Risiko ist eng mit der Dauer des Rauchens verbunden, wobei oft eine Latenzzeit von etwa 20 Jahren besteht.

Früherkennung: Früherkennungsuntersuchungen (z.B. Niedrigdosis-CT) werden in Studien für Personen zwischen 50 und 75 Jahren evaluiert, besonders bei starkem Tabakkonsum.

Trend: Aufgrund der steigenden Lebenserwartung nimmt die Zahl der Neuerkrankungen in der älteren Bevölkerung zu. 

Obwohl Lungenkrebs als typische Alterskrankheit gilt, können auch jüngere Menschen, insbesondere bei entsprechender genetischer Veranlagung oder Schadstoffbelastung, erkranken.

Ein Blick in die Medical Tribune lohnt sich, denn hier gibt es den Überblick auf die Forschungslage kurz und knapp von Dr. Melanie Söchtig.

Wenn junge Nichtrauchende an Lungenkrebs erkranken

Die Deutsche Krebshilfe informiert über die Ursachen und Symptome von Lungenkrebs.

Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) | Deutsche Krebshilfe

„Herr Vielhaber, rauchen Sie?“ – „Nein, ich bin Nie-Raucher!“

Rauchverbot: „Pro Rauchfrei“ fordert Fußballstadien ohne Qualm | Apotheken Umschau

Ich erschrecke das Wartezimmerpaar. Facebook hat die Angewohnheit, bei der Auswahl eines Posts trotz vorher auf 0 gedrosselter Lautstärke trotzdem mit 100 % Herzblut zu explodieren. In der dann folgenden kurzen Hektikphase gelingt es dem Facebooker erst nach etlichen Sekunden, seine Hardware-Software-Kombination zur Ruhe zu bringen. Dann ist es aber bereits zu spät. Jeder weiß, worum es geht.

Hier geht es um Fußball. Um unseren SV Wacker Obercastrop. Um die Mannschaftsaufstellung der 1. Seniorenmannschaft im Spiel gegen den SV Vestia Disteln. Ich hatte die Stadionsprecheransagen von Felix für Felix komplett aufgenommen, damit er sich das kritisch anhören kann oder auch damit zufrieden sein könnte.

Auf jeden Fall ging das Ding nun los. Nicht extra. Ich geriet in Hektik. Stellte die Lautstärke noch höher. Natürlich war es die Mannschaftsaufstellung von Wacker Obercastrop.

Das teilte ich dem Wartezimmerpaar nach der finalen Zur-Ruhe-Stellung meines Tab S3 dann auch gerne mit. Die Reaktion der Dame: „Immer noch besser als Husten.“ Des Herrn: „Genau.“ Dann lachten wir uns zu. Es war richtig schön.

Yuriy holte mich raus aus dem Wartesaal zur Ewigkeit. „Das war doch meine Mannschaftsaufstellung. Konnte man bis ganz hinten hören. Richtig gut!“

Jetzt ging es runter in die Radiologie. Erdgeschoss. Den Weg dorthin kennen wir nur allzu gut. Hier hat Felix etliche Aufnahmen machen müssen in der letzten Zeit, Röntgen, CT, MRT. In der vergangenen Woche hatten diese eine besondere Brisanz, wurde doch eine eventuelle Metastasierung überprüft. Die gute Nachricht: Kein Befund. Wir waren sehr sehr froh, Felix, Yuriy, wir alle. Diese Ergebnisse waren in der Erwartung derer eine Schlüsselstelle. Aufatmen.

Diesmal war es ein digitales Röntgenbild. Abgleich Thorax. Die 9. Durchleuchtung seit Januar. Das Restrisiko auf Streuung und Metastasen bleibt. Erst im Rahmen der 1. Operation am Montag, 11. Mai, können die Lymphknoten ab der Luftröhre abwärts bis in den linken Lungenunterlappen komplett entschleiert werden. Entnommen werden sie in jedem Fall komplett, um Risiken generell zu minimieren. Sollte es hier am Montag keinen Metastasen-Befund geben, folgt am Mittwoch die 2. größere Operation, die robotische Unterlappenektomie links.

Die Ektomie ist in der Chirurgie die vollständige operative Entfernung eines Organs oder einer anatomischen Struktur. Sie bezeichnet das Herausschneiden, oft als letzte Therapiemöglichkeit bei Tumoren oder chronischen Entzündungen. Die Bezeichnung setzt sich aus dem Organnamen und dem Suffix „-ektomie“ zusammen. 

Wichtige Merkmale und Beispiele: Vollständigkeit: Im Gegensatz zur Resektion (Teilentfernung) wird bei der Ektomie das gesamte Organ entnommen.

Und weiter geht das Fahrtenspiel! Zurück in die Ambulanz! Roundabout an der Automatiktür. Gerangel, ich war zuerst da, der drängelt vor, das ist doch jedesmal dasselbe, ungeheuerlich, was machen die Schwestern eigentlich?

Nächster Step: Blutabnahme. Darf´s ein bisschen mehr sein? Und die Frage beim Blick auf Yuriys Innenarmbeugen, ob heute schon eine Abnahme stattfand. Der alte Junkie! Ist Standard.

Selan, Felix, Yuriy und ich hatten in den Zwischenphasen Zeit, viel Zeit und von Zeit zu Zeit spülte es Typen durch die Automatikschleuse, die nicht von Pappe waren. Die unsere ganze Aufmerksamkeit wollten. Mr. Spock hätte gesagt: „Faszinierend!“ Doch der sitzt oben in der Da Vinci und macht sich die Nägel.

Es tritt ein: Der Schattenmann, ca. 50, von unten nach oben: Cowboystiefel, (zu) enge Röhrenjeans, weit offenes Hemd mit bloßgelegter sehr gebräunter Brust, dunkelblond gelocktes kurz gehaltenes Brusthaar, Goldkette, beide Daumen jeweils in eine Hosentasche eingehängt, leichte Jacke übergeworfen, goldene viereckige Brille, brillantiertes Kopfhaar. Geht 2 Stunden am Stück auf und ab, pendelt schweigend, sehr langsam raus und rein zwischen Wartebereich und Automatiktür. Sieht beim Vorbeigehen die Wartenden von oben bis unten an. Dreht minimum 100 Runden. Nach 2 Stunden schleppt sich ein älterer Herr aus den hinteren Gefilden, der uns bis dahin noch nicht aufgefallen war, zur Regiekanzel, hinter sich herziehend erstens eine Art Bollerwagen mit Sauerstoffbehälter, nasal verbunden und zweitens eine Art Bein mit einem unten angebrachten überdimensionalen Fuß mit moonbootsähnlicher Anmutung. Ab sofort: The Bootman! And Godfather of Schattenmann!

Es tritt ein: Pantoffelsocke, ca. 70, ein Schuh, eine Pantoffelsocke, Riesentasche dabei. Wendet sich an die Kanzel. Er habe schon einmal seinen Urin mitgebracht, mehrere Becher zur Auswahl, wird ihm komplett abgenommen, wohl aus Sorge um Unfallschäden, Pantoffelsocke ist glücklich, will aber nicht zum vereinbarten Termin bleiben, hat Wichtigeres vor.

Es tritt ein: Emma Peel. exakt 86, könnte passen! Emma Peel ist eine weltbekannte fiktive Spionin aus der britischen Kult-Serie „Mit Schirm, Charme und Melone“ (Original: The Avengers). Verkörpert wurde die ikonische Figur in den 1960er-Jahren meisterhaft von der Schauspielerin Diana Rigg. Sie gilt bis heute als Meilenstein für die Darstellung emanzipierter, starker Frauen im Fernsehen. Die Älteren unter uns werden sich erinnern. Auf jeden Fall flog nach Erteilung des nächsten Geheimauftrags an Emma in einer Telefonzelle die selbige jedes mal in die Luft. Beste Szene!

Und jetzt sitzt Emma Peel ganz hinten im Wartebereich, ganz in weiß gekleidet mit sehr dunkler Sonnenbrille in einer Gruppe von Frauen unterschiedlichen Alters, in der eine Art Wortführerin alle anderen damit unterhält, dass sie die brandneuen Informationen über das Hantavirus hat. Ihre Empfehlung an alle im Wartesaal: Kein Buschfleisch essen! Alles gut!

Hantaviren gehören zu den Erregern viraler hämorragischer Fieber. Sie sind nach dem koreanischen Grenzfluss Hantaan benannt, wo während des Koreakriegs (1950-1953) mehr als 3000 Soldaten nach einer Infektion schwer erkrankten.

Es traten noch weitere Wahnsinnige, Erleuchtete und falsche Propheten auf, würde unseren Rahmen sprengen. So ist das Glück manchmal mitten im Unglück, man muss nur hinhören, denn lustig war´s und die Zeit verging wie im Fluge. Und Yuriy kann gut hinhören!

Finale: 2 Beratungsgespräche Chirurg und Anästhesist, zwei nette Typen mit Herzblut und viel Geduld! Beamen, Mr. Spock!

Mit der Da Vinci geht’s natürlich rasend schneller von Herne-Wanne-Eickel nach Castrop-Rauxel. Ja, das und dies gibt´s wirklich!

Stephan Vielhaber, 9. Mai 2026

Liebe Freunde, bis hierhin ging ein Weg, der steinig war für Felix und auch für uns als Familie. Ihr habt uns geholfen, dass Felix ihn bewältigen konnte, seinen bisher schwierigsten Weg in fast 32 Jahren. Am 2. Juni wird er 32. Am Montag beginnt eine entscheidende Phase mit 2 Operationen. Wir hoffen sehr, dass er danach das Ziel ins Visier nehmen kann. 

Herzlichen Dank für alle Unterstützung!

Felix schreibt:

Ihr Lieben, danke für eure wunderbaren Rückmeldungen! Hier noch eine Ergänzung zur Zusammenfassung von Papa Stephan vom Montag.

Montag beim Professor: Eigentlich hatte Papa einen Gesprächstermin, doch ich hatte noch so einige Fragen und wollte mit der Oberärztin vor Ort sprechen. 

Im Wartezimmer wartete ich also auf die Oberärztin (Papa war schon beim Prof zum Gespräch). Aber nur vermeintlich. Auf einmal tönte es durch die Boxen im Wartezimmer: „Herr Vielhaber, bitte!“. Die Stimme des großen Meisters selbst!

Ich war verwirrt, machte mich aber auf den Weg zur Tür mit der Aufschrift „Thoraxzentrum-Ruhrgebiet – Prof.Dr. S. Ewig“. 

Ich öffnete die Tür, die dort ansässige Sekretärin wusste Bescheid und erlaubte mir den Zutritt zum Inneren Zirkel.

Der Große F. empfing mich direkt an der Tür. Er war die Liebenswürdigkeit in Person und ich wusste warum. 

Diesmal hatte er Zeit! Viel Zeit! „Setzen Sie sich doch!“ Er sah mich erwartungsvoll an. Dann schlug ich zu …

Genüsslich zog ich die Spitzen meiner Pfeile aus dem Fragenköcher und traf ins Schwarze. 

Verständlich, patientengerecht und ohne jegliches unverständliche Fachwort, dafür mit Stift und Papier bewaffnet, klärte er mich auf. 

In Schonungsloser Offenheit wurde ich zu seinem Mitwisser. 

Bevor er seinen chefnappabezogenen Goldfüllhalter zückte und ein Blatt Papier bemalte, war er nachdenklich, wartete einen Moment und sprach „Das kann ich schon sagen.“ 

Was kommt jetzt dachte ich und zuckte kurz zusammen.  

Der Professor zeichnete in Windeseile. Das hatte ich ihm gar nicht zugetraut, Luftröhre, Bronchien, Lungenflügel und Lymphknoten annähernd maßstabsgetreu auf. 

Dann entfernte er in aller Kürze das, was bei mir ebenfalls entnommen werden soll, aber eben nicht auf dem Papier. 

Ich sah auf das Papier, dann in seine Augen, sein Blick erwartungsvoll, gar nicht spöttisch. Eine tolle Sache mit der Zeichnung. 

Mit diesem umfangreichen Entnehmen der körpereigenen Substanzen hatte ich nicht gerechnet. 

Dann kam das Hauptmenü, als „Big E“ folgendes von sich warf: „Das ist gar kein Problem. Diese Lymphknoten braucht eh keiner. Man denkt ja immer, alles ist fest. Doch das ist nur Labberzeug, das man einfach greift und herausholt.“

Das große Finale? 

Natürlich nicht! Wer F. kennt weiß, dass er immer noch einen auf Lager hat.

Er sagte: „Die Chirurgen teilen Ihnen die Auswertungen der Tumorkonferenz mit. Das ist wichtig, denn ich würde auch nicht einen an mir herumschnibbeln lassen, den ich nicht kenne und der mir nicht sympathisch ist.“

Jetzt setzte er zum großen Finale an, kurbelte den Mittelfinger seiner linken Hand in die Höhe und schmetterte über seinen Edelholzschreibtisch:

„Wenn es bei dem Tumor in der Lunge bleibt, holen wir ihn raus und zeigen ihm den …“ Die Geste war eindeutig.

Ich musste schmunzeln. Sein Berufsleben ist einfach eine wahre Leidenschaft! 

Dann musste er los. Chefsache! 15 Uhr! Innerer Zirkel!

Liebe Grüße 

Felix

„Hallöchen 1“- Oder „Im Wartesaal zur Ewigkeit“

Wer es bisher noch nicht konnte oder sogar nicht wollte, der lernt es hier. Das Warten. Hier im Thoraxzentrum Ruhrgebiet in Herne.-Eickel mitten im Pott. Ob aufs Christkind oder auf Godot, hier wird alles geboten. Nur, ob das immer so spannend ist? Auf jeden Fall! Man muss dabei gewesen sein … Demnächst mehr!

Das Schreiben der Story hat mir viel Spaß gemacht, besonders das Lachen über mich und uns selbst. Aber auch eine Freude in meinem Herzen zum  Schwingen gebracht, die ich in diesen unseren dunklen Zeiten so nicht erwartet hatte. Oder doch? Ich entscheide mich für DOCH. Es war uns klar, Felix und mir, dass wir miteinander, füreinander und ohne Kompromisse jeden Weg gemeinsam gehen und die harten Zeiten überstehen. Bravehearts ❤🚩🚩🚩!

So wich im Warten die Bedrängnis der Hoffnung, das Unvorstellbare der Zuversicht, dass uns nichts trennen kann, auch dieses Ungeheuere nicht, dieses Außergewöhnliche nicht, dieses hinterhältige Alien nicht.

So verbrachten wir die Tage und Nächte, die Stunden miteinander, schwiegen miteinander, sprachen miteinander, viel und intensiv und ziemlich erwachsen und ziemlich schlau. Aber auch witzig, albern, übermütig.

Legten uns das Leben zurecht, dachten es lebenswert, immer im Moment, immer im Jetzt, immer brandheiß.

Die Zukunft ließen wir aus. Bevor wir planen, müssen wir überleben im Erleben der Unerschütterlichkeit von Vater und Sohn. Sohn und Vater.

Und merkten, es gibt ein Leben mit dem Ding da drin. Alles hat Sinn. Alles. Alles? Auch das Ding da drin?

Ja! Sagt Felix: Es bringt mich zum Denken und zum Fühlen und in die wunderbare Lage, mein Leben ganz offen, schonungslos zu sehen, vor mir zu sehen wie eine Landschaft, in der Menschen herumwandern, kommen und wieder gehen. Bleiben. Ja, bleiben, bleiben bei mir.

Und dann ist alles gut, bin ich zufrieden, voller Glück, diesen Lebensschatz zu finden.

Never give up, it is just a wonderful life.

Hallöi 3 – Oder: Die Feuerzungen

Hallöi! Jambo. Ich verstehe kein Wort. Kommt dieser Mann vom Mond? Oder ist er der Mann im Mond? Oder ist er gar kein Mann? Kein menschliches Wesen? Sondern sein eigener Avatar? Sozusagen die Inkarnation des Avâtara? Vishnu …, ich mochte nicht weiterdenken.

Sonnenbeschienen näherte sich dieser Sechsbeiner meiner Plattform. Neytiri sagte zu Spider: „Ich sehe dich.“ Es zischte durch mein schwarzes Gehirn. Ich verstehe dich! Ich akzeptiere dich! Aber ich liebe dich? „Wan“ war der erste Avatar. Das ist 10.000 Jahre her! „Nga yawne lu oer“.

Aber Hallöi?
Der Sechsbeiner näherte sich. Langsam. Sehr langsam. Fast kriechend. Stand still. Näherte sich. Schien mit dem Erdboden verkettet. Die Verbindung löste sich immer wieder. Verzerrte sich. Dieses Wesen änderte seine äußere Gestalt unwillkürlich, mühelos. Sechsbeinig. Insektenartig. Geifernd. Schwer atmend. Röchelnd.

Auf meiner Plattform. Verdrückte ich mich. Immer weiter nach hinten. Hatte Avâtara mich entdeckt? Gehört haben musste er mich, da war ich sicher.

Ich versuchte es. Zischte einen mir bis dahin unbekannten Laut. Kaum zu hören. Doch dieses Insektenwesen spitzte die Ohren. Wendete sich mir zu.

Alle meine Menschenhaare richteten sich auf. Überschauerten mich.

Hallöi!
Das verstand ich. Das Wesen verstand mich. Wenn auch in ungewöhnlicher Weise, im Mundraum zungenverdrehend. O zu öi.

„Morgenrunde?“ Der zweiköpfige Sechsbeiner, zum einen Ende mit einer Art Fell überzogen, dieses weißlich schimmernd, sah mich vierbeaugt durchdringend an.

Oder schien es mir so? Die aufgehende Sonne wurde jäh zurückgeworfen und blendete mich.

Ich fröstelte. Es war dieses unangenehme, haaraufstellende Frösteln, das mich quälte. Das mich langsam machte. Unbeweglich. Schwerfällig. Geruchsblind. Gedankenlangsamer. Sehrfrühammorgenschüttellähmung.

Schüttellähmung hieß diese wunderbar faszinierende Krankheit in den damaligen Zeiten. Um 1970. Ich war 10. Schüttellähmung? Ich sehe nichts gelähmtes. Bin 10. Die Oma ist doch immer in Bewegung. Schüttelt mir und dir und jedem, der es mag, die Hand die Hand die Hand. Wer hat noch nicht? Noch nicht guten Tag gewünscht? Wer will nochmal?

Dabei hat sie immer gelächelt. So sanft. So kühl die Hand. So blass das Gesicht. Sie bewahrte ihre Haltung. Trotz allem. Bis zuletzt. Sie starb mit 68. Ich war Zeuge. Habe sie gesehen. Als sie in den Himmel aufstieg. Lächelnd. So wie immer. So sanft. So kühl die Hand. So blass das Gesicht.

Gestern am Abend, um 7, es war wunderlich warm, der erste Sommerabend am 22. Mai 2026, ging ich kurz beim weißen Koi vorbei, der mir diesmal keinen guten Tag gebot. Ich hatte mich gefreut auf die kurze Gehpause bei ihm. Stehenzubleiben. Bei einem, der immer in Bewegung ist, still, unten, gleitet mit einem winzigen Flossenschlag. Dahin. Beeindruckend. Völlig unangestrengt. Doch er war nicht da.

Mein Gegenteil. Ich bin sehr angestrengt. Bekomme den entspannten Rhythmus zurzeit nicht hin. Zuviel los. Zuviel Anforderungen. King of Parkinson? Au Backe. Stephan. In der Ferne sehe ich 6 Beine. Sechsbeiner gibt es nicht.

Felix fotografiert. Mit Begeisterung. Mit dem Handy. Er ist vergnügt. Freut sich über diese kanadische Gans, eine dieser illegal eingewanderten Neozoen. Eigentlich gäbe es nichts zu freuen. Eigentlich wäre sie gar nicht da. Ein Trugbild?. No, krause Gedanken meinerseits.

Ich freue mich über die Freude meines Sohnes. Die ihm steht, mitten im Gesicht, die ihm gut steht. Das Lachen dazu. Heller als üblich. Witzig. Ansteckend. Voller Begeisterung. Auf Entdeckungsreise. Hier. Jetzt. Mitten im Augenblick. Ohne Koi.

Die Abendluft tut dir gut, mein Sohn! Tut uns gut. Vater und Sohn. Milde ist diese gestimmt. Nicht scharf und kühl. Felix freut sich, dass er es schafft, die „Weißer-Koi-Runde“ zu gehen, zu bewältigen, mit etwas Luftnot, die in diesem Augenblick ihre Boshaftigkeit versteckt, die ich nur all zu gut kenne.

Aus Erfahrung. Januar. Maximale Laufstrecke 2 Meter. Laufzeit „Weißer-Koi-und-zurück“ nicht unter 2 Stunden. Der Rest ist bekannt.

Als wir uns dem Teich nähern, sind wir etwas unvorsichtig und vertreiben die ganze Bande von den Ufern. Neozoen-Bande. Diesmal sind es drei, die sich kopfüber ins Teichwasser stürzenn, gerade noch ihr Lieblingsessen kauend und verdauend, nichts ahnend von Vater und Sohn und milder Luft und 2-Meter-Maximalstrecken im Januar.

Nutria! Auch Biberratte oder seltener Sumpfbiber, Schweifbiber, Schweifratte oder Coypu genannt. Ist von Geburt her ein Südamerikaner. Und jetzt ist er auch hier, bei uns, ganz nahe.

Illegal? Na klar! Aufenthaltsgenehmigung? Auf keinen Fall! Unserer Meldepflicht bei den Behörden kommen wir an diesem milden ersten sommerartigen Frühlingsabend um viertel vor 8 am 22. Mai 2026 nicht mehr nach.

Ab heute heißen diese Fremden Coypu und sind unsere Freunde. Bestimmt zweite oder dritte Generation der Migrationshintergrundler. Können ja auch nichts dazu, dass sie nicht in Südamerika geboren wurden, sondern in Castrop-Rauxel, der, immerhin, Europastadt im Grünen. Und das fressen die Coypu-Brüder jetzt gemeinschaftlich auf. Bande!

Ein guter Tag! Felix wird am Samstag, dem 16. Mai 2026 mittags um 12 aus dem EVK Eickel nach erfolgreicher Lungenkrebs-Operation zunächst nach Hause entlassen.

Wir 4 sind sehr sehr froh und dankbar!
Bravehearts! Fight Cancer!

Liebe Freunde, Felix ist nach seinen 3 krankenhausfreien Tagen von Samstag bis Montag nun am Dienstag nach der abschließenden Bronchoskopie und Behandlung mit pathologischer 0 versehen aus dem Thoraxzentrum (Dr. I., Thoraxchirurg) und somit endgültig aus der stationären Versorgung entlassen worden und wieder zuhause.

VAMOS! Nur nach vorne! Bravehearts! Fight Cancer!

Wir sind glücklich! Wir danken für all eure Unterstützung! ❤️🚩🚩🚩

Damned! Jetzt erst durch Zufall entdeckt. Die ewigen Jungs bekommen das sicherlich wieder hin. Das geht aber auch ZZ, ziemlich zügig mit den ewigen Verwechselungen. Ist ja auch egal ob Bronchiektasen, Lungenlappen unten links oder Unterarm unten rechts. Meisterchirurg Dr. H. hatte es zuvor auf den Punkt gebracht: „Eigentlich sind wir Handwerker.“ Na, dann seht mal im Ersatzteillager nach!

Trigger-Warnungen und Kontextualisierung – Weichspüler für die Kunst

Die Triggerwarnung, eine sonderbare Entwicklung seit einigen Jahren: 

Trigger-Warnungen und Kontextualisierungen sind heute im Kunstbetrieb an der Tagesordnung. Aber sind sie hilfreich oder entmündigen sie das Publikum?

Vor Kurzem sah ich in der Berliner Galerie KOW den Film „Proof of the Unthinkable“ (2022) von Mario Pfeifer. Der mutmaßlich rassistische Mord an dem Schwarzen Oury Jalloh, der 2005 in einer ostdeutschen Gefängniszelle verbrannt ist, wird dort mit unter die Haut gehenden Bildern minutiös aufgerollt. Bis heute nämlich sind die Umstände dieses Todes ungeklärt. Bevor ich nun den verdunkelten Galerieraum betreten konnte, sollte ich eine „Trigger-Warnung“ lesen, die darauf hinwies, dass dieser beeindruckende Film „traumatisierend“ für mich sein könne. 

Auch in der Galerieszene ist jetzt also mehr und mehr Usus, was in vielen Museen und anderen Ausstellungshäusern längst alltägliche Praxis ist: Die vermeintlich ach so sensiblen Besucher werden vor allzu großen emotionalen Erschütterungen gewarnt – aber ist nicht gerade eine solche „Erschütterung“, die bewusst bis an die Grenzen des Ertragbaren gehen soll, von jeher eine feste Größe in der Rezeption von Kunst, die anderes ist, als nur ein formales oder konzeptuelles Spiel?

Können wir uns zum Beispiel vorstellen, vielleicht wird uns bald nichts anderes mehr übrig bleiben, Goyas durchaus immer noch aufwühlenden und gerade jetzt aktuellen 82 Radierungen „Die Schrecken des Krieges“ (1810 – 1814), erst nach einer Trigger-Warnung betrachten zu können? Oder muss etwa Richard Wagners „Tristan-Akkord“ (1865) ein wegweisender Vorläufer der Atonalität, künftig im Programmheft zur Aufführung alarmierend angekündigt werden, damit das so gerne auf Harmonie geeichte Ohr nicht in Mitleidenschaft gezogen wird? Und gar der Schocker: das längst legendäre aufgeschnittene Auge in dem Filmklassiker „Der andalusische Hund“ (1929) von Luis Buñuel und Salvadore Dalí …

Eine homöopathische Kunstauffassung, die im vorwarnenden Schongang die Wirkung von Kunst verdünnt, liegt offensichtlich dem soften Masterplan der Trigger-Warnungen zu Grunde. Und eben diese Auffassung motiviert wohl auch die aktuellen Forderungen nach dem Kontextualisieren von Kunst, die jüngst zum Beispiel bei der Documenta 15 und der 12. Berlin Biennale des öfteren gestellt wurden. Ganz so als ob man den Besuchern nicht (mehr) zutraut, selber denken und sich selber informieren zu können, soll ihr Auffassungsvermögen jetzt durch informative Didaktik vorformatiert werden, damit politisch brisante, vielleicht gar fragwürdige Kunstwerke auf jeden Fall im politisch ordnungsgemäßen Sinne verstanden werden.

Vergessen scheint da außerdem, dass Kunst, im Gegensatz zur bloßen Information, vor allem auch dadurch charakterisiert ist, dass sie eben nicht in einer eindeutigen Direktheit gestaltet ist und daher auch nicht in einer einzig „richtigen“ Weise zu interpretieren ist. Dass diese „offenen“ (Umberto Eco) Se(h)mantiken dann eigentlich nur bei politischer Kunst moniert werden, ist auffallend – und erschreckend: Selberdenker oder gar Abweichler scheinen derzeit nicht erwünscht zu sein.

Soweit der Autor Rainer Stange!

STV weiter:

Er hat m.E. nach nur allzu Recht! Kunst jeglicher Couleur war immer vorangehend, bahnbrechend, verstörend und zerstörerisch. Ging an Grenzen und über diese hinweg. Bot dem Publikum die Möglichkeit des Eigene-Grenzen-Überschreitens. Es konnte, es durfte, es sollte, wenn es wollte. Oder ließ es bleiben. Oder ging nach Hause. Bedient bis zum Kropf. Oder schon selbst längst unterwegs in neue Welten!

Das geht im Theater, im Atelier und überall auf der Welt. Wir Wünschel-ROUTEN-Gänger kosteten davon in den 80ern, als junge Theater- und Kabarett-Begeisterte.

Das Wort Comedy werdet ihr von mir geschrieben nie entdecken, dieses mainstream-gesteuerte Weichspülangebot mit seiner extremen Langweiligkeit zerstört augenblicklich mein schwarzes Hirn.

Ich danke meinem lieben und langjährigen Freund und Lebensbegleiter seit 28 Jahren Kai ter Heide in Osnabrück an dieser Stelle fürs Mitwundern. Ihr wisst schon, die zufällig entdeckte Amputation des rechten Unterarms von Felix. Oder war es der linke? Oder wunderten wir uns gar nicht? Ich meine, ich schon, er weniger?

Auf jeden Fall schickte er mir gestern den Aufsatz von Stange. Wir telefonierten ausführlich und freuten uns abschließend wieder einmal darüber, dass wir uns einig waren. Einig, dass Provokation in der Kunst(und überhaupt im Leben) Gutes tut, die Leute aufregt und die Welt verändert.

Lachen ist die beste Medizin! Lachen über alles Irre dieser Welt! Lachen über Behinderte ist das beste. Lachen wir dann nicht über uns selbst?

Über all die und uns alle mit dem Riesendorn im eigene Auge, der uns da dauerhaft hindert? Behindert?

Auf meinem Schwerbehindertenausweis steht Grad 60 mit Merkzeichen, lebenslänglich. Auf Felix Schwerbehindertenausweis steht Grad 50. Als Krebspatient geht da noch was. Ergänzungsantrag ist unterwegs.

Gegen (oder für?) meinen Morbus Parkinson werfe ich täglich 18 Tabletten ein und weiteres Zeugs inhaliere ich in Schädel und untere Atemwege. Das bleibt nicht ohne Folgen. Besonders die Dopamin-Agonisten haben es mir angetan. Und tun es immer wieder. Halluzinationen. Drama for one. Bandbreite von „Ich sehe was, was du nicht siehst!“ bis Festspiele. Zurzeit: Gesichter. Gesichter, Gesichter. Überall. In jedem Baum. In jeder Bodenfliesenstruktur. In jeder Gardine …

Und auf Felix Rücken. In den „OP-Roboter Da Vinci“ vier Lungenzugangslöcher gestanzt hat. Um das Todes-Alien da raus zu holen. Erfolgreich! Bravehearts!

Bedarf der Wundpflege. Besonders die Nummer 4 in der Reihe. Bin ich dabei, klar. Aber dieser Blick dieser 2 von 4. Diese beiden Augen, die mich anstarren und nicht loslassen. Nicht loslassen.

Bedarf der  Wundpflege. Bedarf der Seelenpflege. Bedarf der künstlerischen Überhöhung. Be careful with that TRIGGER! My Zombie Life!

Felix schreibt:

Ihr Lieben, heute war ich zur Kontrolle im Krankenhaus. Mit der Untersuchung im CT war mein Arzt sehr zufrieden. Der obere Lungenlappen hat sich schon etwas ausgedehnt.

Der Lungenfunktionstest war auch in Ordnung. Ein Wert war sogar über 100%. 

Ich soll jetzt alle drei Monate zur Kontrolle kommen.

Liebe Grüße und einen schönen Abend

Felix

Bravehearts! ❤️🚩🚩🚩 Gemeinsam gegen Krebs!

Ich bin total froh, dass der erste Markstein gesetzt ist und dass die Krankheit keine Metastasen produziert hat. Das ist eine gewonnene Etappe für uns alle, besonders für Felix selbst natürlich. 

Ich bewundere seine Disziplin. Wir haben aber auch sehr daran gearbeitet, das durchzuhalten, also möglichst normal weiterzumachen und sich nicht von der Krankheit, die eine immense Power hat, unterkriegen zu lassen. 

Das gemeinsame abendliche Philosophieren hat trotz allem Freude gemacht über das große WARUM. Haben wir heute auch beim Doktor angesprochen. Ging er interessiert und interessant darauf ein. 

Seine Meinung dazu werden wir dann noch diskutieren zwischen Medizin und Philosophie…..

Irgendwie war es trotz aller Bedrohung eine gute Zeit, die Felix und mich und uns noch enger zusammenzurücken ließ. 

Ich danke Gott, dass er unsere Gebete und die unserer Freunde hörte und die brennenden Kerzen sah.

Ich bin glücklich, jetzt, sehr, ein heiliger Augenblick, den ich beweine. Bin nicht mehr müde, bin wach, sehr wach und beeindruckt von den Menschen, die Felix mit uns im Herzen tragen, ihn stützen und aufbauen.

Auch ein einziger Satz, eine kurze Sprachnachricht gewinnen an Gewicht, an Bedeutung und geben Geleit und Licht und Wegführung in eine eben sichtbare Zukunft, ein kleiner heller Streif, dämmernd, sich erhebend, erhellend, kostbar …. Ich bin dankbar.

Und dann die Gewissheit,  dass die Energie fließt, ganz langsam, vielleicht erst nur ein wenig kribbelt. Dann plötzlich weht die ganz leichte Brise und scheint die Sonne mit drei klitzekleinen Strahlen und das Strahlen steht im Gesicht wie ein Bild für Hoffnung und Lebensfreude und Lebensmut und die Erkenntnis, dass am Ende sowieso immer alles gut wird.

Vamos! Es geht voran!

von Stephan Vielhaber, 12. Juni 2026

Fortsetzung folgt!